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Als Konferenzübersetzer kümmern Sie sich um die reibungslose Kommunikation auf Messen, Veranstaltungen und Events. Hier erfahren Sie, welche Voraussetzungen Sie erfüllen sollten, um als Konferenzübersetzer zu arbeiten und wie viel man damit verdienen kann.

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Überblick:

Was ist ein Konferenzübersetzer?

Üblicherweise braucht man auf Konferenzen Dolmetscher, also Fachübersetzer für Synchronübersetzungen. Das Berufsbild des Konferenzübersetzers umfasst aber noch mehr.

Für Messen und andere Veranstaltungen müssen Unterlagen vorbereitet werden, Marketingtexte an die entsprechenden Sprachen angepasst und Zusammenfassungen übersetzt werden. Die Aufgaben können sich also weit über den Zeitraum der eigentlichen Konferenz hinaus erstrecken.

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Berufsbild

Jeder kann sich als Konferenzübersetzer bezeichnen. Wie alle Bezeichnungen für Übersetzer ist dieser Begriff nicht gesetzlich geschützt. Es gibt zwar verschiedene Ausbildungen, nach denen man einen bestimmten Titel führen darf, aber um „Konferenzübersetzer“ auf seine Visitenkarte zu schreiben, ist das nicht nötig.

Es gibt auch keine Vorgaben, wie man seine Aufgaben als Konferenzübersetzer erfüllen muss. Je nach Veranstaltungsort und Art des Events steht für Übersetzer und Dolmetscher sogar ein eigener Arbeitsplatz (die Übersetzerkabine) zur Verfügung. Meist müssen Übersetzer aber selbst dafür sorgen, dass sie professionell arbeiten können.

Tätigkeiten

Ein fester Bestandteil der Arbeit eines Konferenzübersetzers findet in der Übersetzerkabine statt. Meist liegen gleich mehrere dieser Kabinen nebeneinander, wobei je eine für eine bestimmte Sprache zuständig ist. Ein Vortrag wird von den Dolmetschern synchron in eine bestimmte Sprache übersetzt und über Kopfhörer an die Zuhörer im Saal übertragen.

Wenn die Veranstaltung gut vorbereitet wurde, stehen den Dolmetschern die Redeunterlagen vorab zur Verfügung, so dass sie Zeit haben, sich in das Themengebiet einzuarbeiten. Ein guter Übersetzer muss auch in der Lage sein aus dem Stegreif zu übersetzen.

Ausbildung

Die meisten Dolmetscher und Konferenzübersetzer haben eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen, das sie auf ihren Beruf vorbereitet. Dabei handelt es sich entweder um eine Zusatzausbildung nach einem Fremdsprachenstudium oder um die Ausbildung bei einer Fachakademie.

Als Übersetzer braucht man neben einem guten Sprachgefühl vor allem Erfahrung mit dem technischen und elektronischen Handwerkszeug. Außerdem muss man wissen, wie man seine Services auf dem Markt anbietet und sich vor den Auswirkungen von fehlerhaften Übersetzungen schützt.

Studium

Übersetzer können an einer ganzen Reihe von Hochschulen Abschlüsse erwerben. Da Konferenzübersetzer meist von international tätigen Organisationen angestellt werden, lohnt es sich auf deren Einstellungsvoraussetzungen zu achten, wenn man sich für ein Studium entscheidet.

In manchen Fällen ist es auch möglich als Quereinsteiger mit entsprechender Berufserfahrung zu einer Prüfung zugelassen zu werden. Mehr dazu gleich.

Prüfung zum staatlich geprüften Übersetzer

In Deutschland ist es auch dann möglich, eine Prüfung zum staatlich geprüften Übersetzer abzulegen, wenn es dafür kein eigenes Studium gibt. Dabei können sich die Einzelheiten je nach Bundesland unterscheiden.

