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Fahrkartenkontrolleure benötigen gleich mehrere Eigenschaften: Fingerspitzengefühl, einen guten Riecher und in einigen Fällen auch ein hohes Maß an Durchsetzungsvermögen. Doch nicht nur die Überführung von Schwarzfahrern steht bei den Kontrolleuren auf dem Programm. Auch das Beraten der Fahrgäste und deren Befragung zu statistischen Zwecken gehören zu den erweiterten Aufgaben der Kontrolleure.

Viele starten in ihre Karriere über den Quereinstieg. Vor allem Teilzeitkräfte und Studenten bilden eine hohe Zahl an Mitarbeitern in Verkehrsbetrieben, da die Betriebe für sie geringe steuerliche Beträge zahlen müssen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie sich eine Berufslaufbahn als erfolgreicher Fahrkartenkontrolleur erarbeiten können.

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Voraussetzungen für den Einstieg

Fahrkartenkontrolleure haben dem Anschein nach einen unkomplizierten Job. Sie kontrollieren in erster Linie alle Fahrgäste nach einer gültigen Fahrkarte und erfassen die Personalien von Schwarzfahrern. Dabei werden jedoch die Kenntnisse der Tarifbestimmungen des zuständigen Streckennetzes vorausgesetzt. Diese lernen Sie bei einer ersten Einarbeitungsphase, die etwa vier bis sechs Wochen andauern kann. In dieser Einarbeitung werden Sie als angehender Fahrkartenkontrolleur von einem erfahrenen Kollegen unterrichtet.

Erste Vorstellung beim Arbeitgeber

Damit Sie die Zusage für eine Einarbeitung bekommen, sollten Sie sich auf ein erstes Bewerbungsgespräch vorbereiten. Hier haben Sie gute Aussichten, wenn Sie neben eines gepflegten Äußeres das Gespräch mit dem Personaler in einer klaren und freundlichen Stimme führen. Achten Sie auf ein gut verständliches und fehlerfreies Deutsch, denn Fahrgäste suchen häufig Kontakt mit Kontrolleuren. Bringen Sie möglichst viele überzeugende Dokumente mit, die für Ihre Person sprechen. Damit erreichen Sie, dass Ihr Gegenüber in Ihnen eine vertrauenswürdige Person sieht. Hierzu dienen etwa:

  • Schulzeugnisse und ausführliche Lebensläufe
  • Polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintrag
  • Berufszeugnisse von ehemaligen Arbeitgebern
  • Zertifikate und Praktikumsnachweise

Körperliche und geistige Fitness

Während Ihrer Einarbeitung werden Sie merken, dass Sie gleich mehrere Hürden zu meistern haben. Fahrkartenkontrolleure müssen je nach Betriebsablauf auch in der Lage sein, mehrere Stunden im Stehen zu verbringen. Zusätzlich zur körperlichen Belastbarkeit kommt auch ein erhöhter Stressfaktor.

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Dieser macht sich gerade morgens und in der vorabendlichen Tageszeit bemerkbar, da zu diesen Zeiten vermehrt berufstätige Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Auch in solchen Situationen benötigen Sie eine innere Ruhe, um eventuellen Konzentrationsschwächen vorzubeugen. Darüber hinaus müssen Sie auch bereit sein, an Wochenenden und vereinzelt auch an Feiertagen zu arbeiten. Sollten diese Punkte keine Probleme für Sie darstellen, sind Sie bestens für eine Tätigkeit als Fahrkartenkontrolleur geeignet.

Fahrkartenkontrolleur und Menschenkenner

Als Kontrolleur müssen Sie belastbar sein und doch ist in vielen Fällen auch Einfühlungsvermögen und Geschick im Umgang mit Fahrgästen gefragt. Eine gute Vorbereitung auf die nächste Schicht kann schon erhebliche Missverständnisse mit der Klientel im Vorfeld beseitigen. Kontrolleure holen sich daher immer vor einer Strecke gezielt Informationen ein, die von großer Wichtigkeit sein könnten:

  • Gibt es Baustellen auf der Strecke?
  • Sind alle Haltestationen verfügbar?
  • Eventuell andere Besonderheiten, die zu Verspätungen führen?

