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Bezieher geringer Einkommen haben kein Geld an Vater Staat zu verschenken. Für mehr Nettoeinkommen und Einkommensgerechtigkeit sorgen gesetzliche Änderungen der jüngeren Vergangenheit. Minijobber und Midijobber dürfen sich über reale Einkommenssteigerungen freuen.

Änderungen bei Minijob und Midijob, Auswirkungen sowie Vor- und Nachteile für Geringverdiener fasst der Artikel kompakt zusammen.

Berufsbild – geringfügig beschäftigt

Welche Jobangebote bieten sich Mini- und Midijobbern?

Mit Minijob oder Midijob ist kein bestimmtes Berufsbild, in Form eines Ausbildungs- oder Anlernberuf, bezeichnet. Es handelt sich um Jobangebote zur regelmäßigen Aushilfe mit begrenzter wöchentlicher Stundenanzahl.

Ob eine Berufstätigkeit als Minijob oder Midijob zu bezeichnen ist, hängt nicht von der Art oder Umfang der Tätigkeit ab. Ausschließlich die regelmäßige monatliche Einkommenshöhe führt zur Unterscheidung der Teilzeittätigkeiten.

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Midijobs und Minijobs bis Ende 2012

Bis Ende 2012 galt die Einkommensgrenze 400,00 Euro für den Minijob. Wurde mehr verdient, bis zur Grenze von 800,00 Euro, war es kein Minijob, sondern ein Midijob. Auswirkungen hatte das Überschreiten der Einkommensgrenze von 400,00 Euro auf die Sozialversicherungspflicht.

Midijobber, mit 400,01 Euro bis 800,00 Euro Einkommen monatlich, zahlten in die Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung ein. Vom erwirtschafteten Bruttoeinkommen blieb weniger Nettoeinkommen zum Konsum.

Übergangsreglungen sind ausgelaufen

Seit dem 1. Januar 2013 dürfen Minijobber mehr verdienen, ohne sofort mit Abzügen durch die Sozialversicherungen rechnen zu müssen. Die Verdienstgrenze für Minijobs und Beschäftigungsverhältnisse innerhalb der Gleitzone (Midijobs) wurde um 50 Euro/monatlich nach oben verschoben.

Für bestehende Arbeitsverhältnisse trat die entlastende Wirkung nicht sofort zum Stichtag ein. Es galt für ein Jahr eine Übergangsfrist (Bestandsschutz). Einkommensbezieher von 400,01 Euro bis 450,00 Euro monatlich blieb die volle Sozialversicherungspflicht erhalten. Mit dem Stichtag 31. Dezember 2013 lief diese Übergangsregelung aus.

Nur für die Rentenversicherung bleibt die Versicherungspflicht weiterhin erhalten. Sie entfällt nur auf gesonderten Antrag.

Lohn und Verdienst

Minijobs – Einkommensgrenze beachten

Etwa sieben Millionen Minijobs sind gegenwärtig registriert. Mehrheitlich nutzen Mütter die Chance auf Teilzeitarbeit und Aushilfsjobs, um Kind und Berufstätigkeit in Einklang zu bringen. In den meisten Fällen werden Arbeitszeit und Lohn so kalkuliert, dass die Grenze 450,00 Euro Einkommen nicht überschritten wird.

Wichtig ist die Einhaltung der Einkommensgrenze für Rentner und Erwerbstätige in Vollzeit, für die der Minijob nur ein Zusatzeinkommen ist. Würden Rentner mehr verdienen, könnte es zu Abzügen bei der Rentenleistung kommen.

Midijob – ein Euro mehr lohnt sich

Für Menschen, die noch nicht am Ende ihrer Erwerbsbiografie oder im Vollzeiterwerb stehen, stellt die Einkommensgrenze eher eine Hürde dar. Vorteilhafter für diese Geringverdiener wäre eine niedrigere Einkommensgrenze zum Midijob.

Ab 451,00 Euro bestünde die volle Sozialversicherungspflicht für Midijobs. Der Arbeitgeber müsste 16,65 Euro Arbeitnehmeranteil an der Sozialversicherung einbehalten. Im Gegenzug dazu besteht vollständiger Sozialversicherungsschutz.

Es würde bei Arbeitslosigkeit 235,50 Euro ALG1 gezahlt. Im Krankheitsfall unterstützt das Krankengeld mit 278,00 Euro monatlich (78 Wochen) die Haushaltskasse.

Bildquelle: © Teteline – Fotolia.com

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