In manchen Ländern ist das Angebot an Sprachen zum Beispiel größer als in anderen. In der Prüfung müssen Sie aber auf jeden Fall nachweisen, dass Sie in Ihrem Fachbereich in der Lage sind geschriebene (Übersetzer) oder gesprochene (Dolmetscher) Texte zu übertragen.

Voraussetzungen

Als Konferenzübersetzer brauchen Sie ein erhöhtes Maß an Stressresistenz. In der Regel bleibt wenig Zeit, um Texte veröffentlichungsreif zu übersetzen. Außerdem müssen Sie in der Lage sein, zwischen gesprochener und geschriebener Sprache zu wechseln. Der Beruf eines Konferenzübersetzers endet nicht an der Tür zur Übersetzerkabine. Er repräsentiert oftmals auch seine Organisation und muss in kleinen Runden zwischen den Verhandlungspartnern vermitteln können.

Berufsaussichten

Konferenzübersetzer findet man bei großen Organisationen und staatlichen Stellen. Ein Beispiel ist der Sprachendienst des Auswärtigen Amts. Die Übersetzer, die hier angestellt sind, übernehmen zentral alle Aufgaben, die in diesem Bereich beim Auswärtigen Amt, beim Bundeskanzleramt, beim Bundestag und beim Bundespräsidialamt anfallen.

Von hier aus werden sämtliche Übersetzungsdienste an Konsulaten und anderen Auslandsvertretungen beraten und koordiniert.
Die Zahl der Bewerber ist hoch und die Auswahl sehr streng. Um hier einen Job zu ergattern, müssen Sie einiges an Fähigkeiten vorweisen können. Aber auch andere Arbeitgeber für Konferenzübersetzer sind nicht weniger streng.

Verdienst

Der Verdienst als Konferenzdolmetscher hängt stark davon ab, wie und bei wem man angestellt ist. Wird man für Übersetzungen mit hoher Verantwortung eingesetzt oder beinhaltet die Tätigkeit Auslandseinsätze, kann man mit einem überdurchschnittlichen Gehalt rechnen. Viel mehr als 3.000 Euro pro Monat verdienen allerdings nur die wenigsten Übersetzer.

Erschwerend kommt hinzu, dass man in den seltensten Fällen mit einem geregelten Arbeitstag rechnen kann. Konferenzen und andere Veranstaltungen finden häufig am Wochenende und in den Abendstunden statt. Als Übersetzer muss man sich nach dem Terminplan dieser Veranstaltungen richten, worunter das Sozialleben leiden kann.

Entwicklung der Branche

Während für Texte, bei denen die Qualität nur eine untergeordnete Rolle spielt, immer häufiger Übersetzungssoftware eingesetzt wird, braucht man für abstimmungsreife Unterlagen nach wie vor einen erfahrenen Übersetzer.

Nur mit Erfahrung und Sachkenntnis ist man in der Lage, die feinen Nuancen mancher Begriffe richtig in einer anderen Sprache wiederzugeben. Trotzdem verändert auch in diesem Bereich die moderne Technik die Arbeit der Übersetzer.

Dank computergestützter Methoden kann ein Konferenzübersetzer heute schneller und präziser arbeiten. Das erhöht auch die Erwartung der Arbeitgeber.

Weiterbildung

Für Übersetzer und vor allem Konferenzdolmetscher ist es unverzichtbar, sich regelmäßig weiterzubilden. Im sprachlichen Bereich ist das Wissen über Dialekte und Fachsprachen sehr nützlich. Daneben sollte ein Fachübersetzer sich mit dem Themengebiet, mit dem er es zu tun hat, hervorragend auskennen und eine breite Allgemeinbildung haben.

Damit kann ein Fauxpas wie der folgende nicht passieren: Als George Lucas, der Erfinder von Star Wars sich nach einer Rede mit „May the force be with you“ (Möge die Macht mit euch sein) verabschiedete, gab der Dolmetscher das mit „Am 4. Mai, werde ich bei euch sein“ wieder.

Bildquelle: © Rawpixel – Fotolia.com

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