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Falscher Steuerbescheid: Wann lohnt sich der Einspruch beim Finanzamt?

Einsprüche zum Steuerbescheid des Finanzamtes sind keinesfalls eine Seltenheit, denn auch die Beamten im regionalen Finanzamt sind natürlich nicht fehlerfrei. Daher genießt der Steuerzahler dem Gesetz nach ein Recht auf Einspruch, welches er nach Erteilung des Steuerbescheids geltend machen kann. Eine Statistik belegt sogar, dass das durchaus sinnvoll ist, sofern der Einspruch gerechtfertigt ist. Im Regelfall werden rund zwei Drittel aller Einsprüche zu Gunsten des Steuerzahlers entschieden – und können sich damit finanziell richtig lohnen.

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Gründe für einen Einspruch sind durchaus vielfältig

Einer der häufigsten Gründe sind sogenannte „Schusselfehler“, die durch eine Unaufmerksamkeit des Sachbearbeiters zustande kamen und aktiv von der eingereichten Steuererklärung abweichen. In den meisten Fällen sind das Zahlendreher, Kosten die übersehen wurden oder Belege, die in der eingereichten Steuererklärung untergingen. Auch bei der elektronischen Übermittlung der Steuererklärung über ELSTER kann es unter Umständen, wenn auch sehr selten, zu Fehlern kommen.

Diese können ebenfalls beanstandet werden, indem ein offizieller Einspruch eingereicht wird. Der Vorteil dieser Fehler liegt in der Klärung: untergegangene Kosten und Zahlendreher lassen sich schnell finden und ohne großen Diskussionsbedarf ausbessern. Das schafft schnelle Klärung und endet im Regelfall auch zu Gunsten des Steuerpflichtigen.

Unterschiedliche Rechtsauslegung als Grund

Anders verhält es sich, wenn die Gründe in einer unterschiedlichen Rechtsauffassung des Steuerrechts zu suchen sind. Die Sachlage ist dann nicht so klar wie bei einem einfachen Zahlendreher und führt zwangsweise zu einer Kollision zwischen den Interessen des Steuerpflichtigen und des Finanzamtes.

Dieser Fall trifft meistens zu, wenn der Steuerpflichtige Kosten und Abzüge geltend macht, die das Finanzamt jedoch nicht anerkennt. Besonders Werbungskosten und außergewöhnliche Belastungen sind hiervon stark betroffen, aber auch bei Freiberuflern, wenn es darum geht, welche Kosten zu welchem Anteil tatsächlich aus dem privaten und welche aus dem gewerblichen Umfeld stammen.

Professionelle Beratung ist meist empfehlenswert

Wird die Steuererklärung eigenständig durchgeführt, kommt es durchschnittlich zu mehr „falschen Auslegungen“ als wenn die Erklärung durch einen Experten angefertigt wird. Üblicherweise zieht der Steuerpflichtige, der seine Erklärung selber anfertigt, den Kürzeren, es sei denn er kann Gerichtsurteile identischer Fälle vorweisen – das ist aber meist aufwändig in der Recherche, zudem sich derartige Situationen nur selten identisch zur eigenen Lage gestalten.

Im absoluten Ernstfall kommt es zu einem Verfahren vor dem Bundesfinanzhof oder einem unterstellten Gericht. Gerade bei kleineren Beträgen ist das für Steuerpflichtige aber nicht lohnenswert.

So wird dem Bescheid widersprochen

Der Widerspruch muss innerhalb eines Monats ab Erhalt des Bescheids erfolgen. Formale Angaben sind zu erfüllen, darunter das Darlegen aller notwendiger Daten. Immer sollte der Einspruch schriftlich erfolgen. Wurde die 4-wöchige Frist verpasst, ist ein Einspruch nur noch unter besonderen Umständen möglich.

Bildquelle: © MK-Photo – Fotolia.com

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