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Das Fiebermessen an sich ist zwar keine große Kunst, sollte allerdings unbedingt richtig gemacht werden. Gerade bei Kindern ist es wichtig, dass das Fieber auch wirklich gut gemessen wird. Hier zeigen wir Ihnen, welche Möglichkeiten es zum Fieber messen gibt, wie die einzelnen Varianten durchgeführt werden und was es zu beachten gibt.

Außerdem verraten wir Ihnen, welche Variante die beste und zuverlässigste für Ihr Kind ist. Das Redaktionsteam von heimarbeit.de wünscht Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Das erwartet Sie in diesem Artikel:

  • Was genau ist eigentlich Fieber?
  • Fieber besonders häufig bei Kindern und Kleinkindern
  • So messen Sie das Fieber richtig
  • Die wichtigsten Messmethoden
  • Welches Fieberthermometer eignet sich bei Kindern am besten?

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Was genau ist eigentlich Fieber?

Als Fieber bezeichnet man die Erhöhung der Körpertemperatur, sofern diese über die natürlicherweise eingestellte „Soll“-Temperatur des Körpers hinausgeht. Tatsächlich braucht der Körper des Menschen eine bestimmte Eigentemperatur, um gut und richtig zu funktionieren.

Interessanterweise ist es nur wenige Grade, die den feinen aber überlebenswichtigen Unterschied machen. Es ist also nicht so wie beim Kochen, wo häufig auch fünfzig Grad mehr keinen wirklichen Unterschied machen. Das Essen schmeckt trotzdem

Wird die Temperatur des Körpers nun höher, als sie eigentlich regulär wäre, spricht man von Fieber.

Fieber ist keine Krankheit

Leider denken viele fälschlicherweise, dass das Fieber eine richtige Krankheit wäre. Tatsächlich ist das Fieber aber nur ein Symptom, dass bei einer Reihe unterschiedlicher Krankheitsbilder auftritt.

Das Fieber ist eine Reaktion des körpereigenen Immunsystems und somit eigentlich ein gutes Zeichen: Der Körper hat einen schädlichen Eindringling bemerkt und versucht nun, diesen zu bekämpfen. Das Fieber ist somit ein wichtiger Prozess auf dem Weg zur Genesung.

Achtung: Viele machen aus Unwissenheit auch den Fehler und nehmen fiebersenkende Medikamente. Auf diese Weise bekämpft man allerdings das eigene Immunsystem und verhindert eine eigenständige Genesung. Ein solcher Eingriff ist enorm schädlich und gerade bei kleinen Kindern unbedingt zu vermeiden. Es sei denn, es ist genau mit dem Arzt abgesprochen.

Fieber besonders häufig bei Kindern und Kleinkindern

Gerade im jüngeren Alter ist das Fieber ein besonders häufig auftretenden Symptom bei verschiedenen Erkrankungen. Aus diesen Grund muss bei Kindern verhältnismäßig häufiger eine Messung des Fiebers erfolgen.

Dabei ist natürlich wichtig, dass das Fieber wirklich genau gemessen wird. Normalerweise ist ein Fieber nämlich nicht gefährlich. Allerdings kann es unter Umständen auch brenzlich werden, weshalb eine Messung regelmäßig und präzise erfolgen sollte.

So messen Sie das Fieber richtig

Als normal und gesund gilt eine Körpertemperatur zwischen 36,3 und 37,5 Grad Celsius. Hier ist allerdings zu beachten, dass die Messwerte für gewöhnlich morgens etwas niedriger sind, als abends.

Dann sollten Sie beim Messen des Fiebers auch beachten, dass eine leichte Aktivität schon dazu führen kann, dass sich die Körpertemperatur verändert und etwas angehoben wird. Im Falle von Kindern kann also wildes Toben, lautes Schreien oder ähnliches dazu führen, dass ein Messergebnis leicht verfälscht wird. Auch arme Kleidung kann dazu beitragen, dass sich der Organismus auf unnatürliche Art zusätzlich aufheizt und damit unbrauchbare Messwerte der Körpertemperatur liefert.

