Geograph: Gehalt, Ausbildung, Studium und Perspektive!

am 29.08.2015

Geografinnen und Geografen beschäftigen sich mit der Beschaffenheit der Erdoberfläche und den verschiedenen Möglichkeiten, sie für den Menschen nutzbar zu machen. Sie messen Entfernungen, entnehmen Bodenproben, sammeln Daten, erstellen Karten sowie Pläne bestimmter Gebiete. Welche Ausbildung man benötigt, um in der freien Wirtschaft oder im öffentlichen Dienst eine Beschäftigung als Geograf zu finden, welche Perspektiven dieser Beruf eröffnet und wie viel ein studierter Geograf verdient, erfahren sie jetzt.

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Übersicht:

  • Hochschulstudium Fach Geografie
  • Studium Geograf im Überblick
  • Mögliche Studiengangbezeichnungen
  • Zugangsvoraussetzungen
  • Wünschenswerte Vorkenntnisse
  • Lernorte
  • Ausbildungsvergütung
  • Beschäftigungsmöglichkeiten für Geografen
  • Perspektiven nach dem Studium
  • Zusatzqualifikationen
  • Beschäftigung finden und sichern
  • Einstiegsgehalt als Geograf
  • Gehaltsentwicklung im Laufe der Karriere

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Hochschulstudium Fach Geografie

Geografie ist ein eigenständiger Universitätsstudiengang. Bereits während der Ausbildung konzentrieren sich die Studenten auf spätere Tätigkeitsschwerpunkte. Alternativ besteht die Möglichkeit, Geografie auf Lehramt zu studieren.

Mit bestandener Prüfung ist der Absolvent dann in der Lage, an Mittelschulen und Gymnasien Geografie zu unterrichten. Weiterbildungen erfolgen in aller Regel durch eigene Forschungsarbeiten und Studien auf universitärem Niveau.

Studium Geografie im Überblick

Der Studiengang Geografie vermittelt umfassendes Grundlagenwissen über die Beschaffenheit der Erdoberfläche. Dabei geht es in erster Linie um deren physischen Aufbau und des Zusammenwirkens von Wasser, Boden und Luft.

Weiterhin führen angehende Geografen wissenschaftliche Studien durch, die sich mit den Auswirkungen menschlicher Einflüsse, wie Siedlungsbau oder wirtschaftlicher Nutzung auf die geografischen Verhältnisse und die Natur beschäftigen.

Mögliche Studiengangbezeichnungen

  • Erdkunde
  • Geografie
  • angewandte Geografie
  • Humangeografie
  • Wirtschafts- und Kulturgeografie
  • Kulturgeografie
  • physische Geografie

Die Bezeichnung variiert von Bildungseinrichtung zu Bildungseinrichtung. Alle Studiengänge werden mit Bachelor- und/oder Masterabschluss angeboten.

Zugangsvoraussetzungen

Für ein Universitätsstudium oder ein Studium an einer gleichgestellten Hochschule ist die fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife Bedingung. Manche Universitäten und Hochschulen akzeptieren auch ein vom Kultusministerium des jeweiligen Bundeslandes als gleichwertig bestätigtes Zeugnis.

Manche Hochschulen nehmen Studenten ausschließlich nach bestandenem Auswahltest auf.

Wünschenswerte Vorkenntnisse

Studienanwärter mit folgenden vertieften Schulkenntnissen bringen sehr gute Voraussetzungen für ein Geografiestudium mit:

  • Sichere Kenntnisse (Leistungskursniveau) im Fach Geografie/Erdkunde.
  • Besondere mathematische Kenntnisse, wie Integral-, Vektor- und Differenzialrechnung. Sicherer Umgang mit statistischen Methoden.
  • Gute Kenntnisse (Leistungskursniveau) in den Fächern Physik, Biologie und Chemie.
  • Gute Kenntnisse in den Fächern Sozialkunde und Politik.
  • Weil Fachliteratur häufig ausschließlich in englischer Sprache zur Verfügung steht, sollten angehende Geografen in der Lage sein, wissenschaftliche Abhandlungen auf Englisch zu lesen und zu verstehen sowie selbst einfache Texte zu verfassen.

Lernorte

Geografiestudenten besuchen Lehrveranstaltungen in Hörsälen und Unterrichtsräumen der Universität oder Hochschule. Darüber hinaus erschließen sie sich eigenverantwortlich Wissen an PC-Arbeitsplätzen und in Bibliotheken. Schulinterne Praktika werden zumeist in hochschuleigenen Labors absolviert.

Für Praktika außerhalb der Bildungseinrichtungen unternehmen angehende Geografen Exkursionen, führen Geländebegehungen durch oder bearbeiten Naturschutzthemen. Darüber hinaus ist ein Praxissemester im Ausland, vor allem in Hinblick auf die Vertiefung von Sprach- und Sozialkompetenzen sehr empfehlenswert.

