Hartz 4SozialhilfeWissenswertes am

Sind Sie beruflich viel auf Achse – etwa mit dem Auto, mit dem Flugzeug oder mit dem Zug? Dann entstehen Ihnen Fahrtkosten, die Sie entweder als Werbungskosten absetzen können  – oder sich über einen Fahrtkostenzuschuss refinanzieren lassen können. Alle Vorteile zum Fahrtkostenzuschuss können Sie in diesem Artikel nachlesen.

✅ In diesem Artikel werden alle Fragen zu Hartz 4 beantwortet 

Übersicht

  • Was ist ein Fahrtkostenzuschuss?
  • Fahrtkostenzuschuss bei Dienstreisen
  • Fahrtkostenzuschuss für die tägliche Fahrt zur Arbeit
  • Der Arbeitgeber kann den Fahrtkostenzuschuss als Betriebskosten absetzen
  • Fahrkostenzuschuss: steuerpflichtig?
  • Pauschalisierungsmöglichkeit des Fahrtkostenzuschusses
  • Sonderfall Flugzeug
  • Wann muss der Arbeitnehmer den Fahrtkostenzuschuss besteuern?
  • Unterlagen vorlegen
  • Die Lohnsteuerpauschale schuldet der Arbeitgeber
  • Öffentliche Verkehrsmittel
  • Wenn der Arbeitgeber die Lohnsteuerpauschale abwälzt
  • Alternative zur Gehaltserhöhung
  • Fahrtkostenzuschuss für ehemalige Arbeitslose
  • Als Minijobber mehr verdienen

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Was ist ein Fahrtkostenzuschuss?

Fahrtkostenzuschuss

Ob Sie sich für Ihren Job über Straßen, Schienen oder gar durch die Luft bewegen und damit täglich viele Kilometer zurücklegen, Wartezeiten, schlecht gelaunte Mitfahrer oder Staus ertragen müssen: Der Aufwand kann sich lohnen! Nutzen Sie für Ihren Job nämlich Verkehrsmittel wie Auto, Taxi, Bahn oder Flugzeug, können Sie bei Ihrem Arbeitgeber einen Fahrtkostenzuschuss beantragen.

Der Begriff Fahrtkostenzuschuss bezieht sich auf zwei unterschiedliche Fälle, die sich steuerlich unterscheiden:

  • Erstattung von Fahrtkosten bei Dienstreisen, Fahrtätigkeit oder Einsatzwechseltätigkeit
  • Erstattung von Fahrtkosten für den Weg zur Arbeit

Fahrtkostenzuschuss bei Dienstreisen

Der Fahrtkostenzuschuss ist grundsätzlich steuerpflichtig. Steuerbefreit sind jedoch diese Fälle, in denen Sie Anspruch auf einen Fahrtkostenzuschuss haben.

  • Sammelbeförderungen, die für das Unternehmen notwendig sind
  • Auswärtstätigkeit
  • beruflich bedingte doppelte Haushaltsführung (Zweitwohnsitz in einer anderen Stadt)

Fahrtkostenzuschuss für die tägliche Fahrt zur Arbeit

Der Arbeitgeber kann auf freiwilliger Basis auch einen Fahrtkostenzuschuss für den täglichen Weg zur Arbeit zahlen. Manchmal verweigert dies dieser jedoch und verweist darauf, dass der Mitarbeiter seine Fahrtkosten, die bei der täglichen Fahrt zur Arbeit anfallen, als Werbungskosten steuerlich geltend machen kann. Allerdings ist diese Alternative, die Fahrtkosten als Werbungskosten abzusetzen, mit einem entscheidenden Nachteil verbunden: Sie reduziert das Nettoeinkommen des Arbeitnehmers.

Der Arbeitgeber kann den Fahrtkostenzuschuss als Betriebskosten absetzen

Tipp: Sie haben keinen Anspruch auf Steuerzuschuss – wenn der Arbeitgeber diesen nicht zahlen will, können Sie daran nichts ändern. Sie können aber versuchen ihn zu überzeugen: Vielleicht weiß er nicht, dass er selbst diese Zahlung als Betriebskosten absetzen kann!

Fahrkostenzuschuss: steuerpflichtig?

Grundsätzlich wird der Fahrtkostenzuschuss zusätzlich zum Gehalt gezahlt und unterliegt damit der Steuerpflicht. Wer also zum Beispiel 3.000 Euro brutto verdient und 50 Euro Fahrtkostenzuschuss erhält, muss theoretisch Steuern auf 3.050 Euro zahlen. Bis zu einer bestimmten Grenze kann der Fahrtkostenzuschuss jedoch pauschal besteuert werden. Pauschal besteuerte Fahrtkostenzuschüsse mindern allerdings die abziehbaren Werbungskosten.