Wichtige Tipps zum Messen

Damit Sie die soeben genannten Fehler vermeiden, sollten Sie dafür sorgen, dass:

  • nicht zu warme Kleidung getragen wird, die den Körper zu sehr aufheizt
  • 15 Minuten vor dem Messen keine stärkere Aktivität stattfindet, sondern lieber geruht werden sollte

Messwerte zwischen 37,5 Grad Celsius und 38 Grad Celsius liegen zwar über der normalen Körpertemperatur, werden allerdings als „erhöhte Körpertemperatur“ gewertet. Von einem Fieber spricht man erst bei Temperaturen von über 38 Grad Celsius. Ein hohes Fieber liegt ab einer Körpertemperatur von 39,1 Grad Celsius.

Die wichtigsten Messmethoden

Grundsätzlich sollen Sie bitte unbedingt die Geräteanleitung Ihres Fieberthermometers durchlesen. Hierin befinden sich nämlich die genauen Gerätevorlauf- und Messzeiten, damit ein korrektes Messen überhaupt möglich wird.

Wenn Sie das Fieber Ihres Kindes messen, sollte dieses 15 Minuten vor der Messung ruhig sitzen oder aber liegen. Außerdem sollten Sie bei einem Fieber von über 39 Grad Celsius unbedingt alle zwei bis drei Stunden eine erneute Messung des Fiebers vornehmen. Ansonsten reicht es auch aus, das Fieber dreimal am Tag zu messen.

Tipp: Notieren Sie beim Messen der Körpertemperatur das Ergebnis sowie Uhrzeit und Datum der Messung. So behalten Sie immer den Überblick über die verschiedenen Messungen und können den Krankheitsverlauf genau beobachten.

Nun möchten wir Ihnen noch die wichtigsten Messmethoden vorstellen. Bitte erschrecken Sie nicht! Viele der Methoden haben nämlich nicht nur Nachteile, sondern vor allem auch einige Vorteile!

Rektale Messung: Messung im After

Eine solche Messung ist zwar etwas unangenehm, dafür aber am zuverlässigsten! Kaum eine Messmethode kann das Fieber so genau und unverfälscht bestimmen, wie die rektale Messung. Diese Messung eignet sich bereits ab dem Säuglingsalter.

Wichtig: Fetten Sie die Thermometerspitze vor dem Messen unbedingt etwas ein.

So geht’s: In den ersten beiden Lebensjahren wird zudem empfohlen, in der Rückenlage zu messen. Dabei sollten Sie eine Hand verwenden, um die Beine des Kindes an den Knöcheln nach oben zu halten. Alternativ können Sie das Kind auch auf die Seite legen und mit dem Rücken eng an Ihren Bauch schmiegen. Nun greifen Sie beide Fußgelenke mit einer Hand so, dass Ihr Mittelfinger zwischen den Knöcheln liegt.

Die Beine des Kindes sollten Sie dann etwas beugen, damit Sie die Spitze des Thermometers etwa einen Zentimeter in den Popo einführen können.

Halten Sie das Thermometer während der Messung unbedingt fest, damit sich das Kind bei plötzlicher Bewegung nicht verletzt.

Tipp: Um eine Verletzung ausschließen zu können, sollten Sie ein Thermometer mit einer flexiblen Spitze verwenden. In der Regel beträgt die Zeit der Messung etwa 40 Sekunden. Sollte das Thermometer am Ende der Messung keinen automatischen Ton von sich geben, messen Sie am besten drei Minuten lang. So sind Sie immer sicher.

Fieber messen über das Ohr

Bei dieser Messmethode misst man die Temperatur des Trommelfells. Normalerweise liegt sie etwa 0,5 Grad Celsius unter der Rektaltemperatur. Leider ist diese Methode also nicht ganz so genau wie die Rektalvariante, dafür aber um einiges beliebter bei Kindern.

Wichtig: Ganz besonders bei dieser Messvariante sollten Sie bitte unbedingt die Hinweise des Herstellers zur Handhabung durchlesen, damit Sie die Technik der Messung im Ohr auch wirklich fehlerfrei durchführen können.

So geht’s: der Gehörgang muss durch ein leichtes Ziehen an der Ohrmuschel nach hinten oben gesteckt werden. Ein solcher Handgriff sollte gerne schon in Eigenpraxis geübt werden, der er vor allem bei etwas unruhigeren Kindern äußerst schwierig ist.

