Impfpflicht für Kinder gefordert
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Wo in der Erstimpfung die Quote noch hoch ausfällt, wird in der Zweitimpfung der Trend deutlich. Es gibt immer mehr Impfmuffel bei Masern. Jetzt fordern die FDP mit einem entsprechenden Antrag auf dem Parteitag die Impfpflicht für Kinder bis vierzehn Jahren.

Übersicht

  • Italien macht es vor
  • Grund für die Impfpflicht in Italien
  • Das Gesetz ist beschlossen
  • Die Liberalen fordern
  • Der Bundesverband für Kinder- und Jugendärzte meint
  • Kritiker gegen die Impfpflicht

Italien macht es vor

Italien macht es vor und befördert die Impfangelegenheiten von Kleinkindern zur Chefsache. Künftig sollen diese gegen zwölf Krankheiten geimpft werden. Das ist die Voraussetzung, um in eine öffentliche Einrichtung, wie die Krippe, der Kindergarten oder in die Schule zu gehen.

Sind Schulkinder nicht geimpft, drohen den Eltern hohe Bußgelder.

Grund für die Impfpflicht in Italien

Eine grassierende Masernepidemie hat die Diskussion ausgelöst. Allein bis Mitte Mai diesen Jahres sind in Italien 2395 Fälle von Masern aufgetreten.

Im vorigen Jahr sind insgesamt nur 680 Masernfälle registriert worden. Eine alarmierende Entwicklung. Immerhin sind 89 Prozent der diesjährig Erkrankten nicht geimpft.

Das Gesetz ist beschlossen

Masern kann einen tödlichen Verlauf haben auch wenn die Krankheit in den meisten Fällen eher harmlos ist.

Die Epidemie, die Italien 2002 in diesem Zusammenhang erlebte, forderte fünfzehn Todesopfer bei 18.000 registrierten Fällen.

Ein Grund mehr für die italienische Gesundheitsministerin sich gegen den Widerstand aus dem Erziehungsministerium durchzusetzen.

Das Argument der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung, das Gesetz ist „ein Geschenk an die Pharmaindustrie“ hat sich nicht behauptet.

In Italien ist impfen Pflicht.

Die Liberalen fordern

In Deutschland haben die Liberalen beim Bundesparteitag für eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen. Diese soll Kinder bis vierzehn Jahren betreffen und ist mit knapper Mehrheit von den Jungen Liberalen mit einem entsprechenden Antrag bestätigt worden.

Die Impfquote bei Masern läge bei knappen 40 Prozent. Kinder sind somit nicht rechtzeitig mit einem hinlänglichen Schutz gegen Masern ausgerüstet.

Grundlage für die notwendigen Impfungen sollen die Empfehlungen vom Robert-Koch-Institut sein.

Die Eltern sollen von Kinderärzten auf die Impfpflicht hingewiesen werden.

Der Bundesverband für Kinder- und Jugendärzte meint

Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte spricht sich für eine Impfpflicht aus.

Auch in den Kommentaren wird deutlich, dass sich die Impfmüdigkeit ausbreitet. Dabei handelt es sich um große Lücken in der Zweitimpfung, mit der erst ein Schutz gegen die gefährliche Infektionskrankheit gegeben ist.

Wo die Quote bei der Standard-Erstimpfung von Masern, Mumps und Röteln noch bei 96 Prozent liegt, ist das Ergebnis bei der Zweitimpfung besorgniserregend. Jedes vierte Kind ist aktuell nicht mit der nötigen Zweitimpfung gegen Masern versorgt.

Kritiker gegen die Impfpflicht

Die bayrische Gesundheitsministerin hingegen kritisiert das Gesetz und meint: „Eine Impfpflicht bedeute einen erheblichen Eingriff in das im Grundgesetz verankerte Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und bei Kindern in das Sorgerecht der Eltern“.

Sie plädiert hingegen für Aufklärung in Information.

Bildquelle: © kerkezz – Fotolia.com

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