Bildungspaket – Bildungs- und Teilhabepaket: Das müssen Sie wissen!

Bildungspaket

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Kinder in sozial benachteiligten Familien mehr Unterstützung brauchen, um in der Schule und ihrer persönlichen Entwicklung mit besser gestellten Kindern Schritt zu halten. Dafür bietet die Bundesregierung eine Reihe von Maßnahmen an: Kindergeld, Kinderzuschlag und die Leistungen für Bildung und Teilhabe. Hier erfahren Sie hier, was das ist und wie Sie davon profitieren können.

Übersicht

  • Das Bildungs- und Teilhabepaket
  • Leistungsberechtigte
  • Leistungen
  • Mittagessen und Schulweg
  • Lernförderung und persönlicher Schulbedarf
  • Teilhabe an Kultur und Sport
  • Vereinfachungen
  • Zuständigkeit
  • Nutzen
  • Kinderarmut

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Das Bildungs- und Teilhabepaket

Das Sozialsystem in Deutschland ist stark differenziert und bietet für die verschiedensten Sonder- und Härtefälle eigene Möglichkeiten zur Unterstützung an. Dabei sind immer wieder Reformen notwendig, wenn sich herausstellt, dass bestimmte Maßnahmen nicht so greifen, wie man das gerne hätte.

Ein großes Problem ist zum Beispiel, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien bestimmte Bildungsangebote auch dann nicht nutzen, wenn eigentlich durch das Arbeitslosengeld II oder andere Leistungen genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Als Lösung wurden die Leistungen für Bildung und Teilhabe entwickelt. Sie geben Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusätzliche Anreize, um sich zu bilden oder an sportlichen Veranstaltungen teilzunehmen.

Wer kann die Leistungen beantragen?

Neben Kindern, die über die Leistungen für die Grundsicherung von Arbeitssuchenden und Sozialhilfeempfängern versorgt werden, können auch Kindergeldberechtigte einen Antrag darauf stellen, wenn sie Wohngeld erhalten und ein Kind, für das man Kinderzuschlag erhält, im gemeinsamen Haushalt lebt. Die Leistungen für Bildung und Teilhabe werden an die Eltern ausgezahlt, es ist also nicht wichtig, für welches der im Haushalt lebenden Kinder die Leistungen genutzt werden.

Welche Leistungen stehen meinen Kindern zu?

Im Gegensatz zu anderen Leistungen werden für Bildungsgutscheine keine direkten Zahlungen vorgenommen. Der Leistungsträger übernimmt die Kosten für Sach- bzw. Dienstleistungen. Dies geschieht in Form von Gutscheinen oder als Kostenübernahme direkt beim Anbieter. Damit soll sichergestellt werden, dass die Leistungen auch tatsächlich beim entsprechenden Kind oder Jugendlichen ankommen. Dazu zählen unter anderem: Schulausflüge und Klassenfahrten, persönlicher Schulbedarf, Leistungen zur Schülerförderung und Lernförderung sowie die Mittagsverpflegung.

Für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist die Förderung von Mitgliedsbeiträgen von Sportvereinen, Kosten für Musikunterricht und Teilnahme an gemeinschaftlichen Freizeitveranstaltungen vorgesehen.

Mehraufwendungen für Mittagessen und Schulweg

Wenn in der Schule, Kindertagesstätte oder Kindertagespflege ein gemeinsames Mittagessen angeboten wird, für das Aufwendungen entstehen, tragen Eltern dafür nur einen Eigenanteil von einem Euro. Der Rest wird übernommen.

Die Kosten für eine Schülerfahrkarte werden komplett übernommen, wenn diese nicht anderweitig privat genutzt werden kann. In diesem Fall bleibt ein Eigenanteil von fünf Euro.

Lernförderung und persönlicher Schulbedarf

Schulranzen, Geodreieck, Taschenrechner und andere Gegenstände, die man für den täglichen Gebrauch in der Schule benötigt, können mit einem Betrag von insgesamt 100 Euro gefördert werden. Diese Summe wird aufgeteilt in 70 Euro zum Schuljahresbeginn und 30 Euro zum Halbjahr.

