Der jüngst vorgestellte Konzept der Bundesregierung private Vorräte für den Notfall anzulegen löste viel Kritik aus. Dass es jedoch sinnvoll ist, immer genügend Trinkwasser und Lebensmittel im Haus zu haben, auch in Friedenszeiten, zeigt dieser Artikel. Das Redaktionsteam von Heimarbeit.de wünscht Ihnen viel Spaß beim Lesen.

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Neues Konzept erweckte viel Aufsehen

Was mache ich im Falle eines Stromausfalls und wie komme ich im Notfall an sauberes Trinkwasser und Essen? Das überarbeitete Konzept der Bundesregierung erweckte viel Aufsehen und löste Panik an einigen Stellen aus, doch viele Bürger in Deutschland begannen sich ernsthaft Gedanken zu machen.

Mit dem Ende des Kalten Kriegs schloss die Regierung ihren Atombunker und stellte Schutzmaßnahmen ein. Notvorräte in den Kellern wurden aufgelöst. Die Angst vor dem Krieg verblasste. Schon bald wurden stattdessen bald neue Gefahren sichtbar. Nach Terror (9/11) und Naturkatastrophen (Elbeflut) begann die Bundesregierung umzudenken. 2004 gründete sie ein Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe – ein Konzept wurde nicht erstellt. Das hat sie nun vorgelegt. Auch wenn das Konzept lediglich empfiehlt, für einige Tage einen Vorrat an Trinkwasser und Lebensmittel anzulegen (Heimarbeit.de berichtete am 23. August 2016) – viele möchten da auf Nummer sicher gehen und auch für eine längere Durststrecke ausgerüstet sein. So verzeichnen in den letzten Tagen Notfall-Ausrüster einen regelrechten Bestell-Boom. Aber auch der Versandriese Amazon und kleine Spezial-Anbieter freuen sich derzeit über einen verstärkten Absatz.

Menschen möchten sich auf den Ernstfall vorbereiten

Menschen, die sich auf Katastrophen vorbereitet haben, gab es schon vor der Bekanntgabe des neuen Entwurfes der Regierung. Sogenannte Prepper – abgeleitet vom englischen Wort „prepare“ für „vorbereiten“ – rüsten sich privat für Krisen und Katastrophen. Oft wird zu diesem Zweck ein Notfallkeller eingerichtet. Darin befinden sich Vorräte für oft mindestens zehn Tage haben: Trockennahrung, Wasser, Medikamente, Kerzen, Einmaltoiletten, Kurbelradio, Gaskocher.

Die Szene der Prepper wächst seit Jahren stetig. Immer mehr Menschen sehen eine höhere Wahrscheinlichkeit für Chemieunfälle, Unwetter, Terrorangriffe und andere denkbare Katastrophen in Deutschland. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt im Übrigen bereits seit Längerem, Vorräte anzulegen. Die letzte Änderung des Konzeptes für zivile Sicherheit und Verteidigung „erfolgte im Jahr 1995 und war von der sicherheitspolitischen Entspannung nach Beendigung des Kalten Krieges geprägt“, so die Bundesregierung. Die Überarbeitung war demnach zwingend notwendig.

Weltrisikobericht 2016

Wie groß nun die Gefahr tatsächlich in Deutschland für die genannten Katastrophen ist?

Der am letzten Donnerstag präsentierte Weltrisikobericht 2016 hat zumindest die Wahrscheinlichkeit von extremen Naturereignissen und ihr Risiko einer Katastrophe mit langfristigen Folgen untersucht. Deutschland weist darin nur ein geringes Katastrophenrisiko aus. Deutschland befindet sich in dem Index auf Platz 147 und ist damit besser gestellt als Länder wie Österreich (135), Slowenien (134), Slowakei (136), Australien (121), Brasilien (123), die USA (127) und Russland (128), aber auch Libyen (126), der Iran (111) und der Irak (117). Wie der Bericht zeigt, ist kein anderes europäisches Land so schlecht auf die Bewältigung der Folgen extremer Naturereignisse vorbereitet wie Albanien. Der Balkanstaat belegt im Weltrisikoindex den 40. Platz.

Erdbeben, Tsunami oder Wirbelsturm: Bei extremen Naturereignissen steigt das Risiko einer Katastrophe mit langfristigen Folgen vor allen Dingen in Gegenden mit einer unzureichenden Infrastruktur und Logistikproblemen. Ein Beweis dafür zeigt das jüngste Erdbeben in Italien. Für Experten ist sicher, dass der Zustand einer Gesellschaft darüber entscheidet, ob aus einem Naturereignis eine Katastrophe wird.

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