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Ein Raum, der beim ersten Betreten, eine besonders harmonische Wirkung erzielt, kommt nicht von ungefähr. Diesen Eindruck erwecken Innenarchitekten, die die Raumgestaltung planen, Farbkompositionen kreieren und Funktionalität mit Design verbinden. So trivial der Beruf des Innenarchitekten für manche Menschen klingen mag, so faszinierend wirkt ein perfekt eingerichteter Raum.

Trotz aller Abwechslung, die der Job bietet: Wer sich als Innenarchitekt kreativ entfalten möchte, kommt wieder jeder andere Berufstätige nicht um die Gehaltsfrage herum. Lohnt sich der Weg in den Beruf des Innenarchitekten angesichts des Gehaltes? Und kann man als Freiberufler mehr Geld verdienen? Wir klären über alle wichtigen Fragen zum Thema auf.

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Berufsbild: Die Aufgaben des Innenarchitekten

Ein paar Gardinen aussuchen, ein paar Möbel verrücken: Wer so über den Job des Innenarchitekten denkt, irrt sich leider gewaltig, denn dieser Beruf erfordert weit mehr Fachwissen – unter anderem in den Bereichen Technik, Ökologie und Wirtschaft. Der Innenarchitekt beschäftigt sich nicht nur mit der bloßen Raumgestaltung mittels Wandfarbe, Möblierung und Textilien, sondern außerdem mit der Sanierung und Renovierung von Gebäuden sowie mit der Revitalisierung von Räumen, also dem Erhalt bestehender Bauwerke.

Hierbei muss der Innenarchitekt räumlichen und bauliche Strukturen ebenso berücksichtigen wie die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens – auch unter ökologischen und sozialen Aspekten. Der Innenarchitekt ist Berater, Planer und Koordinator des Projektes, immer unter dem Aspekt der Kosten- und Termintreue für den Kunden.

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Bei seinen Vorhaben sollte ein guter Innenarchitekt die verschiedenen Wirkungsweisen von Möbeln, Farben und Mustern kennen, Kenntnisse über Baustrukturen einfließen lassen sowie über technische Modernisierungen und veraltete Substanzen informieren können.

Zu den Tätigkeitsbereichen des Innenarchitekten zählen Architekturbüros, Ingenieurbüros, Ateliers zur Möbelgestaltung, Messebauunternehmen sowie Raumausstatter und Möbelhersteller. Weiterhin sind Innenarchitekten bei Einrichtungshäusern oder bei Film und Fernsehen gefragt.

Ausbildung oder Studium: Die Voraussetzungen für den Beruf des Innenarchitekten!

In Deutschland ist es möglich über ein Studium der Innenarchitektur an rund 15 Fachhochschulen und Kunstakademien den Beruf zu erlernen. Für gewöhnlich ist der Bachelor-Abschluss nach sechs bis acht Semestern erreicht. Ein anschließendes Masterstudium dauert in der Regel weitere vier Semester. Als Innenarchitekt dürfen sich die Bachelor- und Masterabsolventen dann allerdings noch nicht bezeichnen.

Offiziell wird es erst durch die Eintragung in die Architektenkammer, die nach einer zwei- bis dreijährigen Praxiszeit erfolgen kann. Durch die Eintragung ist die Berufsbezeichnung „Innenarchitekt“ staatlich geschützt. Für das Studium der Innenarchitektur gelten die regulären Voraussetzungen für ein Hochschulstudium. Je nach Schulform ist das Studium zulassungsbeschränkt, Eignungstest sowie Bewerbungsmappen sind keine Seltenheit.

Das Studium der Innenarchitektur umfasst Lehrinhalte aus den Bereichen der Gestaltung und Darstellung, der Konstruktion, der Werkstofflehre sowie der Kunstgeschichte. Weiterhin werden Baurecht, Bauablauf, Planungsmethodik und technischer Ausbau gelehrt. Neben den Theorie bezogenen Kursen müssen Studenten für gewöhnlich auch ein Praxissemester absolvieren.

