Gefährliche Hirnschäden So viele Babys erleiden Schütteltrauma
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Leider wissen viele Eltern nicht, wie gefährlich es ist, ein Babys zu schütteln. Doch nicht nur Eltern begehen oft genug diesen fatalen Fehler, sondern ebenso andere Verwandte: Dabei besteht akute Gefahr, dass das Babys bleibende Schäden am Hirn davonträgt.

Schätzungen zufolge sollen durch das Schütteln rund 200 Babys pro Jahr in Deutschland ein Schütteltrauma und dadurch irreversible Hirnschäden erleiden.

Meist sind es die Väter oder männliche Erzieher, die in verschiedenen Momenten einfach die Geduld oder die Beherrschung verlieren und das Kleinkind gefährlich stark schütteln. Dies berichtete die Staatssekretärin Bärbl Mielich (Grüne):

„Jedem betroffenen Baby mit Schütteltrauma werden wesentliche Entwicklungschancen geraubt – dazu darf es nicht kommen.“

Nun möchten Land, Klinikum und die Techniker Krankenkasse gemeinsam zahllose Eltern aufklären und mit nützlichem Fachwissen unterstützen.

Darum ist Schütteln so gefährlich

Schon wenige Sekunden Schütteln können ausreichen, um ein Baby sogar lebensgefährlich zu verletzen. Die Nackenmuskulatur ist bei Babys noch viel zu schwach ausgeprägt, um den für den Körper verhältnismäßig riesigen Kopf unter Kontrolle zu halten und zu stabilisieren. Besonders junge Babys können ihren Kopf beispielsweise überhaupt nicht eigenständig aufrecht halten.

Und obwohl es eigentlich offensichtlich sein sollte, soll vielen Eltern dieser Umstand überhaupt nicht bekannt sein, erklärte der Direktor der Neuropädiatrie am Klinikum in Stuttgart, Markus Blankenberg.

Das sind mögliche Schäden

Babys, die ein Schütteltrauma erleiden, können dadurch irreversible Schäden davontragen, unter denen sie ihr Leben lang leiden werden. Hirnblutungen, Epilepsie oder sogar lebenslange schwere Behinderungen können die Folge sein.

Die tatsächliche Anzahl der Fälle liegt für Experten jedoch weiterhin im Dunkeln verborgen. Niemand kann sagen, wie viele solcher Störungen letztlich durch ein Schütteltrauma hervorgerufen wurden.

So sollen Eltern ein Schütteltrauma vermeiden

Wie schon erwähnt ist der Auslöser leider viel zu oft, dass bei einem Elternteil (meist der Vater) die Sicherung durchbrennt. Dies kann natürlich durch enormen Stress begünstigt werden. Zum Beispiel, wenn das Kind viel schreit.

Eltern fühlen sich nicht selten unzugänglich, machtlos und allein gelassen. Das Baby schreit und schreit – wenn der Grund für das Schreien dann unentdeckt bleibt, liegen die Nerven bei den Eltern dann schnell blank. Viel zu oft versuchen die Eltern das Baby dann verzweifelt zu schütteln – ohne dabei zu ahnen, was sie ihrem Kind eigentlich antun.

Jahr für Jahr erleiden etwa 200 Babys in Deutschland dadurch ein Schütteltrauma mit gravierenden, bleibenden Schäden – die Dunkelziffer liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weit darüber.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt zum einen in der Aufklärung: Viele Eltern wissen einfach nicht, dass das Schütteln des Kindes so gefährlich sein kann.

Mit etwas Aufklärung über das Thema können Eltern eine ganz andere Grenzschwelle entwicklen, ab der die Nerven derart blank liegen, dass solche „Schüttelmaßnahmen“ ergriffen werden. Im besten Fall verstehen die Eltern durch die Aufklärung sogar, dass sie ihr Kind überhaupt nicht schütteln sollten!

Zum anderen sollten sich Eltern über die verschiedenen Bedürfnisse ihres Kindes aufklären lassen. Wenn das Baby weint oder gar schreit und sich einfach nicht beruhigt, dann möchte es etwas Dringendes mitteilen. Natürlich ist es für Eltern enorm frustrierend, wenn sie alles Mögliche versuchen und das Baby noch immer weiter schreit.

Bestimmte Kurse können den Eltern dabei helfen, die verschiedenen Bedürfnisse ihres Kindes besser kennenzulernen. Laut Experten würde das gleich eine Vielzahl von Vorteilen haben.

Bildquelle: © Konstantin Yuganov – Fotolia.com

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