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Laut einer Umfrage möchte kaum jemand bis zum gesetzlichen Regeleintrittsalter warten müssen. Der Großteil der Deutschen wünscht sich die Rente bereits vorher. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, was Sie unbedingt beachten müssen, wenn Sie vorhaben, bereits mit 60 Jahren in Rente zu gehen.

Das müssen Sie unbedingt wissen!

Rente mit 60

Das Wunschrentenalter der Deutschen

Klar, die wenigsten wollen bis zum Regelrentenalter von 65 Jahren arbeiten müssen. Der langersehnte Ruhestand sollte wenn möglich bereits vorzeitig greifbar sein. Eine wirkliche Überraschung ist die folgende Meldung daher wohl kaum:

Nahezu neu von zehn Berufstätigen wünschen sich einen Ruhestand bereits vor dem 65. Lebensjahr. Und nicht einmal jeder vierzehnte möchte bis zur kommenden Regelaltersgrenze von 67 Jahren arbeiten müssen. Zu diesem Ergebnis kam das Umfrageinstitut GfK im Zuge einer Befragung. Eindeutig: Das Wunschrentenalter der Befragten lag meist zwischen 55 und 64 Jahren.

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Der große Haken am Traum von der frühen Rente ist allerdings, dass man wohl kaum ohne finanzielle Einbußen in den vorzeitigen Ruhestand gehen kann. Dabei ist die Leistung aus der Gesetzlichen Rentenversicherung ohnehin äußerst knapp kalkuliert. Über das, was einem voraussichtlich in der Rente zusteht, haben sich nur die wenigsten informiert. Und um die eigene Rentenlücke ein wenig auszugleichen, sparen viele auch nur das Notwendigste in eine private Altersvorsorge ein.

Nur die Wenigsten schaffen es ins Regelrentenalter

Im vergangenen Jahr lag das Durchschnittsrentenalter bei Frauen und Männern bei Anfang 60. Allerdings werden diese Zahlen auch stark verzerrt: Menschen, die beispielsweise weit früher erwerbsunfähig werden und Anspruch auf eine Erwerbsunfähigkeitsrente der Gesetzlichen Rentenversicherung haben, ziehen den Schnitt weit nach unten. Der tatsächliche und reguläre Renteneintritt liegt daher bei etwa 64 Jahren. Im Jahr 2000 lag der Durchschnitt bei etwa 62 Jahren.

Die Kehrseite ist allerdings, dass die Rentner dank der gestiegenen Lebenserwartung ihre Rente weitaus länger genießen: Das Sterbealter lag 2011 laut Angaben des Statistischen Bundesamtes bei 73,7 Jahren für Männer und bei 81 Jahren für Frauen. Der Trend zeigt, dass die Lebenserwartung in Zukunft sogar weiter steigen wird. Ein heute 40-Jähriger wird durchschnittlich laut Hochrechnungen ein Alter von rund 79 Jahren erreichen und Frauen desselben Alters eine Lebenserwartung von etwa 83,5 Jahren.

Die steigende Lebenserwartung ist ein Grund, weshalb in den vergangenen Jahren das Rentenniveau der Gesetzlichen Rentenversicherung immer weiter abgesenkt wurde. Ein weiterer Grund ist der demographische Wandel: Das Verhältnis von älteren zu jüngeren Menschen in Deutschland wird immer stärker. Demnach gibt es immer weniger Beitragszahler, welche die Renten der künftigen Rentner zahlen werden. Aus diesem Grund wird es in Zukunft noch schwieriger werden, bereits mit 60 Jahren in Rente zu gehen.

Für die meisten Menschen in Deutschland ist eine Rente mit 60 Jahren bereits jetzt unmöglich – zumindest was eine Leistung aus der Gesetzlichen Rentenversicherung betrifft. Für einige Personengruppen gelten allerdings Ausnahmen:

Rente mit 60: Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?

Wenn es so einfach wäre, würde vermutlich kaum jemand bis zum normalen Rentenalter warten – wer schon mit 60 Jahren in Rente gehen möchte, der muss eine ganze Reihe bestimmter Voraussetzungen erfüllen. Eventuell muss derjenige auch mit einigen Abzügen rechnen.

Rente mit 60 Jahren für Frauen

Offiziell können Frauen, die vor dem 1. Januar 1952 geboren wurden, eine Rente mit 60 Jahren beziehen. Und das, obwohl das Regelrenteneintrittsalter zurzeit bei 65 Jahren liegt. Die Voraussetzung hierfür ist, dass sie mindestens 15 Jahre lang Beiträge in die Gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Entweder durch eigene Einzahlungen durch das Gehalt oder aber durch Kindererziehungszeiten. Eine weitere wichtige Bestimmung ist, dass mindestens 10 der 15 Einzahlungsjahre nach dem 40. Geburtstag liegen.

