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Der Ausdruck Midlife Crisis stammt aus dem Englischen. Er bezeichnet die „Krise in der Lebensmitte“, ein psychisches Grundgefühl der Unsicherheit, das im Alter von Ende 30 bis Anfang 50 bei Männern und etwas seltener auch bei Frauen auftritt, und das spezifische Auswirkungen mit sich bringt.

Überblick:

  • Definition
  • Möglichkeiten zum Umgang
  • 10 Tipps zur Überwindung

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Wie äußert sich eine Midlife Crisis ?

Diese spezifische Krise der Lebensmitte trifft weltweit sehr viele Menschen. Sie kann leicht oder auch schwerer verlaufen. Charakteristische Merkmale sind Gefühle der Unzufriedenheit und der Unsicherheit, der Angst und der inneren Leere. Sie resultieren aus der unweigerlichen Erkenntnis, dass die Zeit verstreicht, das Leben mit seinen Chancen vorbeigeht und sich körperliche Anzeichen des Älterwerdens und der geringeren Leistungsfähigkeit einstellen.

Sinnvoller Umgang mit dieser Lebensphase

Die Midlife Crisis ist eine vorübergehende Phase. Sie kann zwar mehrere Jahre dauern, aber sie geht sicher wieder vorbei. Danach fühlen sich die meisten Menschen wieder wohl, zufrieden und glücklich mit ihrem Leben.

Es gibt vielerlei Möglichkeiten, diese Phase zu überwinden und neue Energie gerade aus dieser Krise zu gewinnen. An erster Stelle steht die Erkenntnis, dass in der Midlife Crisis kostbare Potentiale zur Veränderung und zum Erreichen von Lebenssinn stecken.

10 Tipps zur Überwindung der Midlife Crisis

1. Zur Krise stehen

Es gibt nicht nur eine einzige Lebenskrise, sondern wir machen im Lauf des Lebens viele krisenhafte Phasen durch. Mit der Veränderung der der Rollenerwartungen im Lauf der Biographie müssen wir immer wieder unbekannte Aufgaben bewältigen und uns an unerwartete Gegebenheiten, an Verlust- und an Versagenserfahrungen, an Zumutungen und an Herausforderungen anpassen.

Dadurch erfährt das Leben eine immer neue und realistische Gestaltung. Durch die Krise der Lebensmitte gewinnen Männer und Frauen die Chance, ihre „zweite Halbzeit“ ganz bewusst und reflektiert anders zu gestalten als bisher, ihr Leben völlig umzukrempeln.

Doch sie können sich auch dafür entscheiden, ihren gewohnten Lebensstil bewusst mit kleinen Veränderungen beizubehalten. Wichtig ist, nicht der Gefahr zu erliegen, dass in der aktuellen Krise alles über Bord geht, was bisher wichtig war, denn das könnte mehr Schaden als Gewinn bringen.

2. Für sich selbst eine momentane Lebensbilanz ziehen

Da die Midlife Crisis zum Teil ihre Ursachen in der Frage hat, was denn im Leben überhaupt erreicht wurde, empfiehlt sich eine persönliche Bilanzierung, ein ehrliches Erfassen des augenblicklichen Standes.

Das bedeutet, sich ganz in Ruhe die Zeit zu nehmen und sich darüber klar zu werden, welche Lebensziele im Raum stehen, welche bisher erreicht wurden und welche wirklich wichtig sind. In der Lebensmitte besteht die Chance, diese Ziele neu zu sortieren, es besteht auch die Chance, manch wichtigen Vorsatz noch zu verwirklichen. Andererseits gibt es auch die Möglichkeit, bewusst bestimmte bisherige Wunschbilder zu verändern.

3. In sich hineinhören und Unzufriedenheiten genau orten

Gefühle der Unzufriedenheit lassen sich am besten bearbeiten, wenn sie exakt erkannt werden. Wer lediglich nebulöse Emtionen der Enttäuschung spürt, ohne sie genau benennen zu können, dreht sich im Kreis, wird reizbar, lustlos und negativ.

Wer sich dagegen bewusst auf den Weg macht, herauszufinden, wo die Enttäuschungspunkte genau liegen, kann konstruktiv damit umgehen lernen. Warum sich diese Wünsche nicht endlich eingestehen, die schon lange diffus im Raum schweben? Der erste Schritt zur Zufriedenheit ist es, sich seine Sehnsüchte oder seine konkreten Wünsche deutlich klarzumachen.

