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Es gibt zahlreiche Berufe, in denen es ohne Schichtdienst nicht geht. Wenngleich auch durch Nachtzuschläge und Schichtprämien mehr Geld in die Kasse des Arbeitnehmers kommt, der im Schichtsystem arbeitet, so gibt es ebenso Nachteile. Was nutzt das viele Geld, wenn die Freizeit eingeschränkt ist, das Familienleben zu kurz kommt, der erholsame Schlaf fehlt und die Schichtarbeit körperlich an die Substanz geht und somit zulasten der Gesundheit?

Sind Sie Schichtarbeiter? Lesen Sie in diesem Artikel, worauf Sie achten sollten, damit Sie lange körperlich als auch geistig fit und gesund bleiben!

Übersicht:

  • Dauerhafter Schichtdienst macht krank
  • Schichtarbeit wirkt sich negativ auf das Denkvermögen aus!
  • Wenn der Schichtplan die innere Uhr aus dem Rhythmus bringt
  • Nach der Nachtschicht zur Ruhe kommen und Schlaf finden, geht das?
  • Einschlafen, durchschlafen, ausschlafen – so gelingt es trotzdem
  • Schichtarbeiter benötigen geregelte Mahlzeiten und eine ausgewogene Ernährung!

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Dauerhafter Schichtdienst macht krank!

Leider ist es kaum möglich, dass Arbeitnehmer im Schichtbetrieb ihren Schichtplan so abstimmen können, dass er mit den eigenen individuellen Bedürfnissen vereinbar ist. Die Folgen sind gravierend. Jeder Job birgt gewisse Risiken. Arbeit kann stressig und anstrengend sein, was nicht selten zu körperlicher Erschöpfung oder seelischen Erkrankungen führt.

Schichtarbeiter haben sogar ein wesentlich höheres Risiko, ernsthaft krank zu werden. Vor allem jene Arbeitnehmer, die über viele Jahre hinweg im 3-Schicht-System arbeiten, sind vor Herz-Kreislauferkrankungen nicht gefeit. Infolgedessen kann es im gravierenden Fall sogar zum Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen.

Schichtarbeit wirkt sich negativ auf das Denkvermögen aus!

Schlimm genug, dass Schichtarbeiter ein wesentlich höheres Krankheitsrisiko haben. Sie laufen überdies noch Gefahr, sehr viel früher als andere Berufstätige ihre kognitiven Fähigkeiten einzubüßen. Wissenschaftler des CNRS Instituts in Toulouse haben herausgefunden, dass bei Beschäftigten, die mehr als zehn Jahre im Schichtdienst tätig waren, die Gedächtnisleistung schneller abgenommen hatte als bei Arbeitnehmern mit regelmäßigen Arbeitszeiten.

Zu diesem Ergebnis kamen der Studienleiter Jean-Claude Marquié und das Forscherteam, nachdem sie weit über 3000 Werktätige aus Südfrankreich, die in unterschiedlichen Branchen berufstätig waren, verschiedene Tests in einem Abstand von 5 Jahren (1996, 2001 und 2006) absolvieren ließen.

Von den Studienteilnehmern, im Alter von 32 bis 62 Jahren, war die Hälfte im Schichtdienst tätig. Während der Tests wurde sowohl das Langzeitgedächtnis als auch das Kurzzeitgedächtnis der Probanden geprüft, die kognitiven Fähigkeiten allgemein und die Reaktionsfähigkeit. 

Die Studie der französischen Forscher des CNRS Instituts belegt zwar, dass sich Schichtarbeit negativ auf die Gedächtnisleistung auswirkt. Um den schlechten Einfluss auf das Denkvermögen zweifelsfrei bestätigen zu können, müssen noch weitere Studien durchgeführt werden. Anzumerken sei diesbezüglich noch, dass die Studie des CNRS Instituts regional angelegt war und es daher global möglicherweise zu anderen Studienergebnissen kommen könnte.

Wenn der Schichtplan die innere Uhr aus dem Rhythmus bringt!

Durch den stetig verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus, der mit der „inneren Uhr“ nicht in Einklang zu bringen ist, kommt alles durcheinander. Diese Desynchronisation führt nicht selten zu Schlafstörungen. Wer aus der Nachtschicht kommt, muss selbstverständlich am Tag schlafen. Was nicht so ohne Weiteres möglich ist. Besonders in einem Mietshaus mit mehreren Hausbewohnern nicht.

Mieter verursachen Geräusche und machen Lärm (hervorgerufen durch Waschmaschinen, Staubsauger oder andere laute Haushaltsgeräte). Der Straßenverkehrslärm bei Tag trägt ebenso wenig dazu bei, dass Schichtarbeiter die nötige Ruhe finden, um einzuschlafen oder überhaupt gut schlafen zu können. Schlafmangel ist alles andere als gesund.

Die Folgen von akuten Schlafstörungen sind ganz unterschiedlicher Art. Daraus können sowohl Magenbeschwerden / Magengeschwüre als auch Stoffwechselstörungen resultieren. Schichtarbeiter, deren „innere Uhr“ nicht mehr richtig tickt, tragen zudem ein vielfach höheres Risiko, Bluthochdruck (Hypertonie) zu bekommen oder gar an Krebs zu erkranken.

Nach der Nachtschicht zur Ruhe kommen und Schlaf finden, geht das?

Jeder Mensch sollte mindestens 8 Stunden am Stück schlafen, so lautet die allgemeine „Faustregel“. Schichtarbeiter wissen nur zu genau, dass es beinahe unmöglich ist, 8 Stunden zu schlafen. Insbesondere nach der Nachtschicht. Einerseits ist da zwar die überwältigende Müdigkeit vorhanden, die wohl verständlich ist. Andererseits sind da die äußeren Umstände – wie im Artikel oben bereits beschrieben – die das Einschlafen erschweren und das Durchschlafen beeinträchtigen. Bei Tag zu schlafen, wenn ringsum alle agil sind, ist wirklich schwierig.

