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Die Integration von Flüchtlinge braucht Zeit, insbesondere jene in den deutschen Arbeitsmarkt. Bis Migranten in der Wirtschaft ankommen, dauert es mitunter sehr lange.

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Migranten kommen verspätet in Wirtschaft an

Wenn Flüchtlinge anerkannt werden, wird das Jobcenter zuständig – und bleibt es oft auch für längere Zeit. Denn viele der Migranten kommen erst nach einigen Jahren im Arbeitsmarkt an. Und das trotz Sprach- und Integrationskursen. Das zeigte ein Treffen verschiedener Organisationen, Arbeitgeber und Helfer vergangene Woche in Döbeln, Sachsen. Und die Probleme sind vielseitig.

Sprachprobleme oft groß

Die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) berichtete unter anderem über die mangelnde Qualität der Sprachkurse für Flüchtlinge. „Manche Arbeitgeber stellen fest, dass die Kommunikation mit den Migranten nicht funktioniert.“

Es müsse daher dringend an der Qualität der Sprachkurse gearbeitet werden, für die der Freistaat Sachsen elf Millionen Euro ausgibt. „Ein B1-Abschluss muss auch B1 sein“, so Köpping. Und diesen Sprachkursabschluss benötigen Flüchtlinge mindestens, um arbeiten gehen zu dürfen oder eine Ausbildung zu beginnen.

Die Hintergründe kennt die Eckert Schule in Döbeln: Von 70 Teilnehmern an Sprachkursen sind 14 Leute Analphabeten. Sie können entweder weder Schreiben noch Lesen oder haben die lateinische Schrift nicht gelernt.

Zugangsbestimmungen und Mindestlohn bremsen Arbeitgeber?

Selbst wenn es mit der Sprache klappt, ist die Integration von Migranten im Arbeitsmarkt schwierig. Einen anerkannten Flüchtling einfach auf Probe im Betrieb anstellen? „Wenn es keine Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit ist, müsste selbst einem Praktikanten Mindestlohn gezahlt werden“, erklärte Martin Gräser von der Ausländerbehörde.

Dass nicht nur das Arbeitgeber abschrecken könnte, sondern auch die Tatsache, dass Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge je nach Status nur unter bestimmten Bedingungen Arbeit aufnehmen dürfen, macht die Beschäftigung noch schwieriger.

Probleme mit Arbeitsintegration vielerorts ähnlich

Ähnliche Probleme haben auch anderes Bundesländer wie Hessen. Der Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, Frank Martin, sagte gegenüber der „Frankfurter Neue Presse“, für die Hälfte der rund 122.000 Flüchtlinge im Land würde man vermutlich bis zu fünf Jahre benötigen, um sie im Arbeitsmarkt unterzubringen. „Schnelle Lösungen sind wünschenswert, aber nur in Einzelfällen zu realisieren.“ Flüchtlinge, die zunächst eine Schule besuchen müssten, würden sogar noch mehr Zeit benötigen.

Ein Problem in Hessen sei, dass viele Flüchtlinge lieber direkt eine Helfertätigkeit übernehmen möchte und weniger eine Ausbildung beginnen, obwohl sie später besser vor Arbeitslosigkeit geschützt wären. Weiterhin sind nur etwa acht Prozent der Flüchtlinge vorgebildet – durch eine akademische oder berufliche Ausbildung. Und bei diesen Migranten wird die Zahl der Praktikumsplätze knapp.

Flüchtlinge in Hartz IV

Aber auch die Jobcenter in vielen Regionen stehen vor großen Herausforderungen aufgrund der wachsenden Zahl von Migranten und Flüchtlingen. Ein Großteil der Flüchtlinge bezieht Hartz IV, unter anderem weil die beruflichen Qualifikationen zu gering sind. Andere sind nur geringfügig beschäftigt und verdienen nicht genug, um den Lebensunterhalt selber zu finanzieren.

Erst vor wenigen Tagen berichtete die „BILD“ von neuen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Demnach würden fast 700.000 Menschen aus nichteuropäischen Asylländern Hartz IV beziehen. Das sollen rund 132 Prozent mehr sein als im Jahr 2015. Das Bundesamt für Statistik bestätigte mit einer aktuellen Studie: „Die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts wird zunehmend von Migration bestimmt.“

Bildquelle: © Frank Gärtner – Fotolia.com

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