Wenn die Schule keine eigene zusätzliche Lernförderung anbietet und den Bedarf bestätigt, damit der Lernerfolg gewährleistet werden kann, wird die Lernförderung übernommen.

Teilhabe an Kultur und Sport

Monatlich steht ein Beitrag von zehn Euro zur Verfügung, der für Mitgliedsbeiträge, Musikunterricht und kulturelle Veranstaltungen verwendet werden kann. Viele Vereine und Bildungseinrichtungen sind auch bereit, bedürftigen Kindern preislich entgegenzukommen, wenn diese eine entsprechende Begabung zeigen.

Vereinfachungen beim Bildungspaket ab 1. August 2013

Die Regelungen des Bildungspakets wurden so gestaltet, dass man die Leistungen möglichst unkompliziert in Anspruch nehmen kann. 2013 wurden weitere Vereinfachungen eingeführt:

  • Berechtigte Selbsthilfe: Eltern können eine Gebühr auch nachträglich zurückbekommen, wenn Sie diese für ihr Kind ausgelegt haben. Das ist dann der Fall, werden eine rechtzeitige Beantragung nicht möglich ist, da ein Angebot zu kurzfristig ist.
  • Der Teilhabebeitrag von bis zu zehn Euro kann auch rückwirkend eingesetzt werden. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Mitgliedsbeiträge für Sportvereine oder Ähnliches für mehrere Monate bezahlt werden müssen.
  • Um die Abwicklung zu erleichtern, kann bei Klassenfahrten das Geld auch direkt an die Kinder oder Eltern ausgezahlt werden.

Wer ist für das Bildungspaket zuständig?

Um die Leistungen für Bildung und Teilhabe kümmern sich die entsprechenden Kreise bzw. kreisfreien Städte. Deshalb kann es zu regionalen Unterschieden kommen und Sie sollten sich unbedingt vor Ort informieren, wie das Bildungspaket gehandhabt wird. In der Regel ist Ihre erste Anlaufstelle immer das Jobcenter.

Was bringt das Bildungspaket?

Durch die Leistungen für Bildung und Teilhabe entstehen etwa 40 Millionen Euro Kosten. Dabei wurden die Mittel vor allem in der Anfangsphase bei weitem nicht voll ausgeschöpft. Das verursachte eine Diskussion darüber, wie sinnvoll das Bildungspaket überhaupt ist und welche Wirkung es bringen kann.

Oftmals wird beklagt, dass die Vorgaben für die Bewilligung zu ungenau sind. In manchen Bundesländern wird die Nachhilfe gefördert, wenn die Versetzung gefährdet ist oder dadurch das Niveau gehalten werden kann, während in anderen Ländern Nachhilfe nur in Ausnahmefällen bezuschusst wird.

Bei etwa 2,5 Millionen Kindern, die das Bildungspaket nutzen können, ist die Kontrolle schwer, ob die eingesetzten Mittel auch zweckgebunden genutzt werden.

In Ländern, in denen Nachhilfe besonders einfach bewilligt wird, wird auch der Vorwurf laut, dass daran viele unqualifizierte Nachhilfelehrer verdienen.

Das Bildungspaket und die Kinderarmut

Trotz der zusätzlichen Mittel verzeichnen Statistiken eine unverändert hohe Zahl von Kindern, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Damit sind auch ihre Zukunftsaussichten um einiges schlechter als die von Kindern in Familien, denen mehr Geld zur Verfügung steht.

Um den Anspruch des Grundgesetzes auf Gleichberechtigung aller deutschen Bürger zu sichern, müssen grundsätzliche Probleme geklärt werden. Das Bildungspaket ist nützlich für diejenigen, die selbst aktiv werden, verändert jedoch nichts an der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung.

Bildquelle: © mapoli-photo – Fotolia.com



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