Alleinerziehende fördern und unterstützen

Alleinerziehende fördern und unterstützen
Sonntag Januar 8.01.2017 - 9:17 pm

Mittlerweile machen die Alleinerziehenden einen wesentlichen Anteil der Familien in Deutschland aus. Die Anforderungen an alleinerziehende Eltern sind besonders hoch – sie müssen alleine schaffen, was man sich sonst mit seinem Partner teilt: Sei es das Geldverdienen, die Erziehung oder der Haushalt.

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Einelternfamilien in Deutschland

Alleinerziehende machen hierzulande einen beträchtlichen Anteil der Familien aus. Von den etwa 8,1 Millionen Familien in Deutschland sind etwa 20 Prozent alleinerziehende Mütter oder Väter. Ein kleiner Rückblick in den letzten Jahrzehnten zeigt eine deutliche Entwicklung. Vom Jahr 1996 bis zum Jahr 2012 ist die Anzahl der Alleinerziehenden von 1,3 Millionen auf 1,6 Millionen angestiegen.

Von den 12,9 Millionen Kindern unter 18 Jahren lebt mittlerweile etwa ein Fünftel bei nur einem Elternteil. Besonders interessant ist zudem das Verhältnis alleinerziehender Mütter zu alleinerziehenden Vätern: denn in rund 90 Prozent der Fälle ist es die Mutter, die mit ihren Kindern alleine bleibt.

Wie sieht es bei den alleinerziehenden Müttern wirklich aus?

Interessanter Weise zeichnen Studien, die vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegeben wurden, ein recht unterschiedliches Bild von den Alleinerziehenden hierzulande.

Entgegen vieler Vorurteile sehen alleinerziehende Mütter ihre Lebenssituation nämlich überwiegend positiv. Sie verfügen über ein hohes Selbstvertrauen und haben unterschiedliche Strategien entwickelt, die täglichen Problemchen und Hürden zu bewältigen.

Außerdem ist das „Alleinerziehend“ in vielen Fällen nur eine Phase. Das bedeutet, dass dem ursprünglich eine andere Phase vorausgegangen ist – auch ist es nicht das Ziel der Alleinerziehenden, für immer Alleinerziehend zu bleiben. Etwa ein Drittel der Alleinerziehenden lebt nämlich bereits mit einem (teilweise neuen) Partner zusammen – auch wenn nicht im gemeinsamen Haushalt.

Probleme auf dem Arbeitsmarkt

Eine bedeutende Mehrzahl der Alleinerziehenden möchte den Lebensunterhalt selbst bestreiten. Die statistische Erhebung zeigte, dass mehr als zwei Drittel der Alleinerziehenden mit Kindern unter 18 Jahren im Jahr 2013 erwerbstätig aktiv waren. Von diesen erwerbstätigen Alleinerziehenden befanden sich zum Zeitpunkt der Erhebung sogar ganze 42 Prozent in einem Vollzeitjob.

Unter den Alleinerziehenden, die nicht erwerbstätig sind, befindet sich laut den Umfrageergebnissen ein ziemlich hoher Anteil an Müttern oder Vätern, die gerne arbeiten würden. Allerdings haben sie in der Regel große Schwierigkeiten damit, sich auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren.

Familie und Beruf unter einen Hut bringen

Die wohl größte Herausforderung für Alleinerziehende stellt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie dar. Durch die Doppelbelastung sind Alleinerziehende mit deutlich höheren Anforderungen konfrontiert. Sie müssen im Alltag nicht nur den Beruf und die Erziehung meistern, sondern auch noch den Haushalt und alles weitere, was sich Familien normalerweise untereinander aufteilen würden.

Nach der statistischen Erhebung sind rund 39 Prozent aller Haushalte von Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern auf die staatlichen Grundsicherungsleistungen angewiesen. In absoluten Zahlen bedeutet das: deutschlandweit bestehen 625.000 Bedarfsgemeinschaften von Alleinerziehenden. Auch das statistische Risiko für eine Armut ist bei Alleinerziehenden besonders hoch.

Anspruch auf Kinderförderung und einen Kitaplatz

Damit Alleinerziehenden die Chance eröffnet werden kann, durch eine Erwerbstätigkeit finanziell unabhängig von staatlichen Zuschüssen zu sein, ist ein gut funktionierendes Netzwerk aus Betreuungsangeboten für die Kinder notwendig. Denn wenn die Alleinerziehenden zur Arbeit gehen, müssen die Kinder gut versorgt sein. Hierbei spielt auch die Kompatibilität der Arbeitszeiten mit den Betreuungszeiten eine wichtige Rolle.

Im Jahr 2008 trat das sogenannte Kinderförderungsgesetz in Kraft. Seit dem August 2013 besteht zudem ein Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr. Hiervon profitieren auch insbesondere die Alleinerziehenden.

Um sich einen guten Überblick über die Unterstützungsmöglichkeiten von Alleinerziehenden zu verschaffen, kann man das Online-Handbuch „Unterstützungsnetzwerke für Alleinerziehende“ erwerben. Dieses fasst sehr treffend zusammen, wie Unterstützungsnetzwerke aufgebaut werden und funktionieren können.

Kindergeld, Elterngeld und Entlastungsbetrag

Nicht zu vergessen sind die finanziellen Fördermittel, mit denen der Alltag der Alleinerziehende entlastet werden soll. Hier gibt es einerseits Fördergelder, andererseits Entlastungsbeträge.

Um die finanzielle Situation alleinerziehender Eltern zu verbessern, gibt es Förderleistungen wie zum Beispiel das Kindergeld oder das Elterngeld. Dazu gibt es aber auch noch weitere Sozialleistungen wie das Wohngeld oder im Notfall auch die Grundsicherungsleistungen.

Für eine finanzielle Entlastung sorgt auch der sogenannte Entlastungsbetrag, der steuerlich geltend gemacht werden kann. Wie die Ergebnisse der Gesamtevaluation der ehe- und familienbezogenen Leistungen gezeigt haben, ist der Entlastungsbetrag eine besonders effiziente Leistung für Alleinerziehende, von der etwa 1,1 Millionen Haushalte Gebrauch machen.

Dann gibt es noch als eine weitere spezielle Leistung den Unterhaltsvorschuss. Dieser soll für den Fall, dass der unterhaltspflichtige Elternteil nur unregelmäßig, teilweise oder gar nicht nachkommt, in Leistung gehen. Kinder von Alleinerziehenden können dann neuerdings sogar bis zum 18. Lebensjahr einen Unterhaltsvorschuss vom Staat bekommen. Das Einkommen des alleinerziehenden Elternteils ist hierbei unerheblich.

Bildquelle: © biker3 – Fotolia.com



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