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Die Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro zu Beginn des Jahres 2015 in zahlreichen Branchen hat nach ersten statistischen Auswertungen der Minijob-Zentrale deutlichen Einfluss auf die Minijobs genommen. Diese Art des Beschäftigungsverhältnisses ist für viele Arbeitgeber unattraktiver geworden, der Trend dürfte sich noch fortsetzen.

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ÜBERSICHT

DER MINDESTLOHN UND SEINE FOLGEN

  • – Einbruch bei Minijobs im gewerblichen Bereich
  • – Gegenläufiger Trend in Privathaushalten
  • – Regionale Unterschiede erkennbar

WEITERE INFORMATIONEN ZU MINIJOB & MINDESTLOHN

  • – Begrenzungen in der Wochenarbeitszeit
  • – Folgen für sozialversicherungspflichtige Jobs

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Der Mindestlohn und seine Folgen

– Einbruch bei Minijobs im gewerblichen Bereich

Seit Januar 2015 ist in vielen Branchen ein Stundenlohn von wenigstens 8,50 Euro vorgeschrieben. Hiervon sind auch Millionen von Arbeitsverhältnissen betroffen, die bislang als Minijobs deklariert waren und einen maximalen Monatsverdienst von 450 Euro erlaubten. Die deutsche Minijob-Zentrale gab als statistische Auswertung für das erste Quartal 2015 einen Rückgang dieser Beschäftigungsverhältnisse um knapp eine Viertel Million an, aktuell sind damit gut sechseinhalb Millionen Bundesbürger in einem Minijob beschäftigt.

– Gegenläufiger Trend in Privathaushalten

Wird der Blick fort von gewerblichen Anstellungen hin zum Privatsektor gerichtet, zeigt sich der gegenläufige Trend. Ein Anstieg von mehr als sechs Prozent wurde verzeichnet, knapp 300.000 Beschäftigungsverhältnisse dieser Art bestanden demnach im ersten Quartal 2015. Dies kann als direkte Folge aus dem Rückgang im gewerblichen Bereich verstanden werden. Viele Betroffene haben nach Problemen bei der Suche nach einer gewerblichen Anstellung im privaten Sektor Ausschau gehalten, beispielsweise als Putzhilfe.

– Regionale Unterschiede erkennbar

Der Rückgang an Minijobs nach Einführung des Mindestlohns betrifft nicht alle deutschen Regionen in gleichem Maße. In den ostdeutschen Bundesländern ist der Trend stärker erkennbar als im Westen, wobei die Löhne generell auf einem niedrigeren Niveau liegen. Die Spitzenposition beim Rückgang der Minijobs nimmt Sachsen-Anhalt ein, hier gab es im ersten Quartal einen Rückgang von 7,7 Prozent.

Weitere Informationen zu Minijob & Mindestlohn

– Begrenzungen in der Wochenarbeitszeit

Grundsätzlich ist es möglich, einen bisherigen Minijob auch nach Einführung des Mindestlohns fortzuführen. Hierfür ist der Arbeitgeber allerdings gezwungen, die monatliche Arbeitszeit auf 53 Stunden zu reduzieren, da nur hierdurch der Stundenlohn von 8,50 Euro insgesamt unter der Verdienstgrenze von 450 Euro bleibt. Möglich wird dies vorrangig bei Teilzeitjobs, die am wenigsten von der Einführung des Mindestlohns beeinflusst wurden.

– Folgen für sozialversicherungspflichtige Jobs

Was sich als Nachteil für Minijobs darstellt, erweist sich in einzelnen Branchen als Vorteil für Arbeitnehmer, die auf eine vollwertige und sozialversicherungspflichtige Anstellung hoffen. Genau solche Beschäftigungsverhältnisse sind in den ersten Monaten 2015 in manchen Bereichen entstanden, beispielsweise bei Taxiunternehmen oder in der Gastronomie. Komplett ausgleichen konnten diese den Verlust der zurückgegangenen Minijob-Zahl allerdings nicht.

Bildquelle:  © bluedesign – Fotolia.com

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