Liebe ist wie ein sich fortlaufend entwickelnder Prozess… und dabei leider nicht immer ganz einfach. Viele Pärchen geben bereits nach den ersten Phasen auf. Wer diese Phasen allerdings gemeinsam mit seinem Partner überwindet, der wird das finden, was sich jeder insgeheim so sehnlichst wünscht.

Die 5 Phasen der Liebe

Auch wenn jede Partnerschaft wie ein neues Abenteuer scheinen mag: Eines bleibt laut dem Paartherapeuten Roland Weberhat gleich: Die fünf Phasen, in denen sich eine Beziehung entwickelt.

Diese Phasen sind immer dieselben. Allerdings durchleben die meisten Personen in ihren Beziehungen lediglich die ersten beiden Phasen. Die bekannteste der Phasen ist dabei natürlich die Verliebtheits-Phase. Der Trugschluss, dass man mit dem richtigen Partner ein Leben lang in dieser einen Phase verweilen könnte, lässt die meisten Beziehungen leider kläglich scheitern. Und obwohl sich die Phasen von Beziehung zu Beziehung immer wieder wiederholen, kommen die meisten Menschen nicht darauf, dass Beziehung und Liebe nach einem festen Schema abläuft.

Die 1. Phase: Verliebtheit

Wer kennt es nicht, das schöne Gefühl, welches auch als „Schmetterlinge im Bauch“ bezeichnet wird. Und wer kennt es nicht, die verzweifelte Suche nach etwas, was mal war, wenn die Phase der Verliebtheit abklingt.

Wir erleben diese erste Phase als etwas Wundervolles: Wir tragen unseren Partner auf Händen und sehen ihn als etwas ganz Besonderes an. Beinahe makellos. Und wenn man doch einen Makel findet, so scheint dieser sogar einen gewissen Reiz auszuüben. Wir erzählen voller Stolz und Mitteilungsbedarf unseren engsten Freunden davon, welch eine besondere Person wir kennengelernt haben und strahlen dabei über das ganze Gesicht. Wir erkennen die vermeintlichen Schattenseiten nicht als solche an und sind somit wie man so schön sagt „blind vor Liebe“.

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Bedeutung der Verliebtheitsphase

Die erste Phase ist für die Beziehung unglaublich wichtig, denn durch sie wächst ein Pärchen erst richtig zusammen. Wie nahe sich zwei Menschen in Ihrer Beziehung kommen können, wird durch diese erste Phase festgelegt. Je intensiver die erste Phase wahrgenommen wird und je mehr man miteinander unternimmt, desto stärker wird auch der gemeinsame unsichtbare Bund.

Das haben wir alle schon einmal in Beziehungskrisen erlebt: Plötzlich erinnert man sich wieder an die schöne Anfangszeit und die vielen Dinge, die man miteinander erlebt hat. Eine intensive Verliebtheitsphase wird man als Paar sicher nie vergessen.

Zweck der Verliebtheit

Wissenschaftler sind der Meinung, dass die Phase der Verliebtheit einem zentralen Aspekt dient: Dadurch, dass wir durch das Verliebtsein wie blind zu sein scheinen, achten wir kaum auf vermeintliche Fehler des anderen. Würden wir von vornherein nur auf das schauen, was uns am anderen stört, würde eine richtige Beziehung so gut wie nie zustande kommen können. Die Verliebtheit ist also unser evolutionsbiologischer Schutz davor, zu viele Mängel am anderen zu sehen. 

Dauer der Verliebtheitsphase

Normalerweise ist die Phase der Verliebtheit leider schon nach drei bis 18 Monaten vorbei. Einige werden nun vielleicht feststellen, dass die eigenen oder Beziehungen aus dem Bekanntenkreis sehr oft nach dieser Zeit bereits enden. Leider erfahren die meisten dadurch nicht, welche wahren Qualitäten die Beziehung hätte entwickeln können.

Tipp der Paartherapeuten

Wenn das Gefühl der Verliebtheit abklingt, sollte man sich auf keinen Fall irritieren lassen. Es ist völlig normal und ein Teil der Phasen einer Beziehung.

Die 2te Phase: Verliebtheit verschwindet

In der zweiten Phase der Liebe nehmen wir nun plötzlich sehr wohl die Fehler an unserem Partner wahr, die uns zuvor noch nicht gestört haben. Das irritiert uns. Aus diesem Grund beobachten wir den Partner noch genauer und suchen nach weiteren vermeintlichen Fehlern, die uns auffallen oder nicht gefallen. Dabei kommt auch hinzu, dass man nach Unterschieden zwischen einander sucht. Manch einer wird sich sogar fragen, wie er sich selbst hat so stark in jemandem täuschen können. Andere wiederum werden einfach sagen: „Es passt nicht mehr“. Zwar hat man in diesem Moment immer noch ein Auge für die Dinge, die einen verbinden, doch man wird zunehmen skeptisch was die Richtigkeit der Beziehung anbelangt.

Das ist die Phase, in der sich die meisten Paare trennen. Und das ist sehr schade, da man als Paar erst weiß, ob man wirklich zusammenpasst, wenn man drei bis vier Jahre zusammen gelebt hat. Warum das so ist, erfahren Sie anhand der Erläuterungen der nächsten Phasen.

