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Im Jahr 2015 gab es in Deutschland rund 409.000 alleinerziehende Väter und ganze 2.331.000 alleinerziehende Mütter: Sicher – sich ohne einen Partner an der Seite durchzuschlagen ist nicht einfach, doch ein solches Familienmodell kann immerhin auch einige Vorteile mit sich bringen, über die man manchmal viel zu wenig nachdenkt…

Alleinerziehende: Ein deutlicher Trend in Deutschland

Wenn eine Partnerschaft zerbricht, bedeutet das meist einen harten Kampf im Anschluss – vor allem dann, wenn das Paar gemeinsame Kinder hat. Wer dann mit den Kindern alleine zurückbleibt, den trifft es nicht selten doppelt hart: Man hat weniger Geld zur Verfügung und weniger Zeit, um die Aufgaben des Alltags zu überwinden.

Etwa 1,6 Millionen Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern leben derzeit in Deutschland. Dies erklärte zuletzt Miriam Hoheisel, die Bundesgeschäftsführerin vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV). Damit ist Fakt: Jede fünfte Familie ist bereits eine Ein-Eltern-Familie.

Und dass das Leben als alleinerziehende Person jede Menge Schwierigkeiten und Hürden mit sich bringt, liegt auf der Hand. Nicht nur die alltäglichen Aufgaben fallen dem einen Elternteil zur Last – auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellt sich als besonders anspruchsvoll heraus.

Darum haben es Alleinerziehende nicht leicht

Hilfe gibt es vom Staat zwar, doch leider nicht in dem Maße, wie man es sich wünschen würde. Zudem lastet auf einem immer wieder der ständige Druck der Gesellschaft. Es gibt viele Ideale der Mutter- oder Vaterrolle, doch diesen Vorstellungen gerecht zu werden, ist ein nahezu unmögliches Unterfangen.

Die Situation als positiv zu betrachten ist kein einfaches Spiel. Meist gelingt es den Alleinerziehenden nur nach jeder Menge Erfahrung und vielen Jahren, auch die positiven Seiten einer Ein-Eltern-Familie zu betrachten.

Vorsicht vor Überarbeitung

Doch der Weg zur positiven Grundeinstellung lässt sich glücklicherweise beeinflussen. Wichtig ist, sich als Alleinerziehender nicht geschlagen zu geben und den Kopf keinesfalls hängen zu lassen. Gerade in den ersten Jahren wird man merken, wie man immer wieder gegen schleichende Depressionen ankämpfen muss.

Es mag etwas merkwürdig klingen, doch damit einem dies gelingt, muss man einen gewissen Egoismus entwickeln: Einen Selbstschutz, auch an sich selbst zu denken. Viele Alleinerziehende gehen viel zu selbstlos an die Sache heran.

Sie gönnen sich nichts – trotz der vielen Strapazen. Doch der menschliche Körper ist nicht darauf ausgelegt, nonstop zu leisten, ohne auch etwas Entlastung zu spüren. Wer in den kinderfreien Stunden nur mit Haushalt beschäftigt ist, wird sich damit sicher keinen Gefallen tun.

Die Vorteile einer Ein-Eltern-Familie schätzen lernen

Besonders wichtig ist daneben auch, sich die Vorteil einer Ein-Eltern-Familie immer wieder bewusst zu machen:

Alleinerziehende haben die wunderbare Möglichkeit, ganz alleine den Alltag zu bestimmen und Entscheidungen für die Zukunft ihrer Familie zu treffen. Sie können alleine entscheiden, was sie mit den Kindern unternehmen möchten, was es zu essen gibt, wann das Kind ins Bett muss oder was es tun darf oder lassen soll.

Alleinerziehende müssen vor dem Kind nicht so tun, als wären sie mit dem Vater oder der Mutter einer Meinung. Sie können auch manchmal inkonsequent sein – der Erziehungsstil einer einzigen Person macht es möglich und ist einem selbst überlassen.

Wenn Alleinerziehende anderen Menschen über ihre Situation berichten, wird ihnen häufig deutlich mehr Hilfsbereitschaft entgegengebracht. Und es gibt viele andere wunderbare Alleinerziehende, mit denen man über Kurse oder Treffen in Kontakt kommen kann. Nicht selten ergeben sich wunderbare Bekanntschaften und sogar Freundschaften.

Es gibt genug Vorteile – doch wichtig ist, sich diese täglich bewusst zu machen…

Beitragsbildquelle: © rohappy – Fotolia.com

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