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Selbst bei dem einfach erscheinenden Konzept des sozialversicherungsfreien Minijobs gibt es Ausnahmen von der Befreiung, die zur Beitragspflicht und zu erheblichen Nachforderungen der Rentenkassen an die Arbeitgeber führen können. Das betrifft vor allem die SFN-Zuschläge. Es macht daher Sinn, sich von vornherein darüber zu informieren, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

  • Grundsätzliche Definition des Minijobs
  • Steuerfreie SFN-Zuschläge bleiben sozialversicherungsfrei
  • Beispiel anrechnungsfreier SFN-Zuschläge
  • Beitragsfreiheit der SFN-Zuschläge neben dem Grundlohn
  • SFN-Zuschläge unterliegen unter bestimmten Voraussetzungen der Sozialversicherungspflicht
  • Bei Entgeldfortzahlung ohne erbrachte Arbeitsleistung:
  • Bei Überschreitung des Grundlohns ab einer bestimmten Höhe:

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Grundsätzliche Definition des Minijobs

Nach gegenwärtiger Gesetzgebung (2015) liegt ein Minijob vor, wenn das monatliche Arbeitsentgelt 450,00 Euro nicht überschreitet. Bei Einkommensschwankungen gilt ein Beobachtungszeitraum von einem Jahr, wobei der monatliche Durchschnittslohn errechnet wird. Wenn das jährliche Einkommen maximal 5400,00 Euro beträgt, also höchstens 450,00 Euro pro Monat, handelt es sich um eine geringfügig entlohnte Beschäftigung. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie in der Regel für den Arbeitnehmer sozialversicherungsfrei ist.

Steuerfreie SFN-Zuschläge bleiben sozialversicherungsfrei

Darüber hinaus sind laufende Zulagen, Zuschüsse, einmalige Einnahmen und Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit (SFN) im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung ebenfalls grundsätzlich steuerbegünstigt und anrechnungsfrei, selbst dann, wenn dadurch das monatliche Einkommen die 450-Euro Grenze überschreitet.

Beispiel anrechnungsfreier SFN-Zuschläge

Ein monatlicher Bruttolohn von 490,00 Euro teilt sich auf in 430,00 Euro Grundlohn und 60,00 Euro SFN-Zuschläge. Obwohl die monatliche Gesamtvergütung mit 490,00 Euro in diesem Fall mehr als 450,00 Euro beträgt, bleibt das Gehalt sozialversicherungsfrei. Ein nicht voraussehbares, vereinzelt auftretendes Überschreiten des Lohns von bis zu 3 Mal (oder 3 Monaten) innerhalb des Zeitjahres gefährdet den Status des Minijobs nicht.

Beitragsfreiheit der SFN-Zuschläge neben dem Grundlohn

Zwar bleiben diese Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit nach § 3b Einkommensteuergesetz (EStG) prinzipiell lohnsteuerfrei und stellen damit kein sozialversicherungspflichtiges Entgelt dar, wenn sie neben dem Grundlohn gezahlt werden und bestimmte „Vomhundertsätze“ davon nicht überschreiten. Dann wird der Minijob nicht beeinträchtigt. Doch Achtung – es gibt Ausnahmen von dieser Regelung der Beitragsfreiheit der Zuschläge:

SFN-Zuschläge unterliegen unter bestimmten Voraussetzungen der Sozialversicherungspflicht

Lohnsteuerfreie SFN-Zuschläge sind keineswegs immer sozialversicherungsfrei. Zur Beitragspflicht und damit zu einem Statuswechsel des Minijobs führen SFN-Zuschläge bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen.

Bei Entgeldfortzahlung ohne erbrachte Arbeitsleistung:

  • – Dem Arbeitnehmer werden die SFN-Zuschläge gezahlt, ohne dass dieser dafür eine Arbeitsleistung erbringen musste. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die Arbeit durch Krankheit, Arbeitsunfähigkeit und durch Feiertage oder im Urlaub ausfällt. Dann ist der Arbeitgeber auch bei einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis nach dem Entgeltfortzahlungsgesetzes (§§ 2 und 9 EFZG verpflichtet, dem Minijobber den Lohn vollständig zu zahlen, so als hätte er die volle Arbeitsleistung erbracht. In diesen Fällen werden von den Betriebsprüfern der Deutschen Rentenversicherung die Sozialversicherungsbeiträge für diesen sogenannten „Phantomlohn“ ein- bzw. nachgefordert.
  • – Während eines Beschäftigungsverbotes nach dem Mutterschutzgesetz (MuSchG) werden Lohnfortzahlungen plus SFN-Zuschläge über ein halbes Jahr in Höhe von monatlich mehr als insgesamt 450,00 Euro bis zur Entbindung gewährt. Es liegt aufgrund der Länge der Überschreitung der Entgeltgrenze kein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis mehr vor. (Ausgenommen sind die Beschäftigungsverbote im Rahmen der Schutzfristen nach § 3 Abs. 2 und § 6 Abs. 1 MuSchG.).

Bei Überschreitung des Grundlohns ab einer bestimmten Höhe:

  • – Das Gehalt, aus dem die SFN-Zuschläge ermittelt werden, darf die Höhe von 25,00 Euro Stundenlohn nicht überschreiten. Wird ein höheres Gehalt gezahlt, wird derjenige Anteil des SFN-Zuschlags sozialversicherungspflichtig, welcher auf dem den Grundlohn von 25,00 Euro pro Stunde übersteigenden Betrag basiert. Dieser Fall tritt real allerdings sehr selten ein.

Bildquelle: © Matthias Buehner – Fotolia.com

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