Pauschalisierungsmöglichkeit des Fahrtkostenzuschusses

Für die Berechnung des Fahrtkostenzuschusses wird die Pauschale von 30 Cent pro Kilometer herangezogen. Nicht der Hin- und Rückweg, sondern nur eine Strecke wird berücksichtigt und mit der tatsächlichen Anzahl der gearbeiteten Tage multipliziert – krankheits- oder urlaubsbedingte Fehltage werden also nicht mitgezählt.

Sonderfall Flugzeug

Auch, wenn ein Arbeitnehmer seinen Arbeitsweg regelmäßig mit dem Flugzeug zurückgelegt, kann er die Entfernungspauschale nutzen. Maßgeblich ist dabei die Kilometerzahl zwischen Start- und Zielflughafen. Die Flugkosten selbst können zusätzlich in der Steuererklärung genannt werden und zwar für jeden einzelnen Tag.

Wann muss der Arbeitnehmer den Fahrtkostenzuschuss besteuern?

Für den Arbeitnehmer gibt es einen Steuerfreibetrag. Er entspricht der Höhe der Werbungskosten, die der Arbeitnehmer nach § 9 Abs. 1 Satz 3 N. 4 und Abs. 2 EStG ohne Fahrtkostenzuschuss geltend machen könnte. Geht der Fahrtkostenzuschuss über diesen Betrag hinaus, muss der Arbeitnehmer den Betrag voll versteuern.

Unterlagen vorlegen

Um in den Genuss des Fahrtkostenzuschusses zu gelangen, muss der Arbeitnehmer die entsprechenden Nachweise einreichen. Der Betrieb hat diese dann in der Personalakte zu führen, um die angegebene Nutzung der Verkehrsmittel zu belegen.

Die Lohnsteuerpauschale schuldet der Arbeitgeber

Auf den Fahrtkostenzuschuss muss der Arbeitgeber eine Lohnsteuerpauschale in Höhe von 15%, 5,5% Solidaritätszuschlag und 5% Kirchensteuer abführen, so gibt es § 40 Abs. 3 EStG vor. Dank der Pauschalierung ist der Fahrkostenzuschuss in der Sozialversicherung für den Arbeitnehmer und für den Arbeitgeber beitragsfrei. Vorteil für den Arbeitgeber: Damit sinken für diesen die Abgaben.

Öffentliche Verkehrsmittel

Wenn Sie Ihren Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen, kann Ihr Arbeitgeber die Kosten für die Monatskarte, das Jahresabo, Jobticket oder die BahnCard ersetzen. Auch hier fallen seit 2004 15% Lohnsteuer, aber keine Sozialabgaben an.

Wenn der Arbeitgeber die Lohnsteuerpauschale abwälzt

Der Arbeitgeber ist zwar verpflichtet, die Lohnsteuerpauschale zu zahlen, allerdings kann er diese Pflicht auch durch eine arbeitsrechtliche Vereinbarung auf den Arbeitnehmer übertragen. Dieser zahlt diese, indem die Steuerpauschale vom ausgezahlten Betrag des Nettogehalts einbehalten wird.

Die Lohnsteuer sollte hierbei eher vom Nettolohn als vom Bruttolohn abgezogen werden. Das Sinken des Bruttolohns wirkt sich negativ aus, falls der Arbeitnehmer auf Arbeitslosgengeld oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall angewiesen ist. Dann reduzieren sich nämlich auch diese Zahlungen.

Fahrtkostenzuschuss als Alternative zur Gehaltserhöhung

Ein Fahrtkostenzuschuss kann für Arbeitnehmer eine attraktive Alternative zu einer Gehaltserhöhung sein. Denn von letzterer entfallen immerhin bis zu 60% auf Steuer- und Sozialabgaben. Die Fahrtkostenpauschale hingegen kann innerhalb bestimmter Grenzen steuerfrei bleiben und sorgt mit „brutto für netto“ möglicherweise für ein dickeres Plus auf dem Konto.

Fahrtkostenzuschuss für ehemalige Arbeitslose

Wer aus der Arbeitslosigkeit heraus wieder in den Beruf einsteigt und über einen gültigen Führerschein verfügt, kann einen Zuschuss für Fahrtkosten mit dem eigenen Auto beim Jobcenter beantragen.

Als Minijobber mehr verdienen

Auch Minijobber können vom Fahrtkostenzuschuss profitieren: Sie haben dieselben Recht wie Arbeitnehmer. Da auf die Fahrtkosten, die der Arbeitgeber auszahlt, weder Steuern noch Sozialversicherungsabgaben zu leisten sind, kann ein Minijobber dank dieser Regelung mehr als 450 Euro verdienen.

Bildquelle: © Gina Sanders – Fotolia.com

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