MinijobNews am

Viele Menschen verdienen sich mit einem Minijob ein monatliches Taschengeld oder stocken damit das Einkommen ihres Vollzeitjobs auf. Auch wegen häufiger Änderungen von Regelungen sind sich viele Arbeitnehmer unsicher, was in den Bereich der geringfügigen Beschäftigung fällt und ob beziehungsweise wann sich jemand sozialversichern muss. Die wichtigsten Fragen beantwortet der folgende Überblick.

Grundsätzlich sozialversicherungsfrei

Der Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung, die entweder ein maximales Monatseinkommen von 450 Euro aufweist oder als kurzfristige Beschäftigung die Zeitgrenzen von 70 Arbeitstagen oder drei Monaten nicht übersteigt. Bei Saisonbeschäftigungen mit unterschiedlichem Einkommen wird ein Monatsdurchschnitt herangezogen. Im Grundsatz sind diese Beschäftigungsverhältnisse für den Arbeitnehmer sozialversicherungsfrei. Seit Beginn des Jahres 2013 unterliegen Minijobber zwar der Rentenversicherungspflicht, können sich davon auf Antrag allerdings befreien lassen.

Möchten Sie von Zuhause aus Geld verdienen?

Vorteilhafte Beiträge zur Rentenversicherung

Eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht will gut überlegt sein. Die Beiträge führen aufgrund des relativ geringen Einkommens zwar nicht zu einer deutlichen Rentenerhöhung, bewirken aber vollwertige Beitragszeiten. So dient der Minijob dazu, Mindestwartezeiten der Rentenversicherung zu erfüllen. Ein vorzeitiger Eintritt ins Rentenalter ist ebenso möglich wie das Inanspruchnehmen von Leistungen in Zusammenhang mit rehabilitativen Maßnahmen oder Erwerbsunfähigkeitsrente. Zudem kann auch eine private Altersvorsorge eines Minijobbers staatlich gefördert werden.

Vorsicht: Versicherungspflicht!

Manchmal reicht das Einkommen, das mit einem Minijob erzielt wird, nicht aus. Werden jedoch mehrere geringfügige Beschäftigungen gleichzeitig ausgeübt, summiert sich das Einkommen und übersteigt in vielen Fällen die 450 Euro, die die Entgeltgrenze für die Beitragspflicht zur Sozialversicherung darstellen. Wer beim selben Arbeitgeber einen Vollzeitjob oder einen sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjob mit einem Minijob verbindet, muss für diesen ebenfalls Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Der Grund ist, dass der Gesetzgeber Einkommen von ein und demselben Arbeitgeber zusammenrechnet.

Minijob als Zusatzeinkommen

Anders sieht es aus, wenn jemand eine Vollzeittätigkeit mit einem Minijob bei einem anderen Arbeitgeber verbindet. In diesem Fall ist die geringfügige Beschäftigung nicht mit Beiträgen zu Kranken- und Rentenversicherung verbunden. Eine Ausnahme besteht, wenn der Hauptjob, etwa bei Personen in einem Beamtenstatus, sozialversicherungsfrei ist. Hier unterliegen die Beschäftigten bei Überschreiten der Grenze von 450 Euro einer Versicherungspflicht für die Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Sozialversicherung aus Sicht des Arbeitgebers

Wer (nicht kurzfristig) Minijobber beschäftigt, muss an die Minijob-Zentrale Pauschalabgaben zu Kranken- und Rentenversichering in gesetzlich geregelter Höhe zahlen. Hinzu kommen Beiträge an die jeweils zuständigen Unfallversicherungsträger. Die Beiträge zur Unfallversicherung sind deshalb wichtig, da es natürlich auch bei Minijobs zu Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten kommen kann und diese beitragsmäßig nicht über die Minijob-Zentrale abgedeckt werden.

Achtung: Minijob im Haushalt

Was viele Privatleute nicht wissen: Beschäftigen sie zu ihrer Entlastung einen Minijobber als Küchenhilfe, zur Gartenarbeit oder zur Autopflege, müssen sie für diese Arbeitsverhältnisse ebenfalls Pauschalabgaben leisten.

Minijob und Flüchtlinge

Flüchtlinge sind nicht krankenversichert. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber, der an einen Flüchtling mit Arbeitserlaubnis einen Minijob vergibt, keine Pauschale zur Krankenversicherung leisten muss.

2 Bewertungen
5.00 / 55 2