Innenarchitekt Gehalt nach dem Studium

Wie immer hängt das Innenarchitekt Gehalt von den individuellen Fachkenntnissen und der Berufserfahrung ebenso ab, wie vom Arbeitgeber und Bundesland, in dem man tätig wird. Nach dem Studium kann der angehende Innenarchitekt im Durchschnitt von einem Gehalt von 2.000 Euro brutto ausgehen.

Der Arbeitgeberverband Deutscher Architekten und Ingenieure empfiehlt für ausgebildete Innenarchitekten ein Einstiegsgehalt von 2.390 bis 3.096 Euro. Das Gehalt ist je nach speziellen Fachkenntnissen gestaffelt. So können Innenarchitekten mit etwas mehr Know-How oder Berufserfahrung je nach Unternehmen und Aufgabenbereich bis zu durchschnittlich 3.750 Euro verdienen.

Abweichungen gibt es nach oben ebenso wie nach unten. Dabei spielen persönliche Erfahrungen und Verhandlungsgeschick eine entscheidende Rolle. Es besteht keine Pflicht nach Tarif zu zahlen, weshalb sich sicherlich auch viele Innenarchitekten für den Weg in die Selbstständigkeit entscheiden.

Verdienst als freiberuflicher Innenarchitekt

Zwar spielen in der Selbstständigkeit die persönlichen Erfahrungen und das individuelle Verhandlungsgeschick eine noch größere Rolle, als im regulären Angestelltenverhältnis: Die Verdienstmöglichkeiten sind in der Selbstständigkeit jedoch deutlich höher.

Eine Untersuchung der Bundesarchitektenkammer kam zu dem Ergebnis, dass freiberufliche Innenarchitekten im Durchschnitt einen Monatsverdienst von 2.200 bis 5.000 Euro erhalten. Zwar kann es insbesondere ein den ersten Jahren der Selbstständigkeit zu niedrigen Einkünften kommen, je nach persönlichem Engagement und Leistung sind nach oben hin aber keine Grenzen gesetzt.

Freiberufliche Innenarchitekten müssen, um ein ansehnliches Gehalt zu verdienen, mit einer relativ hohen Wochenarbeitszeit rechnen. Durchschnittlich liegt die Stundenzahl bei 53. Die Zahl der Urlaubstage liegt im Schnitt bei 20.

Junge Berufseinsteiger sind unter Druck

Obwohl ein Freiberuflicher in dieser Branche mit etwa 10 Stunden Arbeit pro Tag rechnen muss, machen sich viele Berufseinsteiger selbstständig. Das liegt insbesondere an der teilweise wackeligen Arbeitsstruktur der Branche und dem wachsenden Bedürfnis nach Eigenständigkeit in der Arbeitswelt.

Für junge Berufseinsteiger gilt in der Anfangszeit der Selbstständigkeit vor allem eines: Kontakte pflegen. Frisch gebackene Innenarchitekten sollten sich in allen Bereichen der Arbeitswelt und im sozialen Umfeld bekannt machen. Es gilt sowohl den Kontakt zu anderen Architekten sowie zu Städteplanern und Behörden zu halten, als auch im sozialen Umfeld präsent zu sein, um auch hier mögliche Auftraggeber zu finden.

Nicht selten arbeiten Innenarchitekten genau dann erfolgreich, wenn sie von Kunde zu Kunde empfohlen werden. Die Möglichkeiten zum Networking sind vielseitig und können sich unter anderem bei Vorträgen oder Verbandstreffen ergeben. Gelegentlich kann es nicht schaden, sich in der Kommunalpolitik oder Vereinen zu engagieren.

Gute Chancen, um erfolgreich in der Selbstständigkeit zu bleiben, bieten Bürogemeinschaften. Auf diese Weise können Fixkosten reduziert werden. Gleichzeitig können die Kontakte zu Aufträgen führen, beispielsweise wenn man sich mit Kollegen aus verwandten Fachrichtungen (z.B. Bauplanung, etc.) zusammen tut.

Bildquelle: © Kzenon – Fotolia.com

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