Haushalt: Wie viel sollten Kinder wirklich mithelfen?
Familie am

Sollten Kinder im Haushalt mit anpacken? Und wann ja, wie viel? Fragen über Fragen, bei denen sich sowohl Eltern als auch Experten oft nicht einig werden…

Ob Tischdecken, Staubsaugen, Wäsche oder Gartenarbeit: Zu tun gibt es jede Menge. Und tatsächlich war es vor einigen Jahrzehnten noch völlig normal, dass man sich die Aufgaben innerhalb der Familie untereinander aufteilte. Demnach konnten sich die Mütter auf die Hilfe ihrer Kinder verlassen. Umgekehrt hatten viele Kinder auch keine Wahl, denn von freiwilliger Haushaltshilfe war damals kaum eine Rede. Es war vielmehr die Pflicht der Kinder.

Heute sieht es dagegen schon ganz anders aus. Manche Eltern müssen sich schon sorgen machen, dass sie nicht von den eigenen Kinder beim Jugendamt wegen Kinderarbeit angeschwärzt werden.

Interessanter Vergleich: Putzleistung der Familienmitglieder

Eine äußerst interessante Studie zeigte, dass Männer im Jahr 1965 durchschnittlich nur 17 Minuten pro Tag im Haushalt mitgeholfen haben. Heute sind es schon 49 Minuten am Tag, die der Mann im Haushalt mit anpackt. Immerhin. Doch verglichen mit der Frau ist das noch längst keine Medaille wert. Mit durchschnittlich 2,5 Stunden Haushalt pro Tag führt die Frau nämlich ganz klar die Tabelle an.

Übrigens: Waschen scheint noch immer Frauensache zu sein. Insgesamt geben 90 Prozent der Frauen an, die Wäsche zu waschen. Von den Männern waschen nur drei Prozent. Beim Sortieren der Wäsche ist es ähnlich. Diese Aufgabe wird zu 83 Prozent von den Frauen übernommen. Nur acht Prozent der Männer sortieren Wäsche.

Wie viel Hilfe ist wirklich okay und wo sind die Grenzen?

Dies ist keine einfache Frage. Und auch viele Erziehungswissenschaftler sind der Meinung, dass es im großen und ganzen auf die Familie selbst ankommt. Eine besonders oft vertretene Einstellung ist: „Kinder können mithelfen – sie wohnen schließlich auch im Haushalt“ oder „das Leben ist kein Ponyhof und Kinder sollten zu schätzen lernen, welche Arbeit hinter dem alltäglichen Leben steckt“.

Fakt ist: Haushalt macht normalerweise keinen Spaß. Und schon gar nicht den Kindern. Doch gerade deshalb ist es wichtig, die Kinder rechtzeitig an die Normalität und die Alltäglichkeit des Haushalts herauszuführen. Es gehören eben auch die unangenehmeren Dinge zum Leben dazu. Man sollte die Kinder rechtzeitig darauf vorbereiten, dass Haushaltsaufgaben (oder allgemein bestimmte Pflichten) später auch einen Teil des Lebens ausmachen werden. Andererseits ist es auch schön zu sehen, dass Kinder (gerade im jungen Alter) mithelfen wollen!

Ab welchem Alter dürfen Kinder bei der Hausarbeit helfen?

Allgemein geht es nicht darum, dass ein Kind sich bei der Hausarbeit verausgabt. Viel wichtiger ist das Prinzip. Kinder sollen erkennen, dass es um die Hilfe und Unterstützung geht. Auch kleinere Sachen können bereits eine Hilfe sein. So können selbst kleinere Kinder beispielsweise schon lernen, eigenständig das Besteck an den Tisch zu bringen. Natürlich sollte man je nach Alter auf scharfe oder andere gefährliche Gegenstände verzichten. Doch eben bei diesen einfachen Dingen lernt das Kind, dass eine Integration in den Alltag durch Hilfe etwas Gutes und Richtiges ist.

Wichtig ist dann aber auch, dass man die Kinder für ihre Bemühungen wertschätzt, indem man sie lobt. Das spornt die Kinder in ihrem Tun dann zusätzlich an.

Sollte man seine Kinder belohnen?

Eine klare Antwort können Experten auch hier nicht geben. Zum einen kann es für Kinder ein guter Ansporn sein, wenn nach der Haushaltshilfe eine Tüte Gummibären auf sie wartet. Zum anderen sollten Eltern jedoch versuchen, dass sie das Kind nicht an Belohnungen gewöhnen. Das Kind sollte bereits von sich aus bei der Hausarbeit helfen. Das Aufräumen des eigenen Zimmers sollte dabei natürlich eine Selbstverständlichkeit bleiben, die keinerlei Belohnung bedarf.

Übrigens: Sollte das Aufräumen mal nicht klappen, dürfen Eltern auch ruhig mal wütend werden!

Beitragsbildquelle: © Konstantin Yuganov – Fotolia.com

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