Langzeitbezug, Hartz IV wird immer öfter zum Dauerproblem
ArbeitslosHartz 4News am

Auch wenn die freudige Nachricht über ein wenig mehr Regelleistungen Anfang des Jahres die Runde gemacht hat, können damit alarmierende Tatsachen nicht schön geredet werden. Von den sechs Millionen Betroffenen, die im Hartz-IV-Bezug stehen, erhält ungefähr die Hälfte der Hilfebedürftigen die Leistungen schon mehr als vier Jahre. Der Trend zeigt ist aufwärtsgerichtet.

Übersicht

  • Der Begriff der Langzeitarbeitslosigkeit
  • Die Entwicklung
  • Worin ist der Langzeitbezug begründet
  • Der Bildungsstand
  • Unternehmen sind abgeschreckt
  • Jobcenter müssen individuell reagieren

Der Begriff der Langzeitarbeitslosigkeit

Mit einer Langzeitarbeitslosigkeit ist eine Dauer von mehr als zwei Jahren gemeint. Die Langzeitbezieher stehen oftmals unter massiven Vorurteilen in der Bevölkerung. Da ist die Rede von Sozialschmarotzern und die Betroffenen gelten nicht selten als faule Menschen, die sich auf Kosten anderer ausruhen. Ihnen wird ein Stempel aufgedrückt, der nicht leicht loszuwerden ist.

Hier lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen, um die öffentliche Meinung in das rechte Licht zu rücken.

Die Entwicklung

Die Arbeitsmarktentwicklung geht oftmals an den Langzeitarbeitslosen vorbei. Da kann eine positive Prognose im Raum hängen, der Langzeitbezug bleibt meistens ein Dauerproblem. Die Zahl der Langezeitbezieher in Deutschland ist sogar gestiegen und die Tendenz bleibt aufwärtsgerichtet.

Wer im ersten Jahr der Arbeitslosigkeit den Weg in das Erwerbsleben nicht zurückfindet, landet oft in der Dauerschleife von Hartz IV.

Worin liegt der Langzeitbezug begründet?

Die Gründe, warum Menschen zu Langzeitarbeitslosen werden, sind ganz unterschiedlich.

Bei den Betroffenen handelt es sich meistens um ältere Menschen, die in die Arbeitslosigkeit geraten sind und keinen Job mehr finden. Viele der Hilfebedürftigen haben gesundheitliche Probleme oder kämpfen als Alleinerziehende damit, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bekommen.

Gleichfalls gehören auch Migranten zu dem Grundproblem. Schlechte Deutschkenntnisse sind meisten ein Hemmnis auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Der Bildungsstand

Betroffene ohne Schul- oder Berufsausbildung hängen meistens im Langzeitbezug. Hier fehlt es an Qualifikationen, mit denen eine Nachhaltigkeit auf dem Arbeitsmarkt gesichert werden kann.

Meistens haben diese Hilfebedürftigen einen Job in einem Segment, in dem der Erwerb für das Überleben nicht ausreicht. Sie machen Hilfsarbeiten, sind bei Zeitarbeitsfirmen unter Vertrag und der Verdienst muss mit den staatlichen Leistungen aufgestockt werden.

Unternehmen sind abgeschreckt

Langzeitbezieher haben es schwer, den Einstieg in die Erwerbstätigkeit zu finden, da sie auf Arbeitgeber abschreckend wirken. Einen Eindruck, von dem sich viele nicht freisprechen können.

Auch die finanziellen Eingliederungshilfen sind keine potentiellen Selbstläufer auf dem Arbeitsmarkt.

Die Jobcenter müssen individuell reagieren

Die Jobcenter müssen Lösungen finden, die auf die individuellen Probleme der Langzeitbezieher zugeschnitten sind.

In einige Regionen ist der Anteil der Langzeitbezieher sogar bei 80 Prozent – ein Problem, um das sich Landkreise und Kommunen verstärkt kümmern wollen.

Die Taktik, den schnellen Übergang in die Erwerbstätigkeit zu erreichen, läuft meistens ins Leere. Die Jobcenter erkennen die Problematik des raschen Erfolges und der geschönten Statistik.

Leider fehlt es oftmals am Geld für nachhaltige Lösungen bei Langzeitbezieher.

Bildquelle: © Zerbor – Fotolia.com

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