Hartz 4News am

Wer Hartz IV bezieht oder schon einmal bezogen hat, der weiß, wie schwer es ist, mit der geringen Summe, die monatlich bereitgestellt wird, zu leben. Neben- oder Minijobs klingen daher für Viele zunächst ziemlich verlockend. Doch lohnen sich Nebenjobs tatsächlich für Hartz-IV-Empfänger und welche Möglichkeiten gibt es?

✅ In diesem Artikel werden alle Fragen zu Hartz 4 beantwortet

Welche Einnahmen zählen bei Hartz IV zum Einkommen?

Das Sozialgesetzbuch hält in § 11b fest, welche Einkommen durch das Jobcenter auf das Hartz IV angerechnet werden müssen. Demnach sind sowohl Arbeitsentgelte, mögliche Lohnnachzahlungen, Kindergeld, Arbeits- und Krankengeld sowie Weihnachts- oder Urlaubsgelder beim zuständigen Amt anzumelden. Weiterhin sind Mieteinnahmen oder Lotteriegewinne anrechenbar und müssen dem Jobcenter daher ebenfalls gemeldet werden.

Möchten Sie von Zuhause aus Geld verdienen?

Wie viel darf hinzuverdient werden?

Der Hartz-IV-Grundfreibetrag liegt bei 100 Euro brutto im Monat. Dies bedeutet, dass jeder das Recht hat, monatlich 100 Euro anrechnungsfrei hinzuzuverdienen. Wird der sogenannte Grundfreibetrag von 100 Euro überschritten, treten die beiden folgenden Anrechnungsregeln in Kraft. Jegliche Einnahmen zwischen 100 und 1000 Euro werden zu 80 Prozent mit dem Arbeitslosengeld verrechnet, sodass lediglich 20 Prozent des Gehalts in die Taschen des Angestellten fließen.

Summen von über 1000 Euro werden gar mit 90 Prozent verrechnet, wobei die Verdienstobergrenze bei 1200 Euro liegt. Im Beispiel bedeutet das, dass Minijobber mit einem Verdienst von 400 Euro 160 Euro behalten dürfen. 100 Euro aufgrund des Freibetrags sowie weitere 20 Prozent der restlichen 300 Euro, sprich 60 Euro.

Ausnahmeregelungen für den Freibetrag

Auch wer einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgeht, muss mögliche Aufwandsentschädigungen für diese Tätigkeit beim Jobcenter anmelden. Entgegen der Regelung für Neben- und Minijobs beträgt der monatliche Freibetrag für ehrenamtliche Tätigkeiten jedoch 200 Euro.

Wer gemeinsam mit einem minderjährigen Kind innerhalb einer Bedarfsgemeinschaft lebt, hat Anspruch auf eine Erhöhung der Verdienstobergrenze von 1200 Euro auf 1500 Euro. In diesem Fall würden weitere 30 Euro zu dem Freibetrag von 300 Euro hinzukommen.

Muss der Nebenjob beim Jobcenter angemeldet werden?

In jedem Fall sollten Hartz-IV-Empfänger ihren Nebenjob beim zuständigen Sacharbeiter anmelden. Andernfalls drohen Sanktionen seitens des Jobcenters, im schlimmsten Fall sogar eine Strafanzeige wegen Schwarzarbeit. Des Weiteren sollten die angegebenen Einnahmen keinesfalls überschritten werden. Wer Falschangaben macht und mehr verdient, als er angegeben hat, muss mit empfindlichen Kürzungen der Bezüge rechnen.

Fazit

Auch wenn die Anrechnungsregeln auf den ersten Blick abschreckend und wenig lukrativ wirken, so bieten Nebenjobs für Hartz-IV-Empfänger die Möglichkeit, ihre monatlichen Einnahmen zu steigern. Neben der Aufstockung der geringen monatlichen Bezüge können Nebenjobs vor allem für spätere Bewerbungen hilfreich sein, da Berufserfahrung zumeist gewünscht ist. Weiterhin suggeriert ein Nebenjob den Willen, arbeiten gehen zu wollen.

1 Bewertungen
5.00 / 55 1