Ausbildungsvergütung

Studenten, die an einer Universität oder Hochschule studieren, erhalten keine Vergütung. Während der Praktika können Vergütungen gezahlt werden. Deren Höhe ist entweder Verhandlungssache oder per Tarifvertrag festgelegt.

Hingegen können die finanziellen Belastungen während des Studiums aufgrund von Lehrmittelbedarf, Kosten für Exkursionen, externe Unterkunft oder weil für Forschungszwecke notwendige Utensilien angeschafft werden müssen, beträchtlich sein.

Unter bestimmten Voraussetzungen wird deshalb BAföG gewährt, welches sich in aller Regel aus einem Zuschuss und einem zinslosen Staatsdarlehen zusammensetzt. Einen Überblick über alle relevanten Förderungsmöglichkeiten während des Studiums in Deutschland und während der Auslandssemester bietet die Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Beschäftigungsmöglichkeiten für Geografen

Zukünftige Arbeitsplätze für Geografen finden sich beispielsweise:

  • an Forschungsinstituten, Universitäten und Hochschulen
  • in Architekturbüros
  • in städtischen Ämtern, wie Stadplanungsamt oder statistisches Amt
  • bei Organisationen der Entwicklungshilfe
  • bei Umweltschutzorganisationen
  • in Instituten für Wirtschaftsförderung
  • bei der Bundeswehr

Perspektiven nach dem Studium

Der Einstieg ins Berufsleben kann in der freien Wirtschaft Aufgabengebiete, wie Sachverständigentätigkeit, Datenerhebung, Gutachtertätigkeit, Verkehrs- oder Städteplanung umfassen.

Freiberuflich finden Geografen beispielsweise als Wirtschaftsgeografen oder freiberufliche Honorar-Gutachter Arbeit. Auch eine Fortsetzung der Studientätigkeit in einem weiterführenden Fach, wie Geotechnologie oder Geowissenschaft ist denkbar.

Zusatzqualifikationen

Mir der Karriereplanung sollte so früh wie möglich begonnen werden. Angehende Geografen können bereits während des Studiums die Weichen für ihren späteren beruflichen Einstieg stellen, indem sie beispielsweise ein Praktikum im angestrebten Einsatzgebiet absolvieren.

Die Mitarbeit an Forschungsprojekten verschiedener Hilfsorganisationen oder an Institutionen für Umweltschutz können sich ebenfalls sehr positiv auf die spätere Karriere auswirken.

Geografiestudenten sollten möglichst alle Angebote der Hochschule zum Erwerb zusätzlicher Qualifikationen, wie Projektmanagement, betriebswirtschaftliche Zusatzqualifikationen oder Sozialkompetenz wahrnehmen.

Beschäftigung finden und sichern

Die Möglichkeiten, im Anschluss an das Studium Beschäftigung zu finden, hängen in großem Maß davon ab, welchen Abschluss der Geograf erworben, welche Nebenfächer er belegt und welche Schwerpunkte er gesetzt hat. Die Tätigkeitsfelder sind breit gefächert und reichen von der Klimageografie über Wirtschaftsgeografie bis hin zur Geomorphologie. Wer beruflich weiterkommen will, sollte ein Masterstudium oder den Erwerb eines Doktortitels in Betracht ziehen.

Einstiegsgehalt als Geograf

Die aktuelle Beschäftigungslage für Geografen ist leider schwierig. Vor allem beim Berufseinstieg und den damit verbundenen Gehaltsverhandlungen müssen studierte Geografen oft mit Hindernissen rechnen.

Die Einstiegsgehälter hängen sehr stark von der jeweiligen Region sowie von der Große und Art des Unternehmens ab. Dabei spielt es für den Karrierestart eine entscheidende Rolle, ob sich der Arbeitsplatz in der Industrie oder im öffentlichen Dienst befindet.

Im Durchschnitt verdient ein Geograf mit Masterabschluss während seiner ersten Berufsjahre etwa 25.000 Euro pro Jahr. Wer besondere Spezialkenntnisse, wie beispielsweise GPS-Programmierung, vorweisen kann, wird häufig mit einem höheren Einstiegsgehalt belohnt.

Gehaltsentwicklung im Laufe der Karriere

Einen wesentlichen Einfluss auf spätere Gehaltsverhandlungen hat die Berufserfahrung. So kann ein Geograf mit mehrjähriger Betriebszugehörigkeit und einigen Jahren Führungsverantwortung zwischen 35.000 und 45.000 Euro pro Jahr verdienen.

Auch zwischen den verschiedenen Tätigkeitsfeldern ist die Verdienstspanne teilweise enorm. So zahlt beispielsweise die Touristikbranche vergleichsweise höhere Gehälter als die meisten mittelständischen Industrie-Unternehmen. Auch ein Titel (Dipl. Ing. oder Dr.) kann sich außerordentlich positiv auf die Höhe des Gehalts auswirken.

Bildquelle: © Romolo Tavani – Fotolia.com