Medizinische Schreibkräfte arbeiten bevorzugt in Institutionen des Gesundheitswesens wie Krankenhäusern, Rehabilitationszentren, Ärztehäusern und Laboren.
Sie sind für die Informationsbeschaffung, Erfassung von medizinischen Daten und deren Dokumentation zuständig, unterstützt die Ärzte also bei ihren schriftlichen Arbeiten.
Den Großteil der Stellenangebote kommt von Arztpraxen und Krankenhäusern, aber auch Forschungseinrichtungen und die chemische Industrie gehören zu den Hauptarbeitgebern.

Der Beruf der Medizinischen Schreibkraft ist mit der Ausnahme Sachsen nicht rechtlich geschützt und kann – abgesehen von diesem Bundesland – nicht im Rahmen einer speziellen Ausbildung erlernt werden.
Stattdessen ist er eine Zusatzqualifikation für Ärzte, medizinische Fachangestellte, Arzthelfer, Pfleger oder Sachbearbeiter, die im Gesundheitswesen arbeiten.
Sofern sich Sekretariatsmitarbeiter für ihn interessieren, besteht die Möglichkeit, spezielle Kenntnisse zur Erlangung des notwendigen medizinischen Wissens zu erwerben.

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Übersicht:

  • Das Berufsbild der medizinischen Fachkraft
  • Aufgaben und Tätigkeitsfeld
  • So wird man medizinische Schreibkraft
  • Ausbildung
  • Studium
  • Fernstudium
  • Voraussetzungen, Dauer, Inhalte, Praktika und Prüfung
  • Karrieremöglichkeiten
  • Chancen und Perspektiven
  • Lohn und Verdienst
  • Einstiegsgehalt
  • Gehaltsentwicklung

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Das Berufsbild der medizinischen Schreibkraft

Aufgaben und Tätigkeitsfeld

Die Hauptaufgaben einer Medizinischen Schreibkraft liegen im Verfassen von Verlegungs- oder Entlassungsbriefen, dem Schreiben von OP- und Befundberichten sowie der Korrespondenz zwischen unterschiedlichen Fachbereichen.

Je nach Arbeitsverhältnis arbeitet die Medizinische Hilfskraft zu festgelegten Arbeitszeiten vor Ort (Krankenhaus, Praxis, Labor) oder mit freier Zeiteinteilung selbstständig im Home-Office.

So wird man medizinische Schreibkraft

Ausbildung

Eine klassische Ausbildung kann nur in Sachsen und Sachsen-Anhalt an Berufsfachschulen und berufsbildenden Schulen absolviert werden. Sie dauert 3 Jahre und endet mit einer Abschlussprüfung.

Anschließend ist man in Sachsen berechtigt, den Titel „Staatlich geprüfter medizinischer Dokumentationsassistent“ zu führen.
Die wesentlichen Lerninhalte sind mit denen im (Fern-) Studium identisch und werden im Zusammenhang mit dem Fernstudium vorgestellt.

Studium

Obwohl öffentlich-rechtliche Hochschulen keinen spezifischen Studiengang anbieten, der zur Medizinischen Schreibkraft qualifiziert, erwirbt man bei einer geeigneten Fächerwahl ebenfalls einen entsprechenden Kenntnisstand.

Und zwar im Rahmen eines Studiums der Humanmedizin.

Denn es beinhaltet Praktika, in denen die Studenten von medizinischen Schreibkräften lernen, wie sie fachlich korrekt schreiben und dokumentieren.

Auch an Fachhochschulen bieten bestimmte Studiengänge (Soziale Arbeit und Sozialmanagement) Kurse an, in denen die wichtigen Techniken und das Fachvokabular vermittelt werden.

Fernstudium

Das Fernstudium stellt die am häufigsten genutzte Variante auf dem Weg zur Qualifikation als Medizinische Hilfskraft dar.
Die Kurse finden teilweise als Wochenend-Seminare in den Anbieterinstituten statt; im Wesentlichen erarbeiten sich die Teilnehmer die Lerninhalte aber eigenständig.

Hierbei dienen ihnen das Internet und diverse Online-Tutorien des Anbieters als wichtige Recherchequellen und Hilfsmittel.

Voraussetzungen, Inhalte, Praktika, Dauer und Prüfung

Die Voraussetzungen schwanken je nach Kenntnis- und Ausbildungsstand des Teilnehmers:

Für ein humanmedizinisches Studium ist ein überdurchschnittlich gutes Abitur mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt Bedingung.
Bei einer Ausbildung oder der Belegung eines Fernkurses reicht meist ein guter Realschulsabschluss.

