KABELHILFE KABELTRÄGER

Ein beliebter Berufswunsch junger Mädchen ist der der Schauspielerin. Leider ist dies nur den wenigsten vergönnt. Ein erfolgversprechenderer Weg, um zum Fernsehen zu kommen, ist der Beruf des Kabelträgers, auch Kabelhilfe genannt. Mit diesem Job schafft man es zwar nicht vor eine Kamera, aber immerhin ins Studio. Und das Anforderungsprofil eines Kabelträgers ist anspruchsvoller, als man denkt.

Es liegt in der Verantwortung einer Kabelhilfe, für einen reibungslosen Drehablauf zu sorgen, insbesondere dadurch, dass sich die Kameras frei bewegen können. Damit dies möglich ist, dürfen Kabel nicht achtlos auf dem Boden herumliegen, denn dadurch würde der Bewegraum der Kameras eingeschränkt. Fahren sie doch über ein Kabel, so sind mehrere Probleme denkbar: Die Kamera kann ihren Weg nicht fortsetzen, weil das Kabel sich mit der Rolle verklemmt. Das Kabel wird durch den Druck abisoliert und muss repariert werden. Oder das Kabel bricht durch den Druck der Kamera und muss durch ein neues ersetzt werden.

Außerdem ist es Aufgabe eines Kabelträgers, dafür zu sorgen, dass das Kabel der Kamera folgt. Dabei muss erstens darauf geachtet werden, dass das Kabel sich nicht irgendwo verhakt. Außerdem soll das Kabel sich geräuschlos bewegen, damit die Mikrofone keine Störgeräusche von hinter der Kamera aufzeichnen.

Daher stammt auch der klassische Begriff des Kabelträgers: Er trägt das Kabel und zieht es nicht über den Boden. Bei all diesen Tätigkeiten hat die Kabelhilfe außerdem darauf zu achten, dass sie unsichtbar bleibt. Man darf sie nicht hören und sie darf auch nicht im Bild einer der Kameras auftauchen. Um diese Anforderungen erfüllen zu können, ist es wichtig, sich mit dem Ablauf des Drehs auseinanderzusetzen und ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Kamera wann wohin fährt. Im Laufe der Zeit werden für solche Abläufe Routinen entwickelt.

Die Kabelhilfen lernen die einzelnen Kameraleute kennen und stellen sich auf deren jeweiligen Stil ein. Wichtig ist auch die Absprache mit den anderen Kabelhilfen, sei es verbal vor einer Aufzeichnung oder nonverbal währenddessen. Des Weiteren gilt es, auch in hektischen Situationen stets die Ruhe zu bewahren, denn ein guter Kabelträger ist einer, den man nicht bemerkt.

Bei Aufnahmen, die nicht im Studio stattfinden sondern außerhalb, ist die Kabelhilfe nicht nur für die Kabel der Kameras verantwortlich, sondern für die gesamte Übertragungstechnik. Darunter fallen insbesondere die Leitungen vom Aufnahmeort zum Ü-Wagen.

Eine gut eingearbeitete und routinierte Kabelhilfe kann auch andere Aufgaben erledigen. Zum Beispiel werden Teleprompter, von denen die Moderatoren ihre Texte ablesen, häufig von Kabelhilfen bedient. Außerdem verteilen sie die Sendeabläufe. Letztlich hängt es aber von der jeweiligen Sendeanstalt und der jeweiligen Produktion ab, welche Aufgaben einer Kabelhilfe zufallen.

Dieser Job erfordert zeitliche Flexibilität. Je nach Regelmäßigkeit kann die Tätigkeit auf Honorarbasis oder als 400Euro-Job vergütet werden. Die Nachfrage nach Anstellungen als Kabelhilfe ist allerdings hoch, weil viele sich davon versprechen, ein Bein in die Tür der Filmwelt zu strecken. Eigeninitiative bei der Bewerbung ist unbedingt nötig.

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