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Gut und sicher betäubt bei einer Operation ist halb gewonnen. Aber wer ist eigentlich für diese verantwortungsvolle Aufgabe zuständig?

Übersicht:

  • Welche Aufgaben hat ein Anästhesist?
  • So wird man Anästhesist
  • Voraussetzungen
  • Ausbildung
  • Studium
  • Nebenjob
  • Gehalt
  • Karriere

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Welche Aufgaben hat ein Anästhesist?

Welche Aufgaben ein Anästhesist besitzt, hängt weitgehend von der Frage ab, ob es sich bei ihm um einen anästhesietechnischen Assistenten oder einen Facharzt für Anästhesie handelt.

Der Assistent übernimmt vor allem die Kontrolle von Narkose- und Schmerzmitteln, ihrer Bestände und präpariert Beatmungsgeräte und Infusionsflaschen.

Im Zuge eines Eingriffs betreut er vor allem die Atmungs- und Kreislaufüberwachung; nach der Operation wartet, pflegt und sterilisiert er nicht nur die medizinischen Geräte, sondern übernimmt auch die Entsorgung von Einwegmaterialien.

Fachärzte für Anästhesie übernehmen zudem noch die Aufklärung des Patienten vor dem Eingriff, die Vorbereitung der für den Eingriff relevanten Medikamente und die Betreuung und Beobachtung des Patienten nach der OP – tragen also noch mehr Verantwortung.

So wird man Anästhesist

Voraussetzungen für die Ausbildung zum anästhesietechnischen Assistenten

Um eine Chance auf einen Ausbildungsplatz als anästhesietechnischer Assistent zu haben, sollte man zumindest über einen mittleren Bildungsabschluss verfügen. Manche Ausbildungsstellen setzen auch eine Aufnahmeprüfung und / oder ein mehrwöchiges Vorpraktikum voraus.

Im Rahmen der schulischen Vorbildung wünschen sich die Ausbilder vor allem gute Biologie- und Chemienoten, da die Auszubildenden ein ausgeprägtes Verständnis für die körperlichen Reaktionen eines Patienten auf Betäubungsmittel und die Wirkungsweise von Desinfektionsmitteln für ihre spätere Arbeit benötigen.

Darüber hinaus sind Skills wie Sorgfalt, Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen und psychische Stabilität vonnöten; immerhin muss der anästhesietechnische Assistent auch bei komplizierten Situationen einen kühlen Kopf bewahren.

Ausbildung zum anästhesietechnischen Assistenten

Die Ausbildungsdauer beträgt in aller Regel drei Jahre; die theoretischen Inhalte:

  • Chemie und Mikrobiologie,
  • Arzneimittellehre,
  • Anästhesie,
  • erste Hilfe und Reanimation,
  • Intensivmedizin und
  • Radiologie

sind stark von medizinischen Themen geprägt.

Da die Theorie ohne praktische Anwendung jedoch nicht viel wert wäre, haben angehende anästhesietechnische Assistenten die Gelegenheiten, in der:

  • Notaufnahme,
  • Ambulanz,
  • Urologie und Gynäkologie,
  • Endoskopie,
  • Chirurgie und
  • Orthopädie

erste arbeitstechnische Eindrücke zu gewinnen und ihr neu erlerntes Sachwissen selbst anzuwenden.

Studium

Das Studium zum Facharzt für Anästhesie setzt ein abgeschlossenes Medizinstudium und eine bestandene Approbation voraus.
Anschließend kann man eine Weiterbildung in der Anästhesiologie absolvieren, die ein Jahr in der Intensivmedizin und mehrere Monate in der Notfallmedizin beinhaltet.

Das Einstiegsstudium dauert zwölf Semester und drei Monate, die anschließende Facharztausbildung fünf bis sechs Jahre, sofern man sie in Vollzeit absolviert. Ein zeitaufwändigeres Teilzeitprogramm ist ebenfalls möglich.

Vorteilhaft dabei: Wer bereits einen Facharzttitel im Bereich der Gynäkologie, Chirurgie oder anderen Themenschwerpunkten der Anästhesiologie führt, hat gegebenenfalls die Möglichkeit, sich entsprechende Zeiten anrechnen zu lassen.

