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Gerade jetzt, zur gemütlichen Weihnachtszeit, wird es für viele Bezieher von Hartz IV unerträglich. Die Menschen sind geblendet von leuchtenden Weihnachtsfenstern in den Einkaufsstraßen. Im Kaufrausch versuchen sie die schönsten Geschenke für ihre Liebsten zu ergattern – und vergessen dabei ganz, dass es einer großen Bevölkerungsschicht immer schlechter geht…

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Kein Geld für Weihnachten

Wer am Existenzminimum lebt, hat es ohnehin schon schwer genug, Monat für Monat über die Runden zu kommen. In der Weihnachtszeit ist es besonders hart, denn auch für den Dezember steht den Empfängern von Sozialhilfe nur das übliche Existenzminimum für einen Monat zu. Der Dezember ist also knallhart kalkuliert.

Konkret bedeutet das für den Hartz-IV-Empfänger:

  • Kein Glühweintrinken mit den Freunden
  • Kein ausgelassener Abend auf dem Weihnachtsmarkt
  • Keine Geschenke an Weihnachten
  • In manchen Fällen sogar keine Fahrt zu Angehörigen

Schon wenige Wochen vor Weihachten beginnt für die Empfänger von Hartz IV eine besonders schwere Zeit, denn nicht nur das Weihnachtsfest selbst fällt für viele ins Wasser, sondern auch die vielen anderen weihnachtlichen Freuden.

Natürlich ist auch ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt alles andere als günstig – in Großstädten regen sich selbst die Besserverdiener über die Preise auf. Aber was soll der Hartz-IV-Empfänger dazu sagen?

Im Hartz-IV-Regelsatz ist kein Weihnachten vorgesehen

Das Problem ist das Geld. Und das reicht gerade beim Hartz-IV-Empfänger vorne und hinten nicht. Leider hat der Gesetzgeber im Hartz-IV-Regelsatz kein Weihnachten vorgesehen. Die Mehrkosten, die durch das Weihnachtsfest entstehen, müssen also irgendwie „herausgespart“ werden, indem man an anderen wichtigen Stellen (zum Beispiel Lebensmittel) noch mehr Abstriche macht.

Besonders schlimm für Kinder

Hartz-IV-Empfänger müssen sich Weihnachtsgeschenke vom Mund absparen. Da das natürlich nur bedingt geht, ist auch ein Weihnachten nur begrenzt möglich. Und wieder sind diejenigen, die das meiste Leid ertragen müssen, die Kinder.

Während die anderen Kinder in der Schule oder im Kindergarten von ihrem großartigen Weihnachtsfest erzählten, von ihrem Familien-Skiurlaub oder mit ihren teuren Geschenken prahlen, stehen die Kinder aus Hartz-IV-Familien ohne etwas da.

Warum hat der Weihnachtsmann mir nichts mitgebracht?

„Kein Kind kann verstehen, warum der Weihnachtsmann nicht auch zu armen Kindern kommen kann“, erklärt Michael David, der stellvertretende Sprecher der Nationalen Armutskonferenz, gegenüber dem Pressedienst „epd“.

Insbesondere zur Weihnachtszeit werden vermehrt Konsumbedürfnisse geschaffen, auf die man reagieren müsste. Man kann armen Kindern nicht erklären, warum ausgerechnet sie nichts zu Weihnachten bekommen – oder eben nur kleine Geschenke.

Auch für Eltern eine schwere Zeit

Natürlich sind nicht nur die Kinder die Leidtragenden, sondern auch die Eltern. Für Eltern gibt es nichts Schöneres, als ihr Kind glücklich zu sehen. Für sich selbst wünschen sich Eltern aus ärmlichen Verhältnissen nämlich häufig keine Geschenke – das schönste Geschenk ist es zu sehen, dass das eigene Kind glücklich ist.

Weihnachtsgeld für Hartz-IV-Familien

Zu Recht wird nun von den Linken ein Weihnachtsgeld gefordert, mit dem das Weihnachtsfest auch für ärmere Familien zu einem richtigen Familienfest werden könnte. Die Forderung steht zur Zeit bei 50 Prozent des Regelsatzes, was bedeuten würde, dass ein Hartz-IV-Empfänger vielleicht schon bald für den Dezember ein Weihnachtsgeld in Höhe von 199,50 Euro bekommen könnte…

Derzeitige Probleme

Momentan sind die Regelsätze so hart kalkuliert, dass viele Eltern nicht einmal das Geld aufbringen können, wenn in der Schule eine Bastelstunde bevorsteht und die Kinder etwas mitbringen sollen. Verständlicherweise bleiben die Kinder dann aus Schamgefühl lieber fern von der Schule, anstelle sich die Blöße zu geben.

Selbst beim Thema Winterkleidung wird es für Hartz-IV-Familien schon eng. Kleidung ist teuer und belastet das monatliche Budget enorm. Weihnachtsgeschenke müssen sich Hartz-IV-Empfänger deswegen erst recht mühsam vom Mund absparen.

Der Experte für Armut forderte nun die Möglichkeit, Zusatzleistungen für besondere Anlässe wie zum Beispiel Weihnachten oder aber das muslimische Opferfest sowie das jüdische Chanukka beantragen zu können.

„Zu einem würdigen Leben in Deutschland gehört es (…), Weinachten feiern zu können“, betont Michael David.

Jedes Jahr aufs Neue eine harte Belastungsprobe

Schaut man in der Weihnachtszeit durch die Straßen, so erhält man ein trügerisches Bild der Realität – denn die Eltern und Kinder, die aus Kostengründen lieber Zuhause bleiben, sieht man dort nicht. Das Weihnachtsfest wird damit Jahr für Jahr für die Eltern von etwa 1,5 Millionen Kindern, die auf Hartz IV angewiesen sind, zu einer großen emotionalen Belastung.

Bildquelle: © Konstantin Yuganov – Fotolia.com

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