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Heutzutage werden in vielen Wirtschaftsbereichen Kuratoren eingesetzt – beispielsweise bei Magazinen oder Modeschauen. Die Berufsbezeichnung bezieht sich grundsätzlich jedoch häufig auf den Kurator im Museum – nach der lateinischen Übersetzung also ein „Wächter“ von Ausstellungen, Sammlungen und Museen. Zu dieser Tätigkeit zählt die Zusammenstellung von Kunstobjekten, die internationale Kontaktpflege zu Museen und Künstlern sowie die Beschaffung von Spendenmitteln. Das hört sich für Sie nach einem spannenden Beruf an? Dann bietet Ihnen dieser Artikel genau die richtigen Informationen zur Ausbildung, zum Gehalt sowie zu den beruflichen Perspektiven am Arbeitsmarkt. Lesen Sie einfach weiter.

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Übersicht:

  • Einblick in den Beruf
  • Anforderungen des Jobs
  • Mit Studium zum Kurator
  • Alternative: Berufsausbildung?
  • Gehalt als Kurator
  • Berufliche Perspektiven

Berufsbild: Kurator

Kuratieren bedeutet der lateinischen Wortherkunft nach „pflegen“ und „sich um etwas sorgen“. Doch der Kurator in einem Museum macht deutlich mehr, als die Ausstellung zu überwachen.

Der Kurator wählt Gemälde für eine Kunstsammlung aus, plant eine Ausstellung, spricht mit Künstlern und Geldgebern: Für die einen klingt dies nach einem unspektakulären Beruf, für die anderen bietet sich ein spannendes Arbeitsfeld im Reich der Künste.

Grundsätzlich wird der Beruf des Kurators von drei Aspekten geprägt, die vor allem die junge Avantgarde in den vergangenen Jahren ansprechend fand:

  • Flexibilität auf internationalem Niveau, was dem Wunsch der Generation Y nach globalem Nomadentum gerecht wird
  • soziale Kontakte aufbauen und pflegen – ein großes Netzwerk unterhalten
  • kultureller Leader sein und „filtern“, was andere konsumieren

Das mag sich zunächst verlockend anhören, doch muss man als Kurator gleichzeitig Budgetplanungen vornehmen, Personal führen, Restaurationen überwachen und dokumentieren, Sammlungen erhalten und lagern sowie Forschungen auf den Weg bringen.

Es gilt Ankäufe, Leihgaben und Geschenke mit privaten Sammlern, anderen Museen oder Gallerien zu koordinieren und wissenschaftliche Veröffentlichungen zu erarbeiten. Besucher müssen ebenso begeistert werden wie größere Mengen bei Publikumsveranstaltungen.

Anforderungen des Jobs

Der Anspruch an einen Kurator ist nach dem kurzen Einblick in das Berufsbild nicht unbedingt niedrig, zumal ein hohes künstlerisches Fachwissen zwingend für eine Tätigkeit ist.

Als Kurator muss man weiterhin mit sprachlicher Kompetenz glänzen, um internationale Kontakte pflegen zu können, sowie mit Kreativität, Kenntnisse in Finanzwesen (u.a. Kalkulation). Man muss Trends erkennen und Entwicklungen überblicken, Mitarbeiter führen und Gäste unterschiedlichster Art betreuen können. Ein Blick für Zahlen ist ebenso wichtig wie ein charmantes, selbstbewusstes Auftreten, um Besucher, Sponsoren, Museen und Künstler zu überzeugen.

Zusammenfassend gelten folgende Punkte als Anforderung für Kuratoren:

  • Erhaltung, Konservierung und Restaurierung
  • Ausbau
  • Forschung und wissenschaftliche Dokumentation
  • Präsentation & Gestaltung
  • Management (Budget & Personal)

Mit Studium zum Kurator

Fachliche Voraussetzung für den Beruf des Kurators ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium in einem fachlich passenden Bereich: Im Kunstmuseum wäre das ein kunsthistorisches Studium, im Naturmuseum ein naturwissenschaftlicher Studiengang. Auch spezielle Studiengänge wie Museologie, Archäologie oder Restaurierung sind denkbar. Als zwingendes Einstellungskriterium gilt in diesem Zusammenhang ein Master-Abschluss oder ein vergleichbares Ausbildungsniveau.

