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Das Abitur nachholen ist für viele Menschen ein Traum. Aber nicht in jeder beruflichen und finanziellen Situation ist das nachgeholte Abitur möglich. Vielleicht befindet man sich mitten im Berufsleben und möchte mögliche Aufstiegschancen nicht durch einen Ausstieg wegen des Abiturs riskieren? Eine interessante und gute Alternative zum Abitur an der Abendschule ist das Fernabitur.

Wenn Sie das Fernabitur machen möchten, finden Sie in diesem Artikel die 5 besten Anbieter aufgelistet. Gleichzeitig bieten wir Ihnen Informationen zur Dauer, zu den Voraussetzungen und den Kosten für das Fernabitur.

Übersicht

  • Allgemeines zum Fernabitur
  • Fernabitur: Das sind die 5 besten Anbieter!
  • 1. ILS
  • 2. SGD
  • 3. AKAD
  • 4. HAF
  • 5. FEB
  • Fazit

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Allgemeines zum Fernabitur

Das Fernabitur – eigentlich ein Fernlehrgang Abitur – ist für viele Menschen die ideale Möglichkeit, auf dem zweiten Bildungsweg die Allgemeine Hochschulreife zu erhalten. Dabei ist das Fernabitur jenem am Gymnasium oder der Abendschule gleichwertig – alle Varianten werden mit der staatlichen Abiturprüfung beendet. Damit haben auch Fernabiturienten die Möglichkeit an einer Hochschule oder Fachhochschule ein Studium zu beginnen.

Der große Vorteil des Fernstudiums liegt in der Flexibilität: Sowohl Lernzeiten als auch Lernorte sind individuell wählbar, Präsenzunterricht ist nicht oder nur für wenigen Stunden vorgesehen.

Allerdings: Das Fernabitur erfordert wie alle anderen Lehrgänge im Fernstudium ein hohes Maß an Disziplin. Nur das Selbststudium kann einen erfolgreichen Abschluss garantieren. Es bleibt daher nicht aus, dass man sich regelmäßig mit dem Unterrichtsstoff befasst. Die Lehrmaterialien werden für gewöhnlich in regelmäßigen Abständen zu geschickt.

Fernabitur: Das sind die 5 besten Anbieter!

In Deutschland gibt es nicht sehr viele Anbieter, die den Lehrgang Abitur in ihrem Programm führen. Wir haben uns einmal die 5 besten Anbieter herausgesucht und stellen sie Ihnen hier mit samt ihrer Fernabiturlehrgänge vor. Die Reihenfolge ist wahllos.

1. ILS

Das Institut für Lernsysteme (ILS) gehört zu den ältesten und bekanntesten Anbietern für Fernkurse – auch für das Fernabitur. Der Beginn kann individuell festgelegt werden, Prüfungen finden allerdings nur zwei Mal im Jahr statt. Die ILS bevorzugt den Standort Hamburg für Prüfungen, möglich sind aber auch andere Städte. Präsenzunterricht findet ebenfalls in Hamburg statt. Geprüft wird in insgesamt 8 Fächern – 6 Pflicht- und 2 Wahlpflichtfächer.

In jedem Fall gilt es Deutsch, Mathematik, eine Gesellschaftswissenschaft, eine Naturwissenschaft und zwei Fremdsprachen zu wählen. Wahlweise können dann zwei Fächer aus dem Angebot der ILS (gemäß der Prüfungsordnungen für das Abitur) erlernt werden.

Das Fernabitur an der ILS dauert zwischen 30 und 42 Monate. Das hängt ganz vom Schulabschluss ab und wie lange dieser zurückliegt. Für diese Dauer wird ein wöchentlicher Lernaufwand von 15 Stunden angegeben. Wer länger benötigt, kann für 24 oder 18 Monate verlängern. Das ist wieder abhängig vom vorherigen Schulabschluss.

Die Gebühren für das Fernabitur an der ILS liegen zwischen 4.100 Euro und 5.700 Euro. Das Institut bietet allerdings unterschiedliche Rabatte und Finanzierungsmöglichkeiten. Darüber hinaus besteht nach dem Bundesausbildungesetz die Option, Bafög zu beantragen – allerdings nur für die letzten 12 Monate des Fernkurses. Das liegt daran, dass das Fernabitur nicht unter den gleichen Lernbedingungen erfolgt wie an Abendschulen – also als Vollzeitausbildung.

2. SGD

Das Fernabitur können Sie auch bei der SGD – der Studiengemeinschaft Darmstadt – absolvieren. Der Abschluss ist frühestens nach 32 Monaten zu erhalten, bei einem Real-, Berufsschul- oder Fachschulabschluss. Wer nur einen Hauptschulabschluss bzw. die Versetzung in die 10. Klasse vorweisen kann, muss mit einer Dauer von 42 Monaten rechnen. Vorausgesetzt man hält die 16 Stunden pro Woche, die als Lernaufwand angegeben sind. Kann man die Zeiten nicht einhalten, ist eine Verlängerung von 18 oder 24 Monaten möglich – je nach vorherigem Schulabschluss.