Einschlafen, durchschlafen, ausschlafen – so gelingt es trotzdem:

  • Richten Sie jenen Raum in der Wohnung oder im Eigenheim als Schlafzimmer ein, der fernab von der Straße liegt und sich weder neben einem Badezimmer noch einem Kinderzimmer befindet. Sofern dies machbar ist.
  • Dunkeln Sie die Fenster des Schlafgemachs so gut es geht ab. Verdunklungsrollos, die es unterdessen in den verschiedensten Größen und Ausführungen gibt, sind diesbezüglich hervorragend geeignet.
  • Versuchen Sie einen bestimmten Zeitraum festzulegen, an dem Sie bei Tag schlafen. Teilen Sie notfalls die Schlafenszeiten ein. Schlafen Sie eventuell am Morgen nach der Schicht vier Stunden und am späten Nachmittag noch einmal zwei Stunden, bevor es zur nächsten Nachtschicht geht. 
  • Können Sie nach der Nachtschicht nicht sofort ins Bett gehen, weil sie noch zu „aufgekratzt“ sind, sollten Sie auf keinen Fall Kaffee trinken. Gönnen Sie sich stattdessen lieber einen Tee, der beruhigend wirkt oder eine Tasse warme Milch mit Honig.
  • Damit Sie in Ruhe einschlafen und durchschlafen können, empfiehlt es sich alle „Störfaktoren“ weitestgehend auszuschalten. Stellen Sie die Türklingel ab, schalten Sie Ihr Handy aus und ziehen Sie den Stecker vom Telefon.
  • Sind Familienmitglieder in der Wohnung anwesend, wenn Sie schlafen müssen, sollten diese zum Fernsehen oder Musikhören Kopfhörer tragen.
  • Leben kleine (bzw. überhaupt) Kinder in Ihrem Haushalt, ist es schwierig, die nötige Ruhe zum Schlafen zu finden. Kinder lassen sich nicht auf Knopfdruck ausschalten, weshalb Sie eventuell auf Ohrstöpsel zurückgreifen müssen, um schlafen zu können.  

Schichtarbeiter benötigen geregelte Mahlzeiten und eine ausgewogene Ernährung!

Trotz unterschiedlicher Schichten empfiehlt es sich, die Hauptmalzeiten (Mittagessen und Abendbrot) möglichst immer zu gleichen Zeiten einzunehmen. Ausgewogenes und regelmäßiges Essen ist für die Verdauung unverzichtbar. Somit lassen sich andere gesundheitliche Probleme – wie zum Beispiel Magen- und Darmbeschwerden – weitestgehend vermeiden, bzw. treten nicht so häufig auf.

Nicht nur auf die regelmäßigen Mahlzeiten kommt es an, sondern ebenso darauf, sich für das Essen Zeit genug zu nehmen. Schichtarbeiter, die ihre Mahlzeiten in sich „hineinschaufeln“ anstatt in Ruhe und mit Genuss zu essen, tun ihrer Gesundheit damit keinen Gefallen. Wer unter ständigem Zeitdruck steht, nicht mehr schmeckt, was er isst, weil es schnell gehen muss, wird über kurz oder lang Magenprobleme bekommen. Auch Verstopfungen und Darmprobleme können die Folge der falschen Essgewohnheiten sein.

Wenn Sie im Schichtdienst tätig sind, sollten Sie unbedingt wenigstens eine Hauptmahlzeit in aller Ruhe genießen. Wenn möglich im Kreise Ihrer Familie. Überdies wird Schichtarbeitern geraten, dass sie in der Nachtschicht hauptsächlich leichte und fettarme Kost zu sich nehmen. Verzichten Sie in der Nacht unbedingt auf fetthaltige Speisen und süße Kalorienbomben. Zu fettige Nahrungsmittel können nur schlecht verdaut werden.

Süßes ist auch nicht dienlich. Wenngleich Süßigkeiten den Blutzuckerspiegel binnen kurzer Zeit in die Höhe schnellen lassen und dadurch eine enorme Leistungssteigerung zu erzielen ist, so hält dieser Effekt nicht lange an und schlägt ins Gegenteil um. Die Leistungsfähigkeit wird gemindert und es macht sich extreme Müdigkeit breit.

Nachtarbeiter können bis zu einer Stunde nach Mitternacht eine warme Mahlzeit zu sich nehmen, sofern diese leicht und bekömmlich ist. Eiergerichte (Eierkuchen oder Rühreier) als auch fettarmer Fisch (wie Kabeljau oder Schellfisch) können gerne auf dem Speisplan der Werktätigen im Nachtdienst stehen. Nach 1:00 Uhr sollten lieber Nahrungsmittel verzehrt werden, die nicht schwer im Magen liegen, sondern leicht verdaulich sind. Empfehlenswert sind Salate und frisches Obst als auch Molkereiprodukte wie Joghurt oder leichte Quarkspeisen.

Hinweis:

Sofern Sie sich während der Schichtdienstzeit fünf Mahlzeiten (Zwischenmahlzeiten inbegriffen) gönnen, sollten Sie darauf achten, dass in dem Fall die Hauptmahlzeiten nicht zu üppig ausfallen. Das letzte Essen während der Nachtschicht sollten Sie 1 Stunde (bis höchstens 1 ½ Stunden) vor dem Schlafengehen genießen. Es sollte leicht und bekömmlich sein.     

Bildquelle: © detailblick – Fotolia.com

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