Als Fahrgastbegleiter können Sie bei besonderen Vorkommnissen, die zu etwaigen Verzögerungen im Betriebsablauf führen entsprechende Lautsprecherdurchsagen durchführen. Natürlich gibt es immer wieder Fahrgäste, die sich über Verspätungen aufregen. Bedenken Sie aber auch, dass eine Verspätung, aus der ein Fahrgast keine offensichtliche Ursache sehen kann, zu viel größerer Empörung führen kann. In diesem Fall können Sie die Gemüter in der Regel noch etwas besänftigen.

Hartes Durchgreifen oder Gnade walten lassen?

Fahrkartenkontrolleure werden oftmals auch mit einer Auseinadersetzung mit dem Fahrgast konfrontiert. Das Handeln des Kontrolleurs ist hier selbstverständlich situationsbedingt. Wer kein gültiges Fahrticket hat und sich dennoch weigert, seine Personalien an den Kontrolleur zu übergeben, muss im schlimmsten Fall mit einer Hinzuziehung von Polizeibeamten rechnen. Als Kontrolleur sollten sie auf dieses Hilfsmittel jedoch nur im äußersten Fall zurückgreifen.

Oftmals reicht es aus, wenn Sie den Schwarzfahrern ins Gewissen reden und sachlich erklären, welche Konsequenzen auf sie zukommen. Verpflichtet sind Kontrolleure bei der Alarmierung der Polizei jedoch ausnahmslos dann, wenn Fahrgäste in den zugeteilten Verkehrsmitteln Gesetze überschreiten. Randalierer, Schläger oder Personen, die andere Fahrgäste belästigen, müssen in ihrem Handeln sofort unterbrochen werden. Der polizeiliche Beistand ist hierbei obligatorisch.

Andere Situationen verlangen hingegen einen kulanten Fahrkartenkontrolleur. Berichten beispielsweise gleich mehrere Fahrgäste von einem kaputten Fahrkartenautomaten, können Sie auch davon ausgehen, dass dies der Tatsache entspricht. Ähnlich verhält es sich mit Schülern, die plötzlich Ihre Fahrkarte vergessen haben. Da es sich bei Schülern in der Regel um Fahrgäste handelt, die mit einem für das ganze Schuljahr gültigen Fahrticket ausgestattet sind, empfiehlt es sich von einem Verwarnungsgeld abzusehen.

Auch Fahrgäste, die ein Ticket gekauft haben, welches sich jedoch nicht für die Fahrt eignet, sollen in einzelnen Fällen die Chance habe ein zusätzlich korrektes Ticket beim Kontrolleur kaufen zu können. Klären Sie als Fahrkartenkontrolleur in diesem Fall die Fahrgäste über die gültigen Tarifbestimmungen auf, um wiederholbare Fehler zu vermeiden.

Geld und Karrierechancen

In der Branche der Fahrkartenkontrolleure ist mit einer Zunahme von Bewerben zu rechnen, da es aktuell viele freie Stellen gibt. Neben der Möglichkeit des Quereinstieges, der vor allem von Hausfrauen, Minijobbern oder Studenten genutzt wird, kann auch eine dreijährige Berufsausbildung zum Kaufmann im allgemeinen Service absolviert werden. Dieser Abschluss wird etwa häufig von der Deutschen Bahn verlangt, um im späteren Berufsleben aufsteigen zu können.

Auch Quereinsteiger haben durchaus reelle Chancen aus einem Teilzeitverhältnis heraus eine Festanstellung zu bekommen. Bei einer 38-Stundenwoche können Sie mit einem Einstiegsgehalt von ca. 1.800 bis 2.000 Euro rechnen. Für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit bekommen Sie in der Regel einen Zuschlag von 25 %. Die Arbeitsverträge sind zunächst für ein Jahr befristet. Bei Zufriedenheit des Arbeitnehmers werden diese aber grundsätzlich nach Ablauf der Frist verlängert.

Bildquelle: © tournee – Fotolia.com

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