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Ein Ghostwriter schreibt für andere Personen Texte nach deren Wahl und Angaben. Im Gegensatz zu einem Lektor oder Korrektor bearbeitet er jedoch keine in Teilen oder bereits komplett angefertigten Ausführungen seines Kunden, sondern erstellt die Texte von Grund auf selbst.

Sobald das verfasste Werk fertig ist, überschreibt er sämtliche Rechte an seinen Auftraggeber – in vielen Fällen bleibt der eigentliche Verfasser der Schriften also anonym und kann nicht mehr ohne Weiteres ausfindig gemacht werden.
Eine spannende Tätigkeit, bei der sich ein Blick hinter die Kulissen lohnt!

Übersicht:

  • Das Berufsbild des Ghostwriters
  • Aufgaben und Tätigkeitsfeld
  • Ist die Tätigkeit eines Ghostwriters legal?
  • So wird man Ghostwriter
  • Karrieremöglichkeiten
  • Chancen und Perspektiven
  • Lohn und Verdienst
  • Einstiegsgehalt
  • Gehaltsentwicklung

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Das Berufsbild des Ghostwriters

Aufgaben und Tätigkeitsfeld

Ein Ghostwriter wird oft beauftragt, wenn es um das Verfassen politischer Reden, Autobiographien, Unternehmensbiographien oder auch wissenschaftlicher Abhandlungen geht.

Wichtig ist dabei, dass er in der Lage ist, nach Nennung der Vorgaben selbstständig zu recherchieren, die wichtigsten Aspekte herauszufiltern und einen Text inhaltlich wie rhetorisch flüssig zu verfassen und dabei den (manchmal hypothetischen) Stil seines Auftraggebers treffen.

Je nach eigener Qualifikation arbeitet ein Ghostwriter im technischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, kulturellen, politischen oder auch journalistischen Bereich.

Ist die Tätigkeit eines Ghostwriters legal?

Wenn ein Ghostwriter Biographien oder Reden schreibt, handelt er völlig legal. Eine Nennung des tatsächlichen Autors im Impressum oder einer Danksagung ist zwar eine Sache der Fairness, aber nicht zwingend erforderlich.

Komplizierter wird es bei Fachaufsätzen und wissenschaftlichen Publikationen. Einfache wissenschaftliche Abhandlungen dürfen zwar in der Regel von einem Ghostwriter geschrieben werden, allerdings versuchen viele Institute mittlerweile, dieses Vorgehen zu vertraglich zu untersagen.
Dass Professoren das Schreiben oftmals ihren wissenschaftlichen Mitarbeitern überlassen und selbst nur beratend aus dem Hintergrund agieren, hat jedoch eine lange Tradition.

Fast alle Hochschulen erlauben den Einsatz von Ghostwritern für die Hilfe beim Formulieren oder das Korrekturlesen – unter der Voraussetzung, dass der vollständige Name und der genaue Umfang seiner Tätigkeiten im Anhang der Facharbeit genannt werden. Es ist allerdings unzulässig, die vollständige Arbeit durch den Ghostwriter durchführen zu lassen. Andernfalls handelt der Prüfling entgegen seiner eidesstattlichen Erklärung, die Arbeit selbst verfasst zu haben.

Ab welcher Stelle die Grenze zur Mithilfe überschritten ist, kann nicht pauschal gesagt werden; werden entsprechende Fälle vor Gericht verhandelt, liegen eine mögliche Strafe und die Höhe des Strafmaßes im Ermessen des jeweiligen Richters.

So wird man Ghostwriter

Es gibt keine festen Ausbildungsschritte oder Studiengänge für den Weg zum Ghostwriter. Gute Grundlagen sind jedoch ein journalistisches Studium, zudem ist ein fundiertes Grundwissen im technisch-wissenschaftlichen, wirtschaftlichen oder politischen Bereich von Vorteil.

Gerade, wenn es um wissenschaftliche Abhandlungen geht, erwarten die Auftraggeber eine gewisse Vorbildung ihres Ghostwriters. Bei akademischen Arbeiten gilt ein eigener Abschluss sogar als Voraussetzung.

