Rauchentwöhnung durch E-Mails
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Mit E-Mails zum Nichtraucher? Die amerikanische Krebsgesellschaft will nun herausgefunden haben, dass die digitale Rauchentwöhnung ebenso gut wie gängige Medikamente funktionieren, um Rauchern zu helfen.

Hohe Erfolgsquoten bei digitaler Rauchentwöhnung

Lee Westmaas von der amerikanischen Krebsgesellschaft hat eine Untersuchung an 1070 starken Rauchern vorgenommen und gezeigt, dass die digitale Rauchentwöhnung eine ähnlich hohe Erfolgsquote verzeichnete wie die besten verfügbaren Medikamente. Dadurch konnte Westmaas Rauchern ihre Nikotinsucht per E-Mail nehmen.

Nach einem Bericht der Zeitschrift „Tabacco Control“ soll es Westmaas mit dieser Methode gelungen sein, bis zu ein Drittel der Raucher zu Nichtrauchern gemacht zu haben. Sie rührten auch nach sechs Monaten keine Zigaretten mehr an.

Persönliche Ansprache entscheidend gewesen

Wie die Rauchentwöhnung per E-Mail funktionierte? Entscheidend sei gewesen, dass die E-Mails richtig formuliert waren und in einem kontinuierlichen Rhythmus den Raucher erreichen.

Laut der Untersuchung sei jene Methode am erfolgreichsten gewesen, bei der die Raucher jeden Tag eine E-Mail mit Links und Informationen erhielten, wie sie sich das Rauchen abgewöhnen können.

Dabei durften die E-Mails aber nicht zu verallgemeinernd formuliert sein. Eine persönliche Ansprache der Raucher sei wichtig gewesen.

Wie man Nichtraucher wird!

Es gibt unterschiedliche Methoden, um sich das Rauchen abzugewöhnen. Weit verbreitet sind Ersatzprodukte wie Nikotinpflaster, -kaugummi oder -sprays. Durch diese Produkte soll sich der Körper langsam an den Nikotinentzug gewöhnen.

Wer die letzte Zigarette ausdrückt und zu den Ersatzprodukten greift, ist damit aber noch längst nicht frei von Nikotin. Sowohl Pflaster als auch Kaugummi und Lutschtablette enthalten geringe Mengen von Nikotin. So wird ein Nikotinspiegel im Körper aufgebaut, der das Suchtverlangen zügeln soll.

Andere Raucher versuchen es mit Medikamenten, die immer nur in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden sollten, Entspannungsübungen, Hypnose oder Akupunktur.

Natürlich gibt es auch jene Raucher, die von heute auf morgen Schluss machen, und sich andere Wege suchen, die Finger von der Zigarette zu lassen – etwa durch Süßigkeiten, Sport oder Gegenständen, die den Fingern eine Beschäftigung geben.

Wer darüber hinaus Unterstützung – etwa durch psychologische Beratung – sucht, sollte sich bei der gesetzlichen Krankenkasse nach Angeboten erkundigen.

Zahl der deutschen Raucher ist rückläufig

Zwar gilt Deutschland in Europa und weltweit noch immer als recht liberal gegenüber Rauchern und das Rauchen ist hierzulande noch weit verbreitet. Aber der Trend geht deutlich ins Negative.

So haben deutlich weniger Jugendliche und junge Erwachsene mit dem Rauchen begonnen. In den 90er Jahren rauchten noch 30 Prozent der 12- bis 17-Jährigen. In 2017 sind es laut Deutscher Krebsgesellschaft nur noch 10 Prozent in dieser Altersgruppe.

Und auch das Rauchverbot in Gaststätten und Restaurants oder öffentlichen Gebäuden scheint eine Wirkung zu haben. So sollen sogar Raucher das Rauchverbot begrüßen, so das Krebsforschungszentrum Deutschland.

Für viele Kneipen hat das Rauchverbot wenig Positives gebracht: Sie mussten zuerst teure Raucherbereiche einbauen lassen und sich nicht selten mit Anwohnern und Ordnungsamt über die Raucher und ihre Lautstärke vor der Kneipe streiten.

Bildquelle: © Rumkugel – Fotolia.com

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