Gute bis sehr gute Noten in den Naturwissenschaften sowie Deutsch und / oder Englisch erleichtern den Einstieg zusätzlich. Darüber hinaus sollten die Bewerber mit Hilfe des 10-Finger-Systems tippen können, 150 Anschläge pro Minute schaffen und gute MS-Office-Kenntnisse mitbringen.

Zu den relevanten Studieninhalten gehören die Datenrecherche und -präsentation, die Erstellung von Schriftstücken und Formularen und die Datenbankabfrage, -erstellung und -pflege.

Darüber hinaus lernen die Studenten, wie man Diagnosen und Prozeduren verschlüsselt, Daten verwaltet, zusammenstellt und biometrisch auswertet.

Des Weiteren gehören die Studienplanung, -ausführung und -evaluation sowie Kundenberatung, – schulung und -pflege auf den Lernplan.
Das Kennenlernen der Besonderheiten von Fachdiktaten, der gängigen Bürokommunikationsprogramme (ISMed, CareCenter und OrbiMed), der Handhabung von Daten- und Schweigepflicht und der englischen Fachtermini rundet das inhaltliche Bild ab.

Neben dem theoretischen Wissenserwerb ist die praktische Anwendung der neu erlernten Kenntnisse von fundamentaler Bedeutung.
Ein mehrwöchiges Praktikum in einem medizinischen Fachbetrieb wird daher dringend empfohlen, wenngleich keine allgemeinen und zwingenden Vorschriften über die Notwendigkeit und Dauer eines solchen Praktikums vorhanden sind.

Aufgrund des umfangreichen Programms beträgt die Studiendauer meist ein Jahr – sofern man von einer Wochenarbeitszeit von zehn Stunden ausgeht. In den meisten Fällen lässt sich das Fernstudium je nach individuellem Bedarf monatlich starten und verlängern beziehungsweise verkürzen.

Am Ende finden eine schriftliche Wissensüberprüfung und ein praktischer Test mit Hilfe eines Phonodiktats statt.
Sofern der Student die Prüfung besteht, stellt ihm die Fernschule ein Zertifikat über seine Qualifikation als Medizinische Schreibkraft aus; auf expliziten Wunsch hin ist auch eine englischsprachige Version erhältlich.

Karrieremöglichkeiten

Nach dem erfolgreichen Abschluss der ersten Prüfung sind weitere, verschiedene Spezialisierungen für diverse Fachbereiche denkbar.
Zu diesen zählen unter anderem die Kardiologie, Neurologie, Gynäkologie, Radiologie, Orthopädie, HNO- und innere Medizin.

Chancen und Perspektiven

Gleich eines vorab: Als Medizinische Hilfskraft alleine macht man selten Karriere.

Die Fortbildung zur Medizinischen Schreibkraft ist jedoch eine sehr gute Ergänzung zu einer fundierten anderweitigen Ausbildung: Immerhin wirken sich die zusätzlichen Berufskenntnisse sowohl bei der Stellensuche als auch beim Gehalt positiv aus.

Ein weiterer Pluspunkt: Medizinische Schreibkräfte werden nicht nur kurz-, sondern mittel- bis langfristig gefragt sein, da der Bedarf an kompetenten Dokumentationsassistenten groß ist.

Lohn und Verdienst

Einstiegsgehalt

Das Einstiegsgehalt hängt vor allem von der bereits bestehenden Qualifikation und Spezialisierung des Arbeitnehmers ab.
Während Studenten in der Regel wie Mini-Jobber bezahlt werden, liegt das Einstiegsgehalt für alle anderen Berufseinsteiger im Durchschnitt bei 1.300 € brutto pro Monat.

Gehaltsentwicklung

Hier spielt nicht nur die Qualifikation, sondern vor allem der Arbeitgeber eine Rolle:

Private Schreibbüros zahlen meist nicht mehr als 1.300 € bis 1.400 € monatlich; im öffentlichen Sektor beträgt das Bruttogehalt bereits 2.100 € bis 2.400 €. Die höchsten Löhne verdienen Spitzenkräfte wie Röntgenassisten, die in internationalen Praxen arbeiten: Ihre Löhne liegen bei bis zu 2.500 € brutto im Monat.

Bildquelle: © allegra47 – Fotolia.com

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