Hartz IV: mehr als 115.ooo Berliner können von ihrer Arbeit nicht leben

Hartz IV: mehr als 115.ooo Berliner können von ihrer Arbeit nicht leben
Sonntag März 12.03.2017 - 8:07 pm

Nirgendswo gibt es mehr Hartz-IV-Empfänger als in Berlin. Doch ein Großteil davon hat Arbeit und kann den Alltag nicht vom Erwerb bestreiten. Insgesamt 115.000 Berliner sind davon betroffen.

Übersicht

  • Ein paar Zahlen in der Übersicht
  • Die Art der Arbeit
  • Wer ist betroffen von dem Debakel?
  • Kein Weg aus der Falle
  • Die Mieten

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Ein paar Zahlen in der Übersicht

In Berlin gibt es die meisten Hartz-IV-Empfänger – in Zahlen ausgedrückt, sind das über eine halbe Millionen Menschen, die im Leistungsbezug stehen.

Nun geht man bei dieser Zahl grundsätzlich davon aus, dass die Betroffenen keinen Job oder keine Erwerbsmöglichkeit haben. Weit gefehlt. Ganze 115.000 Menschen haben eine Arbeit. Sie müssen aber über Hartz IV ihr geringes Einkommen aufstocken. Das machen mittlerweile in der gesamten Bundesrepublik knapp 1,2 Millionen Menschen, die der Deutsche Gewerkschaftsbund kürzlich verkündete.

Die Art der Arbeit

Von den 115.000 Berlinern, die trotz Arbeit aufstockend die finanzielle, staatliche Hilfe von Hartz IV beanspruchen müssen, haben sogar etwa 15 Prozent einen Vollzeitjob.

Da gehen die Menschen den ganzen Tag arbeiten und am Ende bleibt nicht mal so viel übrig, dass die sie das Existenzminimum zum Leben abdecken können. Kaum zu glauben.

Wer ist betroffen von dem Debakel?

Die Betroffenen sind wohl in allen Gruppierungen zu finden. Im Segment der Minijobber sind aber meistens die Frauen angesiedelt, die mit dem Problem zu kämpfen haben, nach der Familienphase wieder in das Erwerbsleben zurück zu kehren.

Sie haben sich um den Nachwuchs gekümmert und die Arbeitswelt hat sich indes weiter gedreht, oftmals ohne die Mütter. Wenn sie sich wieder in den Arbeitsmarkt integrieren wollen, bleibt häufig nur der Weg über den Minijob, um die Familie und den Job unter einen Hut zu bekommen.

Kein Weg aus der Falle

Die zahlreichen Minijobs und Leiharbeit sind der Eintritt in den Teufelskreis von Hartz IV. Die Betroffenen fallen entweder in den Leistungsbezug zurück oder können ihren Lebensunterhalt nicht allein von der Arbeit bestreiten, wie derzeit 115.000 Berliner ebenfalls.

Für einen nachhaltigen Arbeitsplatz benötigt es Bildung, Ausbildung und Qualifikationen, die in den meisten Minijobs nicht gefordert werden und auch nicht erworben werden können. Der Minijobber bleibt auf seinem Bildungsniveau hängen und der Eintritt in einen zukunftsorientierten Erwerb wird immer schwerer.

Die Mieten

Nahezu jeder zweite Hartz-IV-Haushalt zahlt zu hohe Mieten und in Berlin sind davon 44 Prozent betroffen.

Für dieses Ungleichgewicht ist die Berechnung im Leistungsbezug zuständig. Seit 2015 ist für die Berechnung die ausschlaggebende Grundlage der Berechnung. Die Jobcenter zahlen die Heizkosten und die Bruttokaltmiete getrennt an die Betroffenen aus.

In vielen Gebieten steht kaum Wohnraum zur Verfügung, der den Richtwerten von Hartz IV entspricht. In Berlin ein heiß umkämpftes Feld. Da müssen viel Betroffene Differenzen aus dem Leistungsbezug oder der Aufstockung des Leistungsbezuges bestreiten, um überhaupt eine Wohnung zu erhalten.

Bildquelle: © vectorfusionart – Fotolia.com



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