4. Eine Liste der Lebensfreude erstellen

Warum sich nicht lang gehegte Träume erfüllen, auch wenn sie nicht unbedingt vernünftig sind, wenn sie aber die Lebenslust steigern? Eine Liste der Veränderungen ist hilfreich, um für sich selbst zu sortieren, was mehr Zufriedenheit und Freude ins Leben bringen könnte. Viellicht geht es darum, bestimmte Konstanten, die das Leben bisher prägten, umzugestalten.

Das können kleine oder auch größere Punkte sein. Eingefahrene Gewohnheiten, beispielsweise im Zusammenleben in der Familie, die schon seit langer Zeit überholt sind, lassen sich vielleicht nicht ganz leicht, aber doch mit Energie und Zielstrebigkeit anders gestalten. Wer sich mit Kreativität daranmacht, seine aktuellen Komponenten der Lebensfreude zu suchen, wird interessante Möglichkeiten entdecken und sich selbst neu kennenlernen.

5. Den Austausch mit andern suchen

Es ist schon nicht leicht, sich selbst einzugestehen, dass beispielsweise die Leistungsfähigkeit nachlässt und die Lebenslust schwächer wird. Um so schwieriger scheint es da zu sein, einen Austausch mit andern Menschen zu diesen Themen zu suchen.

Doch die Erfahrung zeigt: Wer sich mit anderen ins Gespräch begibt, steht weniger in der Gefahr, sich im Kreis zu drehen. Gerade Menschen in ähnlicher Situation könne sich gegenseitig ermutigen, denn sie spüren, dass sie mit ihrem Problem nicht allein dastehen.

6. Die Routine des Alltags unterbrechen

Es muss ganz sicher nicht alles so bleiben, wie es ist. Wer sich sehr unter dem Einfluss einer festen Routine fühlt, sollte überlegen, wie er diese Zwangsläufigkeit unterbrechen kann. Manche Betroffene steigen ein für allemal aus ihrem Beruf aus und suchen sich eine völlig neue Aufgabe unter veränderten Bedingungen.

Doch für viele Menschen gibt es auch sanftere Methoden, um sich selbst als einen Menschen zu erleben, der nicht nur funktioniert. Hobbies, Ehrenämter, Aufstiegsansprüche innerhalb des Betriebs sind interessante Möglichkeiten, völlig neue Seiten von sich kenenzulernen und Schwung ins Leben zu bringen.

7. Sich konkrete kurz-, mittel- und langfristige Ziele setzen

Ziele sind wichtig und hilfreich, vor allem dann, wenn sie konkret benannt werden. Dann haben sie enorme Ausstrahlungskraft und fordern uns zur Verwirklichung heraus. Daher ist es ratsam, sich persönliche Ziele zu setzen und sie in einem realistischen Rahmen zu planen.

8. Ziele in die Tat umsetzen

Manche Ziele wie beispielsweise der Vorsatz, in den nächsten acht Wochen vier Kilo abzunehmen, lassen sich ganz konkret einplanen. Diese Wünsche, in die Tat umgesetzt, steigern das Selbstbewusstsein und geben neuen Antrieb.

Es ist also wichtig, sich überschaubare Ziele zu setzen, sie und damit sich selbst ernst zu nehmen und sich für die Umsetzung zu engagieren.

9. Ballast abwerfen

Vielleicht ist es an der Zeit, all das loszulassen oder abzuwerfen, was einem erfüllten und sinnvollen Leben eher schadet als nützt. Das können Kontakte sein, die mehr Kraft kosten als sie geben, oder Routinen, die nicht mehr passen. Gerade in der turbulenten Zeit der Midlife Crisis wächst bei vielen Menschen der Mut, endlich zu sich zu stehen. Diese Chance gilt es zu nützen.

10. Den eigenen Weg suchen

Es gibt viele Wege zu einem sinnvollen Leben. Der beste davon ist dabei immer der ganz persönliche. Jenseits aller sozialen und gesellschaftlichen Vorgaben finden viele Menschen in der Phase der Midlife Crisis ihre ganz individuelle Art, ihr Leben zu betrachten, ihre kostbare Lebenszeit zu füllen, neue Weichen zu stellen und unerkannte Möglichkeiten zu entdecken.

Nicht immer gelingt das ohne Reibungsverluste und Schmerz. Doch das Ergebnis ist meist ein neuer, erfüllter und glücklicher Abschnitt des Lebens.

Bildquelle: © Adam Gregor – Fotolia.com

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