„Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“ Weitere Unterstützer gefunden!
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Das Projekt „Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“ begrüßt neuen Unterstützer im Main-Kinzig-Kreis und wächst damit weiter. Die Anlaufstelle soll Frauen anonym und sicher helfen, die vergewaltigt wurden.

St.Vinzenz-Krankenhaus ist dabei!

Vor einem Jahr wurde das Projekt „Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“ vom Frankfurter Frauennotruf-Verein und der Stadt Hanau ins Leben gerufen. Mittlerweile hat es viele Unterstützer gefunden – zuletzt das St.Vinzenz-Krankenhaus in Hanau.

Wie „Focus Online“ berichtet wurde das Projekt von der Ersten Kreisabgeordneten und Dezernentin für Frauen- und Gleichstellungsfragen, Susanne Simmler, im St.Vinzenz-Krankenhaus vorgestellt und das Krankenhaus gleichzeitig als neuer Unterstützer des Projekts begrüßt.

Betroffene können sich anonym helfen lassen

„Kein gutes Thema, aber ein guter Tag für das Projekt“, so Simmler. „Die meisten Vergewaltigungen werden nicht angezeigt, die Dunkelziffer liegt bei 90 Prozent“, so Simmler weiter.

Umso wichtiger ist es, dass Mädchen und Frauen eine Möglichkeit haben, sich nach einer Vergewaltigung medizinisch und psychologisch betreuen zu lassen – ohne zwingend direkt eine Anzeige bei der Polizei stellen zu müssen.

„Für viele Frauen und Mädchen kommt eine polizeiliche Anzeige nach einer Vergewaltigung nicht in Frage, so wenden sie sich nicht an die Polizei und bleiben häufig auch medizinisch unversorgt mit oft dauerhaftem Schaden für Leib und Seele“, berichtete Simmler laut „Focus Online“. Aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht werde auch keine Anzeige ohne Einwilligung des Opfers gemacht.

Projekt hilft bei Aufklärung von Vergewaltigungen

Durch die Helfer des Projekts können Spuren und Befunde gesichert werden, die auch noch innerhalb eines Jahres als Beweise herangezogen werden können, wenn doch Anzeige erstattet wird. Die Main-Kinzig-Kliniken, ein weiterer Projektteilnehmer, konnte im vergangenen Jahr durch die anonyme Untersuchung und Beweissicherung in einem Fall sogar helfen.

Schulungen für Ärzte und Personal

Zusammen mit dem Hanauer Stadtrat Axel Weiss-Thiel berichtet Susanne Simmler, dass zur besseren Unterstützung der Betroffenen, aber auch der Polizeiarbeit, die behandelnden Ärzte und Mitarbeiter in den Beratungsstellen umfassend geschult werden.

Die unterschiedlichen Helfer sollen nicht nur bei der medizinischen und psychologischen Untersuchung den Opfern beiseite stehen, sondern müssen die Spuren und Befunde gegebenenfalls auch ordnungsgemäß sichern – also eine vertrauliche Spurensicherung durchführen. Die gesicherten Spuren werden dann ein Jahr lang in der Rechtsmedizin aufbewahrt.

Unterstützung für das Projekt

Das Projekt „Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“ wird von unterschiedlichen Stellen unterstützt. Der Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Hanau finanzieren beispielsweise die Kosten für die Beweisaufnahme und die Werbung sowie Öffentlichkeitsarbeit.

Die Gewaltpräventionsinitiative der Hessischen Landesregierung, Netzwerk gegen Gewalt, sowie Kliniken und Beratungsstellen und Sozialdienste unterstützen durch ihre beratende Tätigkeit, informieren die Öffentlichkeit und machen die Menschen aufmerksam.

„Gewalt gegen Frauen, Mädchen, Männer und Jungen wird von der Gesellschaft verharmlost oder geleugnet, trotz aller Aufklärung und Prävention, deshalb muss dieses Thema ans Licht gebracht und Öffentlichkeit erzeugt werden“, schließt Susanne Simmler die Veranstaltung im St.Vinzenz-Krankenhaus.

Bildquelle: © Syda Productions – Fotolia.com

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