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Unglaublich aber wahr: Natascha Kampusch wurde entführt und im Haus ihres Entführers über mehrere Jahre gefangen gehalten. Ihren schrecklichen Alltag filmte der Täter. Dies beweisen nun mehrere Video-Kassetten.

Passend zum schrecklichen Vorfall ist ein Buch erschienen mit dem Titel „Das Entführungsprotokoll Natascha Kampusch. Die ganze beschämende Wahrheit“ – der Autor des Buches und zugleich ehemalige Kriminalbeamte Peter Reichard durfte für die Veröffentlichung mehrere Videokassetten auswerten. Die Kassetten offenbaren Unglaubliches.

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Natascha Kampusch (28) wurde von ihrem Entführer Wolfgang Priklopil (†44) mit Stativ oder Handkamera regelmäßig gefilmt. Meist war sie nackt, sogar vor der Toilette machte er nicht halt, wie die „Welt am Sonntag“ berichtete.

Wie schlimm es Natascha während der Entführung ergangen ist, zeigten erst die verschiedenen Videomitschnitte. Er „vermaß“ ständig den Körper des abgemagerten Mädchens und beschimpfte sie als fett. Er nötigte sie mit Treppenläufen bis zur Erschöpfung. Sie musste seine Küche putzen oder Ostereier suchen – fast immer war sie nackt.

Er ließ sie sein Frühstück machen – alles musste immer perfekt sein. Damals war das Mädchen gerade erst 11 Jahre alt. Er beschimpfte sie mit aggressivem Ton.

So eroberte sie ihre Würde zurück

Die Videokassetten zeigen aber auch, dass Natascha ihrem Entführer geistig überlegen war. Sie manipulierte ihn immer mehr, wodurch sie langsam Stück für Stück ihre Würde zurück erobern konnte. Aufnahmen zeigen, wie sie ihn dazu brachte, ihr Geburtstagsgeschenke zu kaufen, oder wie sie ihn ablenkte, um sich heimlich zusätzliches Essen zu holen.

Dennoch blieb ihr Martyrium nahezu unerträglich. Um sie zu bestrafen, nutzte er regelmäßig Nahrungsentzug. Das passierte immer dann, wenn sie seine „Regeln“ brach. So, wie er sie ständig anfauchte, in einem lauten, aggressiven Ton, hätten es selbst Erwachsene mit der Angst zu tun bekommen, berichtete die Welt am Sonntag.

Immer wieder kleine Etappensiege

Natascha Kampusch schaffte es trotzdem immer wieder, kleinere Siege zu erringen. Sie durchschaute ihren Entführer immer mehr und manipulierte ihn auch immer besser. Er selbst erkannte dies jedoch nicht.

Laut Reichard soll der Entführer womöglich auch seine einzigen sexuellen Erfahrungen mit dem entführten Mädchen gehabt haben: „Nun war er zumindest von ihr abhängig, wenn er mit ihr schlafen wollte – dass er es tat, geht aus den Ermittlungsakten hervor“, erklärt er. Dennoch sei er immer depressiver geworden. Sie hingegen wurde immer stärker!

Acht Jahre Gefangenschaft

Das Buch macht deutlich, wie schlimm die acht Jahre in Gefangenschaft für das Mädchen waren. Gleichzeitig zeigt es aber auch, dass viele Verschwörungstheorien um die Entführung falsch seien. So hätte es beispielsweise weder Sex-Filme, noch einen Mittäter gegeben.

Der Autor ist der Auffassung, dass die Zweifel an Nataschas eigner Version insbesondere durch ihre TV-Auftritte nach der Flucht entstanden sind. „Sie trat für viele geradezu madonnenhaft auf, mit scheinbarer Distanz zu allem.“

Wenn sie sich jedoch als Häufchen Elend gezeigt hätte, hätte man sie vermutlich geliebt, so der Autor.

Bildquelle: © Picture-Factory – Fotolia.com

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