Die gefährlichsten Länder der Welt für Mädchen
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Fast neun von zehn Mädchen der Welt leben in Ländern mit mit niedrigem oder mittlerem Einkommen. Ein Bericht von „Unicef“ zeigt auf, dass Mädchen aus armen Ländern im Durchschnitt eine um 20 Jahre verkürzte Lebensdauer haben, verglichen mit Mädchen aus reicheren Ländern.

Hier geht es uns noch gut – in vielen Teilen der Welt herrscht Chaos!

Laut dem Bericht sollen 120 Millionen Mädchen und junge Frauen (etwa jede zehnte) unter 20 Jahren in ihrem Leben bereits sexuelle Gewalt erlebt haben. Rund 550 Millionen Stunden pro Tag arbeiten Mädchen zwischen fünf und vierzehn Jahren weltweit.

Dies belegen neuere Zahlen von Unicef. Damit arbeiten sie doppelt so häufig wie Jungs im Haus. Doch das ist längst nicht alles:

Neben Kinderarbeit und Vergewaltigung bedeuten in vielen Ländern auch noch Themen wie Kinderheirat, Genitalverstümmelung oder Menschenhandel große Gefahren für viele Mädchen der Welt.

Krisen und Konflikte treffen Mädchen und junge Frauen besonders hart. Meist werden sie zu Gewaltopfern. Vergewaltigung ist weltweit eine Kriegswaffe – und auf der Flucht werden Mädchen besonders häufig sexuell ausgebeutet.

Das sind für Mädchen die gefährlichsten Länder der Welt

„Save the Children“ hat anhand von fünf Kriterien 144 Länder aufgelistet und ein Ranking erstellt, in welchen Ländern es besonders sicher oder besonders gefährlich für Mädchen und junge Frauen ist.

Die Kriterien, nach denen ausgewertet wurde, lauten:

  • Kinderehe
  • Schwangerschaften Minderjähriger
  • Müttersterblichkeit
  • Anteil der Frauen in Parlamenten
  • Schulbildung von Mädchen

Am besten wachsen junge Frauen in Schweden, Finnland und Norwegen auf. Ganz weit hinten liegen die südlicheren Länder auf dem afrikanischen Kontinent: Somalia, Mali, Zentralafrikanische Republik, Tschad und Niger.

In Summe lässt sich der Auswertung nach eine sehr traurige Korrelation feststellen: Die ärmsten Länder der Welt sind gleichzeitig auch die Länder, in denen es Mädchen am schlechtesten geht.

Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen

Somalia ist das Land mit der höchsten Rate von genitalverstümmelten Frauen weltweit. So sind mit 98 Prozent der somalischen Frauen zwischen 15 und 49 Jahren fast alle Frauen dieser Altersgruppe von dem schrecklichen Eingriff betroffen. Zu der grauenvollen Praxis kommt es in der Regel dann, wenn die Mädchen zwischen vier und elf Jahre alt sind.

Hierbei werden die äußeren weiblichen Geschlechtsorange entweder teilweise oder vollständig entfernt oder beschädigt. Solche Praktiken werden überwiegend aus der Tradition heraus begründet – die Mädchen müssen oft dann unter das Messer, wenn die Pubertät beginnt.

Der Eingriff ist mit schlimmen Schmerzen verbunden und kann schwere körperliche und psychische Schäden verursachen – im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen.

Schrecklich schmerzhafter Eingriff: Traditionell finden Beschneidungen außerhalb von Krankenhäusern und somit unter unhygienischen Bedingungen statt. Da der Eingriff traditionell ist, wird er meist nicht narkotisiert durchgeführt.

Die Mädchen haben dabei so starke Schmerzen, dass sie von mehreren Erwachsenen festgehalten werden müssen. Das Ertragen der Schmerzen soll ein wichtiger Bestandteil der Zeremonie sein und dient als Vorbereitung für die Rolle als Ehefrau und Mutter.

Als Werkzeuge werden Messer, Rasierklingen, Scheren oder sogar Glasscherben verwendet. Zum Wundverschluss werden Akaziendornen, Bindfaden, Schafdarm und Eisenringe verwendet.

Auch wenn die Regierung bereits erklärt hat, dass sie die Genitalverstümmelung bei Mädchen bekämpfen wolle, hat sich seither kaum etwas an den Zahlen verändert. Weltweit werden rund drei Millionen Mädchen genitalverstümmelt.

Die Genitalverstümmelung ist allerdings auch in anderen Ländern ein Problem. In Nordafrika ist die Praxis ebenfalls weit verbreitet. Dort sind etwa 90 Prozent der Mädchen betroffen. Ähnlich ist es im Nahen Osten sowie in einigen asiatischen Ländern: Indonesien, Indien und Pakistan.

Schlechte Schulbildung

In Mali besucht durchschnittlich nur jede neunte Frau eine weiterführende Schule. Fast 70 Prozent der Frauen sind Analphabeten. Dazu ist auch in Mali das Problem der Genitalverstümmelung fast allgegenwärtig. Etwa 80 Prozent der Frauen mussten die Qualen der Verstümmelung über sich ergehen lassen.

Vielehe und Kinderehe

Sie sind nur eine von mehreren Ehefrauen eines Mannes: Dies betrifft rund 40 Prozent der Frauen in Mali. Auch in Tschad ist Vielehe ein Problem, ähnlich wie in vielen weiteren Ländern der Welt. Hinzu kommt die Kinderehe: Mädchen werden schon in frühem Alter zwangsverheiratet.

Erst Kinderehe und Gewalt, dann Schulabbruch

Problemen folgen nicht selten größere Probleme: Kinderehen sind ein leider weltweit sehr drängendes Problem für junge Mädchen. In Südostasien sind beispielsweise fast 50 Prozent der Mädchen unter 18 Jahren bereits verheiratet.

Im subsaharischen Afrika sind es fast 40 Prozent und im Nahen Osten sowie in Nordafrika sind es knapp 20 Prozent. Kein Wunder, denn in 93 Ländern der Welt ist es Mädchen erlaubt, schon vor dem 18. Lebensjahr zu heiraten.

Somit werden jedes Jahr rund 14 Millionen Mädchen verheiratet, bevor sie 18 Jahre alt sind. Oft wird das ausgenutzt, um Mädchen schon in jungem Alter zwangszuverheiraten:

Bereits 720 Millionen Frauen weltweit sind zwangsverheiratet. Davon 250 Millionen sogar bevor sie 15 Jahre alt wurden.

Doch die Zwangsheirat ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange: Mit der Zwangsheirat beginnt für viele ein Leben in sexueller Gewalt und gefährlichen, komplizierten Schwangerschaften, weil sie sich gerade erst noch in der Entwicklung befinden.

Die Müttersterblichkeit ist bei jungen Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren um ein Vielfaches höher als bei Frauen ab 20 Jahren.

Außerdem dürfen früh verheiratete Mädchen häufig nicht mehr zur Schule gehen – sie geraten dann in eine Abhängigkeit von ihrem Mann und dessen Familie.

Kinderhandel

Fast nirgendwo auf der Welt wird so exzessiver Kinderhandel betrieben, wie in der Zentralafrikanischen Republik. Überwiegend werden hier Mädchen verschleppt und verkauft.

Ein riesiges Problem – auch, weil hier die Immunschwächekrankheit AIDS weit verbreitet ist. Mädchen werden zwangsprostituiert und somit häufig schon in jungem Alter infiziert. Die Lebenserwartung beträgt gerade einmal 50 Jahre.

Bildquelle: © Photographee.eu – Fotolia.com

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