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Ab dem 01.01.2016 gibt es für Leistungsempfänger von Hartz IV Änderungen in Bezug auf die Krankenversicherung zu beachten, denn ab diesem Zeitpunkt fällt die Familienversicherung für Bezieher von Hartz IV innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung weg. Diese Regelung gilt auch für Jugendliche ab 15 Jahren. Alle Infos zu Hartz 4 erhalten Sie hier

Übersicht:

  • Eigenständige Versicherungspflicht für Leistungsempfänger
  • Welche Änderungen ergeben sich für Leistungsempfänger?
  • Wahlrecht für eigenständig gesetzlich Versicherte
  • Finanzielle Nachteile durch hohe Zusatzbeiträge
  • Privat Versicherte müssen Krankenkasse selbst abschließen

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Eigenständige Versicherungspflicht für Leistungsempfänger

Durch aktuelle Änderungen des GKV-Finanzstruktur- und Qualitätsentwicklungsgesetzes fällt die Familienversicherung für Empfänger von Hartz IV Leistungen ab dem 01.01.2016 vollständig weg.

Dies soll eine Entlastung der Bürokratie für Jobcenter und Krankenkassen mit sich bringen. Leistungsempfänger ab 15 Jahren müssen durch diese Änderungen ab dem Jahre 2016 selbstständig versichert werden. Nicht betroffen von den Änderungen sind Kinder im Alter von bis zu 14 Jahren. Sie können weiterhin über die Familienversicherung krankenversichert bleiben.

Welche Änderungen ergeben sich für Leistungsempfänger?

Durch den Wegfall der Familienversicherung für Bezieher von Hartz IV Leistungen ändert sich nicht der Bezug der Sozialleistung. Je nach Vorversicherung können sich für den Leistungsbezieher jedoch Änderungen bezüglich der Krankenversicherung ergeben, denn durch die eigenständige Versicherungspflicht kann bei einigen Leistungsempfängern ein Wechsel von der gesetzlichen zur privaten Krankenversicherung erforderlich werden.

Entscheidend für die Art der Krankenversicherung ist in dem Fall nämlich die Art der Vorversicherung. War der Versicherte vor Leistungsbezug in der privaten Krankenversicherung versichert, dann erfolgt mit Wegfall der Familienversicherung ein Wechsel zurück zur privaten Krankenversicherung.

Wer vor Leistungsbezug über die gesetzliche Krankenversicherung abgesichert war, wird auch mit Wegfall der Familienversicherung in diesem System verbleiben.

Wahlrecht für eigenständig gesetzlich Versicherte

Innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung besteht für Leistungsempfänger mit vorheriger Familienabsicherung ein neues Wahlrecht. Durch dieses können sie selbst wählen, in welcher gesetzlichen Krankenkasse sie abgesichert sein möchten.

Von diesem Wahlrecht müssen Leistungsempfänger eigenständig Gebrauch machen und dem Jobcenter die gewünschte Krankenversicherung mitteilen. Diese Mitteilung muss bis zum Ende des Jahres 2015 beim Jobcenter eingehen. Andernfalls wird das Jobcenter die Krankenkasse festlegen, über welche der Versicherte vor Leistungsbezug versichert war.

Finanzielle Nachteile durch hohe Zusatzbeiträge

Durch die Wahl der Krankenkassen können sich für den Bezieher von Hartz IV Leistungen finanzielle Nachteile ergeben, denn die meisten gesetzlichen Krankenkassen berechnen Versicherten derzeit einen Zusatzbeitrag.

Dieser wird vom Jobcenter zwar getragen, jedoch nur mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag, welcher mit derzeit 0,9 Prozent angesetzt wird. Fällt die Wahl auf eine Krankenkasse mit einem höheren Zusatzbeitrag, ist der Mehrbeitrag vom Versicherten zu tragen.

Privat Versicherte müssen Krankenversicherung selbst abschließen

Anders als gesetzliche Versicherte müssen sich privat Krankenversicherte selbst um den Versicherungsschutz kümmern. Dies bedeutet für Leistungsempfänger, dass sie sich eigenständig um den Abschluss eines Versicherungsvertrages kümmern müssen. Da eine Versicherungspflicht besteht, ist diese Absicherung dem Jobcenter nachzuweisen.

Bildquelle: © racamani – Fotolia.com

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