Grundlegend sind in jedem Fall ein strukturiertes Vorgehen, eine gute Rhetorik, Diskretion und die Fähigkeit, viele neue Informationen schnell zu überblicken und die wesentlichen Aspekte herauszufiltern.

Wer über diese Fähigkeiten versucht, kann es auch über private Fernlehrinstitute versuchen und dort eine thematische Weiterbildung erlangen, um eine Auftragsarbeit entsprechend kompetent erledigen zu können.

Karrieremöglichkeiten

Eine klassische Titel-Hierarchie gibt es für Ghostwriter nicht, trotzdem kann man sich, je nach Fachbereich, immer weiter „nach oben schreiben“: Wer gut ist, lebt von Empfehlungen und schafft es vielleicht eines Tages über die Rede des Lokalpolitikers bis zu echten Promi-Memoiren.
Für viele bleibt das zwar ein Traum, doch für Redakteure, Autoren oder Lektoren kann die Tätigkeit als Ghostwriter einen netten Nebenverdienst darstellen.

Chancen und Perspektiven

Grundsätzlich sind die Job-Perspektiven für den Ghostwriter aussichtsreich: In einer sich verdichtenden Arbeitswelt finden viele Studenten oder Wissenschaftler kaum noch die Zeit für schriftliche Arbeiten, zudem mangelt es oft an sprachlichen Knowhow.

Auch Firmen, Politiker oder Prominente engagieren gerne einen Ghostwriter für einzelne Projekte oder, bei guter Zusammenarbeit, auch für langfristige Projektreihen.

Am schwierigsten ist der Einstieg in den Job: Referenzen und gute Kontakte sind sehr hilfreich, wenn man als Ghostwriter etwas erreichen will; nur die wenigsten schaffen echte Erfolge ohne „Vitamin B“.

Wer aber nicht alles auf eine Karte setzt und das Ghostwriting als Haupteinkommen braucht, kann die Sache langsam wachsen lassen. Im Idealfall kann man mit kleineren Aufträgen beginnen und die Arbeit nach und nach ausbauen. Allerdings schläft die Konkurrenz nicht: (Aus-)Bildung und Weiterbildung sind wichtig, um möglichen Wettbewerbern eine Nasenlänge voraus zu sein. Vieles fälltaber unter die Kategorie „learning by doing“.

Lohn und Verdienst

Einstiegsgehalt

Es gibt keine klassische Ausbildung zum Ghostwriter – jeder, der diesen Job macht, besitzt eine andere Biographie. Oft führt der Weg allerdings über den Journalismus und andere Medienberufe, die dort gezahlten Gehälter sind in diesen Fällen also das Einkommen bis zum Erreichen des Berufsziels.

Wer als Ghostwriter arbeitet, kann, je nach Textart, für eine beschriebene A4-Seite zwischen 30 und 80 Euro bekommen. Wissenschaftliche Arbeiten liegen im vierstelligen, Dissertationen sogar oft im fünfstelligen Euro-Bereich.

Für Nebenerwerbs-Ghostwriter (oftmals Studenten) liegt das Einkommen meist bei maximal 25 Euro pro A4-Seite.

Gehaltsentwicklung

Kaum ein Ghostwriter erzielt ein festes Monatsgehalt, das Einkommen ist also abhängig von den Projekten, die man an Land zieht. Memoiren für weniger bekannte Personen bringen meist zwischen 1.000 und 5.000 Euro ein, bei Prominenten aber bis zu 50.000 Euro. An der Uni sind für Ghostwriter einige hundert Euro für Seminararbeiten zu verdienen, Doktorarbeiten liegen, je nach Länge und Thema, sogar im vier- bis fünfstelligen Eurobereich.

Umsatzbeteiligungen, etwa bei Buchverkäufen, müssen per Klausel im Vorfeld verabredet werden.

Lediglich Redenschreiber für Politiker haben eine reelle Chance auf ein festes Angestelltenverhältnis und werden dann als Ministerialrat entlohnt, aktuell knapp 7.000 Euro netto.

Bildquelle: © BillionPhotos.com – Fotolia.com

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