Nebenjob

Grundsätzlich kann man den Beruf als Anästhesisten als Zweitqualifikation erlernen und ausüben. Gerade im Facharztbereich kommt es häufiger vor, dass sich jemand nicht von Anfang an für eine Stelle als Anästhesist interessiert hat.

Nichtsdestotrotz setzt die Arbeit viel Kompetenz und Aufmerksamkeit voraus.
Insofern handelt es sich bei einem Posten als Anästhesist vielleicht um eine Teilzeitstelle, aber sicherlich nicht um einen klassischen Nebenjob, den man ohne tiefer greifende Vorkenntnisse antreten kann.

Gehalt

Gehalt in der Ausbildung und im Beruf als anästhesietechnischer Assistenten

Das Gehalt für den Auszubildenden zum anästhesietechnischen Assistenten wird durch eine Empfehlung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) in etwa definiert, aber weder konkret noch verbindlich festgelegt.

Im Durchschnitt ergeben sich dadurch für Westdeutschland Brutto-Monatsgehälter von:

  • 800 bis 900 € im ersten
  • 900 bis 1.000 € im zweiten und
  • 1.000 bis 1.100 € im dritten Lehrjahr.

Wie viel man später verdient, ist vor allem vom Arbeitgeber und der Region abhängig. Für Angestellte mit Tarifvertrag im öffentlichen Dienst liegen die Gehälter größtenteils jedoch bei 1.800 bis 2.300 € im Monatsbrutto.

Gehalt für Fachärzte für Anästhesie

Bereits als Assistenzarzt in der Ausbildungszeit verdienen angehende Anästhesisten meist zwischen 4.100 und 5.300 € brutto im Monat.
Frischgebackene Fachärzte kommen auf durchschnittlich 5.400 € im Monatsbrutto und mit zunehmender Berufserfahrung und Verantwortung können es im Laufe der Zeit bis zu 7.400 € brutto pro Monat oder sogar noch etwas mehr werden.

Karriere

Für anästhesietechnische Assistenten gibt es eine ganze Reihe von fachinternen, berufsbegleitenden Weiterbildungen, beispielsweise in den Bereichen:

  • Intensivanästhesie,
  • klinische Geriatrie,
  • Onkologie,
  • Endoskopie- beziehungsweise Operationsdienst,
  • Rehabilitation und Langzeitpflege,
  • Palliativ- und Hospizpflege und
  • Psychiatrie.

Diese Spezialisierungen nehmen berufsbegleitend meist um die zwei Jahre Zeit und 2.000 bis 5.000 € in Anspruch, befähigen einen aber dann zur Ausbildung von Auszubilden und zur Leitung einer Station.

Des Weiteren bieten sich Abschlüsse zum Fachwirt in der Alten- und Krankenpflege, zum Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung oder zum Betriebswirt für Management im Gesundheitswesen an.

Alle Weiterbildungen dauern in Vollzeit gut zwei Jahre und sorgen dafür, dass man als anästhesietechnischer Assistent auch in Seniorenwohnheimen, bei ambulanten Pflegediensten, in Artpraxen, medizinischen Laboren oder bei Krankenkassen oder Gesundheitsämtern arbeiten kann.

Und auch für Fachärzte für Anästhesie gibt es natürlich eine Vielzahl von individuellen fachinternen Weiterbildungen.

Besonders beliebt sind dabei jene in den Bereichen:

  • Intensivmedizin,
  • Notfallmedizin und
  • Schmerztherapie.

In der Intensivmedizin (zwei Jahre Weiterbildungsdauer) geht es vor allem um die Erhaltung sehr wichtiger körperlicher Funktionen für den Patienten, weil beispielsweise sein Gehirn, sein Herz oder seine Lunge so stark angegriffen sein können, dass akute Lebensgefahr besteht.

Anästhesisten, die sich auf die Notfallmedizin (zweieinhalb Jahre Weiterbildungsdauer) spezialisieren, sind meist außerhalb medizinischer Einrichtungen anzutreffen, kümmern sich jedoch auch zuweilen um Krankenhaus-interne Notfälle.

Schmerztherapeuten (ein Jahr Weiterbildungsdauer) hingegen haben ein ausgeprägtes Verständnis dafür, welche Schmerzmittel einem Patienten nach einer Operation und welche Mittel gegen individuelle chronische Schmerzen helfen.

Bildquelle: © Kzenon – Fotolia.com

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