Zweck der zweiten Phase

Auch diese Phase hat eine wichtige Bedeutung für die Beziehung. In ihr zeigt sich, ob ein Pärchen auch in der Lage ist, durch Dick und Dünn zu gehen. Die meisten Paare trennen sich, weil sie glauben, es sei das Ende ihrer Liebe. Dabei ist das genaue Gegenteil der Fall. Es ist erst der Beginn einer wahren und leidenschaftlichen Beziehung.

Tipp der Paartherapeuten

Eine Beziehung kann nur noch dann weiterbestehen, wenn sich beide Partner akzeptieren und sich bewusst machen, dass die Verliebtheitsphase stets nur vorübergehend ist und dass eine Verliebtheit, wie man sie vom Anfang her kennt, nicht wiederkommen wird. Erst in dieser Phase beginnt man seinen Partner so zu sehen, wie er wirklich ist. Nämlich als einen ganz einfachen Menschen, der eben auch seine Eigenarten hat. Ebenso, wie man selbst. Die Aufgabe besteht nun darin, den Partner so zu akzeptieren, wie er wirklich ist, und dafür auch Kompromisse einzugehen.

Die 3te Phase: Bekämpfung von Gegensätzen

Es wäre zu schön und einfach, wenn man nach der zweiten Phase bereits eine glückliche und harmonische Beziehung führen könnte. Doch leider spitzt sich die Lage nochmals etwas zu: Es ist der Höhepunkt einer Krise. Beide überlegen, ob es nicht Zeit für eine Trennung wäre. Niemand möchte dem anderen Recht geben. Die Beziehung wird von Machtkämpfen bestimmt, in denen keiner klein beigeben möchte.

Zweck der dritten Phase

Diese Phase dient dazu, die Grenzen des anderen zu erforschen. Instinktiv schaut der Mensch, wie weit er gehen kann. Das ist zwar traurig aber vielleicht auch notwendig. Wir lernen dadurch einen Menschen viel tiefgründiger kennen. Eventuell werden beide Partner in dieser Phase auch mit schwersten Vergangenheiten beider Seiten konfrontiert. Auf diese Weise, hat man sich zuvor mit Sicherheit noch nicht kennengelernt.

Tipp der Paartherapeuten

Am Ende dieser Phase lernt man den Partner so zu akzeptieren, wie er ist. Und zwar samt seiner Stärken und Schwächen. Außerdem kennt man nun die größten Schwachpunkte und weiß, was der andere nicht mag oder wodurch er verletzt werden kann. Auch das ist von unvorstellbar großer Bedeutung.

Die 4te Phase: Findungsphase

Ein Paar, das in dieser Phase der Liebe angekommen ist, weiß ganz genau, wie der andere beschaffen ist. Die Machtkämpfe der vorherigen Phase sind Geschichte. Man kennt die Grenzen des Partners und respektiert diese. Und anstatt sich an Konfliktpunkten aufzureiben, meidet man diese geschickt und toleriert die Bedürfnisse des Partners. Man spart sich die Energie eines Konfliktes, da man nun keinen Machtkampf mehr ausübt. Stattdessen setzt man seine Energie effizient für die persönliche Weiterentwicklung ein.

Zweck der vierten Phase

In der vierten Phase lernen wir, uns genug Raum für uns selbst zu nehmen, um unseren eigenen Interessen weiter nachgehen zu können. Dennoch nimmt man die Beziehung als eine solche wahr und versucht den Zusammenhalt zu fokussieren. Es wächst auch wieder das Interesse am Anderen und man versucht gemeinsame Interessen zu entdecken.

Tipp der Paartherapeuten

In dieser Phase sollte man versuchen, das optimale Gleichgewicht zwischen den eigenen Interessen, denen des Partners und den gemeinsamen Interessen zu finden.

Die 5te Phase: Pure Liebe

Die letzte Phase der Liebe ist die tatsächliche und pure Liebe. Sie hat nur noch wenig mit dem Verliebtsein aus der ersten Phase gemeinsam. Sie ist die tiefste, schönste und innigste Phase von Liebe, die man erleben kann. In dieser Phase begegnen sich die Partner auf völlig gleicher Augenhöhe. Sie sind sich so vertraut wie nie zuvor und respektieren einander. Hier benötigt niemand eine Maske, niemand muss sich für etwas schämen oder wegen einer Sache lügen.

Zweck der fünften Phase

Der Zweck der letzten Phase ist die Liebe in einer Beziehung selbst. Wer in dieser Phase angelangt ist, der weiß, dass er mit seinem Partner bereits durch sämtliche Höhen du Tiefen gehen musste. Er weiß, dass er auch alle kommenden Hürden gemeinsam mit seinem Partner in Angriff nehmen kann.

Tipp der Paartherapeuten

Die Verinnerlichung der fünf Phasen hat einen großen Vorteil: Betrachtet man schwierige Phasen mit seinem Partner nur als kleine Hürde auf dem Weg zu etwas ganz Großem, so lässt es sich viel einfacher mit schweren Situation umgehen. Der Preis für die Mühen ist letztendlich die Beziehung, nach der man sich ein Leben lang gesehnt hat.    

Bildquelle: © drubig-photo – Fotolia.com

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