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Der Beruf des Fernfahrers ist mit vielen Klischees und Missverständnissen beladen. Während die einen den Traum vom Trucker vor Augen haben, der mit seiner eigenen Zugmaschine auf dem Highway in den Sonnenuntergang fährt, haben andere dabei gestresste Lieferanten im Kopf, die sich durch verstopfte Innenstädte quälen. Wenn Sie Fernfahrer werden wollen, brauchen Sie dafür eigentlich nur den passenden Führerschein. Im Detail kommt es aber darauf an, wo und als was genau Sie angestellt werden oder sich selbstständig machen.

Übersicht

  • Überblick
  • Der Beruf
  • Voraussetzungen
  • Besondere Anforderungen
  • ADR-Schein
  • Duale Ausbildung
  • Fahrerkarte und Fahrtenschreiber
  • Pflichten
  • Arbeitszeit und Lohn
  • Beruf mit Zukunft?
  • Der Traum vom Trucker

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Fernfahrer im Überblick

Ein Fernfahrer ist im Allgemeinen jemand, der mit einem Lkw Güter transportiert, üblicherweise über weitere Strecken. Die Bezeichnung kommt daher, dass man früher (bis 1998) tatsächlich noch zwischen Nah- und Fernverkehr unterschieden hat. Heutzutage herrscht eine weitgehende Flexibilisierung und die Grenzen zwischen Fernfahrer, Fahrer, Spediteur, Lieferant und Bote lassen sich nicht mehr so klar ziehen.

Offiziell spricht man bei Fernfahrern, Truckern, Drivern, Chauffeuren und ähnlichen Bezeichnungen von Berufskraftfahrern.

Der Beruf des Kraftfahrers

Bevor Sie Fernfahrer werden, sollten Sie sich überlegen, was genau Ihre Ziele sind. Wenn Sie gern hinterm Steuer sitzen, gibt es noch eine ganze Reihe anderer Berufe, die unter die Bezeichnung Berufskraftfahrer fallen: Taxifahrer, Busfahrer, Baumaschinenfahrer, usw.

Auch den Bereich des Motorsports sollten Sie nicht aus den Augen verlieren. Daneben gibt es zahlreiche Tätigkeiten rund um Kraftfahrzeuge, bei denen Sie nur einen Teil der Zeiten im Steuer sitzen. Dazu gehören zum Beispiel Mechaniker oder Konstrukteure.

Voraussetzungen

In Deutschland gibt es klare Regelungen für die Qualifikationen, die man als Fernfahrer mitbringen muss. Diese werden im Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz und in den Vorschriften zur Umsetzung der Berufskraftfahrer-Qualifikation geregelt.

Wenn Sie Personen oder Gefahrgut transportieren, kann es sein, dass Sie dafür eine weitere Qualifikation benötigen. Für Gefahrgutstransporte als Fernfahrer ist das eine ADR-Bescheinigung.

Besondere Anforderungen an einen Fernfahrer

Die Aufgaben eines Fernfahrers sind vielseitig. Er muss sein Gefährt zentimetergenau rangieren können, darf auch nach Stunden auf gerader Strecke nicht unkonzentriert werden und muss sich flexibel auf die Wetterlage oder eine besondere Ladung einstellen. Darüber hinaus ist eine gute Kommunikationsfähigkeit wichtig, um die Wünsche von Kunden zu erfüllen. Im Gegensatz dazu muss ein Fernfahrer selbstständig arbeiten können und viel Zeit unterwegs verbringen.

Der ADR-Schein für Gefahrguttransporte

Wenn Sie Fernfahrer werden wollen, kann es sein, dass Sie Gefahrengüter transportieren müssen. Diese werden in neun verschiedene Klassen eingeordnet, für die es teilweise je eine eigene Schulung gibt, die Sie bei Ihrer IHK belegen können. Dafür müssen Sie zunächst einen Basiskurs ablegen, der drei Tage lang dauert und fünf Jahre lang Gültigkeit besitzt.

Mit der ADR-Schulungsbescheinigung dürfen Sie Güter der Klassen 2-6 (Gase, brennbare Flüssigkeiten, gefährliche Feststoffe, oxidierend wirkende Stoffe, giftige Stoffe) sowie Güter der Klassen 8 und 9 (ätzende Stoffe und sonstige) transportieren. Eine weitere Qualifikation brauchen Sie für radioaktive Stoffe und explosive Stoffe.

Duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer

Wenn Sie Fernfahrer werden wollen, können Sie dafür eine dreijährige Ausbildung machen. Alternativ gibt es eine eigene Ausbildung für Busfahrer im Linienverkehr, die sogenannte Fachkraft im Fahrbetrieb. Der Vorteil der letztgenannten Ausbildung ist, dass sie auch kaufmännische Inhalte hat.

Deshalb wird sie immer beliebter. Zulassungsvoraussetzungen für diese Ausbildung sind meist ein Hauptschulabschluss und ein Mindestalter von 16 Jahren. Da die benötigte Fahrerlaubnis erst mit 17 beziehungsweise mit 18 Jahren erworben werden kann, ist es aber meist sinnvoll bis zu diesem Zeitpunkt zu warten. Die Prüfung für einen Omnibus- Führerschein ist sogar erst mit 21 Jahren möglich. Darüber hinaus muss die körperliche Eignung festgestellt werden.

Bei der Fahrt immer mit dabei: Fahrerkarte und Fahrtenschreiber

Das deutsche Gesetz schreibt zahlreiche Kontrollmechanismen für die Arbeit vor. Diese beziehen sich insbesondere auf den Arbeitsschutz und die Arbeitszeit. Um die Einhaltung dieser Vorgaben kontrollieren zu können, gibt es für Fernfahrer den Fahrtenschreiber, der alle wichtigen Informationen zu Lenkzeiten, Kilometerzahl und Geschwindigkeit festhält. Darüber hinaus die so genannte Fahrerkarte, in der auf elektronischem Weg Fahr- und Arbeitsdaten festgehalten werden.

Pflichten als Kapitän der Landstraße

Ein Fernfahrer verbringt seine Arbeitszeit in den seltensten Fällen nur damit, hinter dem Lenkrad zu sitzen. Je nach Unternehmen und Art der Ladung ist er auch in die Planung, das Beladen und die Wartung seines Fahrzeugs mit eingebunden. Er muss dafür sorgen, dass sein Fahrzeug bei einer Kontrolle durch Zoll, Polizei oder andere Einrichtungen alles vorschriftsmäßig ist.

Dabei können manchmal schon wenige Zentimeter bei der Länge oder Höhe entscheidend sein. Deswegen ist hier äußerste Sorgfalt gefragt. Darüber hinaus hat ein Fernfahrer den anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber eine große Verantwortung im Straßenverkehr. Außerdem sollte ein Fernfahrer souverän seinen Weg finden und das trotz Stau, Umleitungen und irreführenden Informationen des Navigations-Systems.

Arbeitszeit und Lohn

Wer Fernfahrer werden möchte, muss sich darauf einstellen, dass der Stundenlohn vergleichsweise schlecht ist, weil Wartezeiten, das Be- und Entladen oder Ruhezeiten auf der Strecke nicht in die Arbeitszeit mit einfließen.

Damit wird die vorgeschriebene durchschnittliche Arbeitszeit von 48 Wochenstunden oftmals überschritten, ohne dass es dafür einen Lohnausgleich gibt. Der Stundenlohn übersteigt in den seltensten Fällen 13 Euro.

Fernfahrer: ein Beruf mit Zukunft?

Durch verschiedene Initiativen wird versucht mehr Warentransporte von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Die Entwicklung zeigt aber, dass das nur bedingt möglich ist. Man wird also immer Menschen brauchen, die Waren mit einem Lkw von Ort zu Ort transportieren.

Auch die autonomen Fahrsysteme sind längst noch nicht so weit ausgereift, dass man auf menschliche Fahrer verzichten könnte. Durch moderne Technik wird aber auch der Beruf des Fernfahrers erleichtert. Er genießt dadurch mehr Komfort, eine erhöhte Sicherheit und kann effizienter arbeiten.

Der Traum vom Trucker

In der Realität bleibt vom Idealbild des freien Truckerfahrers in einem chromglänzenden Gefährt wenig übrig. Auch in den USA oder Australien, wo dieser Mythos seinen Ursprung hat, gibt es nur wenige, die ihre Vorstellung von Freiheit und Abenteuer mit einem angemessenen Lohn verbinden können.

Bildquelle: © thomaslerchphoto – Fotolia.com

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