Für den angehenden Kurator bedeutet dies, dass zunächst ein Bachelor-Studium – zum Beispiel Kunstgeschichte – absolviert werden muss. In der Regel dauert der Studiengang mit Abschluss Bachelor of Arts sechs Semester, die in drei Jahren zu absolvieren sind. Angebote gibt es unter anderem an den Hochschulen von München, Hamburg, Marburg, Bonn und Heidelberg.

Nach dem Bachelor folgt der Master, der die Mindestvoraussetzung für den Beruf darstellt. Ohne derlei Abschluss wird kaum ein Kurator eingestellt. Für den Master muss man weitere zwei Jahre einkalkulieren, mit insgesamt vier Semestern.

Gut zu wissen: Je nach Arbeitgeber können die Anforderungen an künftige Kuratoren sehr hoch sein, weshalb viele nach dem Master promovieren. Der Doktor ist einer der höchsten akademischen Grade in vielen Staaten, auch in Deutschland. Die Promotion ist anspruchsvoll und dauert im Durchschnitt zwischen vier und fünf Jahren. 2013 promovierten 6,35 % aller Hochschulabsolventen.

Beispiel: Als angehender Kurator muss man vom Schulabschluss (Abitur) bis zur Promotion etwa neun bis zehn Jahre für Bachelor-, Masterstudium und Promotion einplanen.

Berufseinstieg über Ausbildung möglich?

Bevor wir uns nun um die Frage nach den Verdienstmöglichkeiten kümmern, wollen wir zunächst auf die Berufsaussichten mit Ausbildung eingehen. Grundsätzlich gilt: Ein Master-Abschluss von einer Hochschule ist Voraussetzung für eine Einstellung als Kurator. Theoretisch ist der Werdegang aber auch dann möglich, wenn keine Hochschulreife vorhanden ist und eine Berufsausbildung absolviert wurde.

Zwar gibt es keine Berufsausbildung zum Kurator, doch kann man sich zum Beispiel zum Stuckateur ausbilden lassen, verschiedene Weiterbildungen absolvieren und anschließend in ein Hochschulstudium wechseln. Das bedeutet zwar man muss viel Zeit für die Ausbildung einplanen, bietet aber auch Menschen ohne Hochschulreife die Chance, Kurator zu werden.

Übrigens: Wer mit fachlicher und praktischer Kompetenz überzeugt, kann ebenso gute Chance auf eine Beschäftigung haben wie ein Master-Absolvent.

Der Berufseinstieg erfolgt dann tatsächlich über ein Volontariat, für das man rund zwei Jahre einplanen sollte. Wichtig: Die Kontakte sollten im Idealfall schon während des Masterstudiums oder der Promotion aufgebaut werden, damit der Übergang ins Volontariat nahtlos erfolgt und nicht zu viel zeitlicher Lehrlauf entsteht. Der Berufseinstieg erfolgt demnach etwa mit Ende 20 / Anfang 30.

Gut zu wissen: Weitere Informationen zu Ausbildung, Studium und Volontariat bietet der Deutsche Museumsbund.

Was verdient ein Kurator?

Der Kurator verdient im Durchschnitt etwa 3.400 bis 3.600 Euro, meist als Beschäftigter im öffentlichen Dienst. Die Schwankungen bei den Gehältern von Kuratoren sind allerdings enorm: Teilweise von 1.500 Euro und weniger bis 7.600 und mehr.

Eine Erklärung für diese starken Unterschiede ist, dass Kuratoren in der Privatwirtschaft meist nach Honorarverträgen vergütet werden, in denen die Gage individuell vereinbart wird. Gleichzeitig sind die Verträge meist befristet für ein Projekt oder eine Ausstellung. Als freie Kuratoren können sie dann aber für mehrere Projekte tätig werden.

Welche beruflichen Perspektiven bieten sich?

Kuratoren können für einzelne Projekte, Ausstellungen oder Sammlungen angefragt werden. Teilweise übernehmen sie die Aufgaben des Direktors, organisieren lokale oder regionale Ausstellungen oder internationalen Biennalen oder arbeiten für Organisationen und Einrichtungen wie das Goethe Institut.

Selbstverständlich kann man als Kurator auch führende Positionen bekleiden und zum Beispiel die Leitung des Museums übernehmen. Als Museumsdirektor im öffentlichen Dienst ist man Beamter im Höheren Dienst mit der Besoldungsgruppe A 16, die ein Gehalt zwischen 5.500 Euro und 6.900 Euro brutto erhält.

Bildquelle: © thampapon1 – Fotolia.com

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