Achtung: Bei Kindern unter zwei bis drei Jahren gelingt die Platzierung der Messsonde in der Regel nicht zuverlässig, weshalb Sie bei jüngeren Kindern lieber auf die Rektalmethode zurückgreifen sollten.

Fieber messen an Stirn und Schläfe

Hier wird die Temperatur über die Schläfenvene gemessen. Eine Messgenauigkeit ist dabei marginal geringer als bei einer rektalen Messung. Dafür ist aber die Handhabung ziemlich einfach und auch angenehm. So kann man bei seinem Kind beispielsweise auch im Schlaf den Fieber messen.

Achtung: Gerade bei besonders hohen Körpertemperaturen ist diese Methode sehr ungenau, weil der Kopf nicht so warm wird wie der Rest des Körpers. Sie sollten dann also lieber auf eine andere Variante umsteigen.

So geht’s: Je nach gerät muss der Sensor an der Schläfe angesetzt werden oder aber auf der Haut über der Stirn. Eine solche Messung eignet sich im Übrigen schon bei Kindern ab dem Säuglingsalter.

Orale Messung: Messen im Mund

Eine solche Messung ist erst für Kinder ab dem vierten Lebensjahr geeignet, da der Mund während der gesamten Messung geschlossen bleiben muss. Nur so kann die Temperatur nämlich richtig und konstant gemessen werden, ohne das in den Mund eindringende Luft die Messung verfälschen könnte. Außerdem darf das Kind während der Messung auch nicht auf das Thermometer beißen.

Ein besonders positiver Aspekt dieser Messung ist, dass der

Wichtig: Ist eine Nasenatmung durch einen Schnupfen stark beeinträchtigt, sollte man auf die Anwendung dieser Methode verzichten, da das Kind sonst nur schlecht Luft bekommt. Ebenfalls wichtig ist, dass 30 Minuten vor der oralen Messung weder heiße noch kalte Speisen oder Getränke gegessen beziehungsweise getrunken werden.

So geht’s: Das Thermometer wird für etwa drei Minuten unter die Zunge gesteckt. Die Spitze des Thermometers sollte für diese Zeit unbedingt unter der Zunge bleiben.

Axilläre Messung: Messen unter dem Arm

Die Messung unter dem Arm ist zwar besonders weit verbreitet, dafür aber leider ziemlich ungenau. Außerdem sollte diese Variante erst ab einem Alter von sechs Jahren Einsatz finden.

Wichtig: Selbst bei einer korrekten Thermometer-Lage in der Achselhöhle können Ungenauigkeiten von bis zu zwei Grad Celsius auftreten, dass das Ergebnis natürlich erheblich beeinträchtigt!

So geht’s: Bevor Sie eine Messung durchführen, sollten Sie die Achselhöhle auswischen, damit das Thermometer einen besseren Kontakt zur Haut hat. Nun sollten Sie außerdem darauf achten, dass kein Kleidungsstück zwischen Haut und Thermometer gerät.

Tipp: Während der Messung sollte man sich für sieben bis neun Minuten lang ruhig auf den Rücken legen, damit sich die Körpertemperatur auf die Achselhöhlen überträgt.

Welches Fieberthermometer eignet sich bei Kindern am besten?

An genauesten ist die leider eher unbeliebte Popo-Variante. Die Messung im After (rektale Messung) erfolgt am besten mit einem digitalen Thermometer, das am Ende der Messung akustisch durch einen Piepton den richtigen Zeitpunkt zum rausziehen angibt. Auf diese Weise vermeidet man das zu frühzeitige Rausziehen des Thermometers oder ein unnötig langes Messen.

Ein Ohrthermometer sowie ein Stirnthermometer messen zwar deutlich schneller und angenehmer, sind dafür aber längst nicht so zuverlässig. Laut einer Studie wird ein Fieber über 38 Grad Celsius beim Messen nur bei jedem zweiten Kind richtig erkannt. Bei Fieber über 39 Grad Celsius irrten die Thermometer in sechs bis 25 Prozent der Fälle.

Bildquelle: © ladysuzi – Fotolia.com

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