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Viren lauern überall und verursachen nicht nur typische Infektionskrankheiten, wie Schnupfen oder Grippe. Doch auch Krebs gehört dazu. Die winzigen Krankheitserreger bringen manchmal Zellen so durcheinander, dass diese beginnen, sich unkontrolliert zu teilen. Jede sechste Krebserkrankung weltweit wird durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird. Forscher identifizierten mehrere Viren, die für diese Entstehung von Krebserkrankungen verantwortlich sind.

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Jede sechste Krebserkrankung verursacht durch Viren

Eine Studie im Fachmagazin Lancet Oncology zeigte auf, dass von den jährlich weltweit zwei Millionen Krebsneuerkrankungen, jede sechste Krebserkrankung durch Viren oder Bakterien verursacht wird, als Folge einer Infektion. Damit gewinnt gleichzeitig die Infektionsvorsorge eine immer wichtigere Rolle. Denn teilweise sind Infektionen völlig vermeidbar, teils frühzeitig zu bekämpfen gewesen.

In der Vergangenheit hat sich der Nachweis, dass ein Virus eine Krebserkrankung ursächlich ausgelöst hat, als schwierig erwiesen. Viele Viren, die mit Tumoren in Verbindung gebracht werden, sind weit verbreitet, aber nur wenige Menschen erkranken an einem solchen Tumor.

Zudem können zwischen Infektion und der Krebserkrankung gut und gerne 30 bis 50 Jahre vergehen. Auch wenn ein bestimmtes Virus häufiger in einzelnen Tumoren nachgewiesen wird, bedeutet es nicht gleichzeitig, dass es an der Krebserkrankung ursächlich beteiligt war oder erheblich zu dem Wachstum beigetragen hat.

Studie von Forschern zeigt Nachweis auf

Forscher kamen inzwischen zu einem Ergebnis, welches diesen Nachweis für einige Viren aufzeigt. In etwa 15 Prozent aller weltweiten Krebsneuerkrankungen spielen Viren einen entscheidende Rolle. DNA-Viren sind hierbei die Hauptverursacher. Auch eine Beteiligung der Erreger bei etwa weiteren 15 Prozent der Tumore, vermuten die Forscher.

„Infektionen sind eine der Hauptursachen von Krebs weltweit“, zu diesem Ergebnis kamen die Autoren in ihrer Studie: „Im Gesundheitswesen bereits bekannte Methoden zur Verhütung von Infektionen wie Impfungen, Sicherheitsstandards bei Injektionen und antibakterielle Maßnahmen könnten die Krebsrate weltweit wesentlich beeinflussen.“

Liste der krebserzeugenden Faktoren ergänzt: Darunter das Herpesvirus

Aktuell hat die amerikanische Gesundheitsbehörde ihre Liste der sogenannten Karzinogene, also krebserzeugende Faktoren, ergänzt. Viren spielen eine zentrale Rolle.

So wurde nicht nur der bekannte Humane Immundefizienz-Virus (HIV), welcher unbehandelt zu der Immunschwäche AIDS führt und ein gesteigertes Risiko für bösartige Erkrankungen, wie Lymphknotenkrebs mitbringt, genannt. Neben dem Humane T-lymphotrope Virus (HTLV), welches Lymphome, Leukämie und neurologische Erkrankungen verursachen kann, steht auch das zur Familie der Herpesviren gehörende Epstein-Barr-Virus (EBV) als krebserzeugend auf der Liste der Gesundheitsbehörde.

Das Herpesvirus verbreitet sich über Tröpfcheninfektion und ist vor allem als Auslöser für das Pfeiffersche Drüsenfieber bekannt. Schätzungsweise mehr als 90 Prozent aller Menschen sind infiziert. Es kommt nicht selten vor, dass eine Infektion bereits im Kindesalter stattfindet und auch folgenlos bleibt. 30 Prozent der infizierten Jugendlichen oder Erwachsenen erkranken am Pfeifferschen Drüsenfieber.

Die Gefahr, dass Menschen, die einem karzinogenen Faktor ausgesetzt sind, egal ob Virus, Chemikalie oder Strahlung, irgendwann an Krebs erkranken, ist nicht zwangsläufig gegeben. Vielmehr spielen noch weitere Faktoren, wie der genetischen Ausstattung, der Lebensstil oder das Alters eine große Rolle.

Bildquelle: © psdesign1 – Fotolia.com

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