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Die künstliche Befruchtung einfach selber durchführen? Das klingt zunächst äußerst ungewöhnlich, scheint es doch auch unter ärztlicher Behandlung keine 100-Prozent-Erfolgsgarantie zu geben, dass man anschließend schwanger ist. Aber wie soll die Do-It-Yourself-Methode funktionieren?

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Heiminsemination – was ist das?

Unter der Heiminsemination versteht man die Samenübertragung im häuslichen Umfeld – eine Befruchtung ohne Geschlechtsakt. Diese Methode kann sowohl mit dem Samen des Partners als auch mit dem Sperma einer dritten Person erfolgen, etwa wenn sich lesbische Paare ein Kind wünschen.

Warum Menschen sich für die Selbstbefruchtung entscheiden, kann aber sehr unterschiedliche Gründe haben. Denkbar sind unter anderem alleinstehende Frauen oder Paare, bei denen der Mann eine genetische Erbkrankheit hat und diese nicht an den Nachwuchs übertragen möchte. Möglich ist die Heiminsemination auch, wenn der Mann zeugungsunfähig ist, das Paar aus bestimmten Gründen kein Geschlechtsverkehr haben kann oder wenn andere Kinderwunschbehandlungen nicht erfolgreich waren.

Was ist bei einem Samenspender zu beachten?

Kann der Kinderwunsch nur durch einen Samenspender erfüllt werden, sollten sich Single-Frauen und Paare im Vorfeld genau informieren und absichern. Denn: Nur ein Vertrag schützt den Samenspender vor Unterhaltsansprüchen und bei unverheirateten Paaren muss die Vaterschaft durch den Partner, nicht den Spender, anerkannt werden. Vor allem der medizinische Hintergrund des Samenspenders sollte im Vorfeld ausreichend abgeklärt werden – vererbbare Krankheiten wie Hepatitis A,B oder C und HIV sollten unbedingt ausgeschlossen werden.

Wie funktioniert die Heiminsemination?

Der Partner oder Samenspender muss frisches Sperma abgeben, welches in einem sterilen Behältnis aufgefangen und aufbewahrt wird. Anschließend wird das Sperma über eine Plastikspritze (keine Nadelspitze) oder eine Menstruationstasse in die Scheide gespritzt bzw. eingeführt. Das Einführen der Tasse sollte mehrmals geübt werden. Der Vorgang, bei dem die Frau auf dem Rücken liegt, sollte möglichst schnell und mit Schwung erfolgen.

Um die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen, können einige Vorkehrungen getroffen werden. Sinnvoll ist ein vorheriger Eisprungtest, um den besten Zeitpunkt abzupassen, maximal 30 Minuten altes Sperma, eine entspannte Atmosphäre sowie die Stimulation der Frau. Denn empfindet sie Lust, gelangen die Spermien besser zur Eizelle. Und das Zeugen eines Kindes soll ja auch Spaß machen.

Ist die Heimmethode erfolgversprechend?

Den Erfolg der Heiminsemination kann man nicht nur durch frisches Sperma und eine nahe Platzierung am Muttermund fördern. Weiterhin ist es ratsam, wenn die Frau nach der möglichen Befruchtung für mindestens 30 Minuten auf dem Rücken liegen. So fließt das Sperma in Richtung Muttermund.

Gynäkologen führen die Methode der Insemination in sehr ähnlicher Form auch in ihrer Praxis durch. Allerdings können bei der Heiminsemination zu altes Sperma und eine unzureichende Platzierung der Einführhilfsmittel dazu führen, dass es nicht zur Schwangerschaft kommt. Generell kann das Alter der Frau und die Qualität der Spermien die Wahrscheinlichkeit der Schwangerschaft reduzieren. Eine fachkundige Beratung ist daher in jedem Fall zu empfehlen.

Bildquelle: © tiero – Fotolia.com

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