Neben den regulären Pflichtfächern bietet die SGD im Bereich der Wahlpflichtfächer eine interessante Auswahl, z.B. Italienisch, Russisch oder Altgriechisch. Allerdings müssen in diesen Fächer die Lernmaterialien eigenständig beschafft werden. Insgesamt bietet die SGD das größte Angebot an Fächern für das Fernabitur. Präsenzunterricht, Seminare und Prüfungen finden in Darmstadt statt. Andere Prüfungsorte sind nach Absprache aber möglich.

Das Fernabitur an der SGD umfasst Kosten zwischen 4.600 und 5.900 Euro, je nach vorherigem Schulabschluss, die Dauer des Lehrgangs bestimmt. Nachlass bietet auch die SGD – unter anderem für Auszubildende, Arbeitslose und Bundeswehrangehörige sowie ehemalige SGD-Teilnehmer.

3. AKAD

Die AKAD-Bildungsgesellschaft vergibt als private Hochschule staatlich anerkannte Abschlüsse – unter anderem das Abitur. Seit 2013 ist das Fernabitur an der AKAD möglich. Wie die Bildungseinrichtung informiert ist der staatlich zugelassene Lehrgang innerhalb von drei Jahren zu absolvieren.

Wie üblich ist der Beginn des Abiturlehrgangs frei wählbar. Als Voraussetzung gelten ein Realschulabschluss oder ein mit der Mittleren Reife vergleichbarer Schulabschluss. Die Kosten belaufen sich auf 146 Euro pro Monat, was einem Gesamtbetrag von 5.256 Euro entspricht und damit im regulären Bereich der Gebühren für das Fernabitur liegt. Wer die Regellernzeit von 30 Monaten nicht einhalten kann, kann kostenfrei für 18 Monate verlängern.

4. HAF

Ein weiterer Anbieter für das Fernabitur ist die Hamburger Akademie für Fernstudien – kurz HAF. Die Akademie gehört zu den größten Bildungsanbietern im Fernunterricht und umfasst als Teil der Stuttgarter Klett Gruppe (zu der auch die ILS gehört) 37 Standorte in 14 Ländern.

In Deutschland prüft man allerdings nur in Hamburg. Nach 30 bis 42 Monaten Vorbereitungskurs – nach der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) zugelassen – kann man die Abiturprüfung absolvieren.

Die HAF bietet die üblichen Abiturfächer wie Deutsch, Mathematik, Geschichte, Englisch und Physik. Darüber hinaus kann man Chemie, Biologie, Latein, Französisch, Russisch, Geographie, Religion und Sozialkunde wählen. Wie üblich gibt es 6 Pflicht- und 2 Wahlpflichtfächer, wie es die allgemeine Prüfungsordnung für das Abitur vorsieht.

Für das Fernabitur bei der HAF zahlt man zwischen 4.100 und 5.700 Euro. Die Gebühren sind jenen anderer Fernschulen demnach ähnlich.

5. FEB

Die Fernakademie für Erwachsenenbildung – auch Fernakademie Klett genannt – gehört zur Stuttgarter Bildungsgruppe Klett, zu der auch die HAF zählt. Die FEB bietet drei unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten, die vom vorherigen Schulabschluss abhängen und über die Kosten für das Fernabitur bestimmen. Wer mit einem Hauptschulabschluss das Abitur nachmachen möchte, benötigt bei der FED 42 Monate und kann kostenlos um 24 Monate verlängern.

Mit mittlerem Bildungsabschluss dauert das Fernabitur 36 Monate. Eine kostenfreie Verlängerung ist für 18 Monate möglich. Liegt der mittlere Bildungsabschluss weniger als 5 Jahre zurück, kann man die Abiturprüfung schon nach 30 Monaten machen. Kostenfrei ist der Lehrgang jedoch maximal auf zusätzliche 18 Monate ausgelegt.

Grundsätzlich ist die wöchentliche Lernzeit auf 15 Stunden angelegt. Insgesamt stehen 14 Fächer zur Auswahl für die Abiturprüfung. Die Kosten belaufen sich auch hier auf 4.100 Euro bis 5.700 Euro.

Fazit: Angebote ähneln sich stark

Die Angebote im Bereich Fernabitur sind sich sehr ähnlich – nicht nur im Umfang der Fächer, sondern auch in Dauer und Kosten. Unterschiede kann man höchstens in den Extras ausmachen. So bieten die SGD, HAF und FEB die Möglichkeit, zusätzlich im virtuellen Campus zu lernen. Die ILS lockt hingegen mit zusätzlichen Rabatten für Mitglieder im ADAC und Bertelsmann-Club.

Wer sich bei der Entscheidung schwer tut, kann u.a. nach der Fächerauswahl, dem Umfang der Arbeitsmaterialien oder Präsenzstunden gehen. Letzteres kann für viele Teilnehmer hilfreich sein, allerdings auch mühsam, wenn man nicht gerade um die Ecke wohnt.

Bildquelle: © Sonja Calovini – Fotolia.com

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