Rente mit 60 Jahren für Arbeitslose

Die gleichen Mindestbeitragszeiten (15 Jahre) gelten im Übrigen auch für Arbeitslose, die gerne früher eine Altersrente beziehen möchten. Allerdings müssen hierfür mindestens 8 der Pflichtbeitragszeiten an die gesetzliche Rentenversicherung direkt vor dem Rentenbeginn liegen.

Gut zu wissen: Die Beiträge werden in Zeiten der Arbeitslosigkeit durch die Arbeitsagentur entrichtet. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der die Arbeitslosigkeit 52 Wochen ab dem Tag bestehen muss, an dem die Person 58 Jahre und 6 Monate alt ist. Genau wie für Frauen gilt für Arbeitslose dabei auch, dass sie vor 1952 geboren sein müssen, um die Option einer Rente mit 60 ziehen zu können.

Rente mit 60 Jahren für Schwerbehinderte

Auch Schwerbehinderte, die vor 1952 geboren sind, können bereits mit 60 Jahren eine Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen. Allerdings nur mit Abschlägen. Die Regelaltersrente würde für sie nämlich im Alter von 63 Jahren ohne Abzüge beginnen. Wer schwerbehindert ist und bereits mit 60 Jahren in Rente gehen möchte, der muss Abzüge in Höhe von bis zu 10,8 Prozent in Kauf nehmen.

Das sind die Abschläge bei der Rente mit 60

Wer frühzeitig in Rente gehen möchte, der muss sich auf Abschläge seiner Rentenleistung gefasst machen. Für jeden Monat, den man früher in Rente gehen will, werden 0,3 Prozent der Rentenleistung abgezogen. Für denjenigen, der drei Jahre früher als gesetzlich vorgesehen in Rente gehen möchte, würde damit die folgende Rechnung gelten:

  • 36 Monate (drei Jahre) x 0,3 Prozent

Hieraus würde sich insgesamt ein monatlicher Abschlag von 10,8 Prozent auf die Rentenleistung ergeben. Wenn Sie also mit dem Gedanken spielen, drei Jahre vor dem gesetzlich vorgesehenen Renteneintritt in Rente zu gehen, müssten Sie auf gut ein Zehntel Ihrer Rente verzichten.

Sie gehören zu den benannten Zielgruppen? Hier können Sie einen Antrag stellen

Wer zu den oben benannten Zielgruppen gehört und sich seine Rente mit 60 Jahren sichern möchte, der muss diese natürlich rechtzeitig bei der Gesetzlichen Rentenversicherung beantragen. Die Bearbeitung Ihres Falls nimmt schließlich eine Bearbeitungszeit in Anspruch, die bei mindestens drei Monaten liegt. Dementsprechend sollte man seinen Antrag auf eine Rente mit 60 Jahren so früh wie möglich einreichen.

Bei der Antragstellung sollte man darauf achten, dass der eigene berufliche Werdegang möglichst lückenlos dargestellt wird. Eventuelle Lücken müssen dokumentiert und gut begründet werden.

Ist eine Rente mit 60 Jahren auch ohne Abschläge möglich?

Wenn Sie nicht zu den oben genannten Gruppen gehören, ist eine Rente mit 60 nur dann möglich, wenn Sie privat vorgesorgt haben.

Beispiel:

Wer mit 60 Jahren in Renten gehen möchte und für die nächsten 25 Jahre jeden Monat rund 1.000 Euro zur Verfügung haben möchte, der müsste hierfür etwa 300.000 Euro angespart haben. Mit 85 Jahren wäre das Kapital dann nämlich aufgebraucht.
Um an eine Summe von 300.000 Euro zu kommen, müsste man etwa 20 Jahre lang gespart haben und dabei jeden Monat eine Summe von rund 750 Euro zur Seite gelegt haben. Das Rechenbeispiel basiert auf einer Verzinsung von vier Prozent pro Jahr. Damit ist klar, dass weder ein Sparbuch noch eine Garantieverzinsung von unter vier Prozent ausreichen würden. Da hilft es auch nichts, wenn Ihre Bank Ihnen verspricht, dass Sie zumindest das eingezahlte Kapital garantiert zurückbekommen.

Tipp: Garantien in der Versicherung kosten meist nur viel Geld (Abschlussgebühren und laufende Kosten) und machen das Produkt am langen Ende nicht wirklich besser, sondern nur teurer.

Ein weiteres Beispiel:

Alternativ könnte man auch sagen, dass man für das vorrangegangene Beispiel bereits 30 Jahre zuvor zu sparen beginnt. In diesem Fall würde man anstatt von 750 Euro pro Monat nur 300 Euro sparen müssen. Bedingt durch den Zinseszins-Effekt muss man bei längerer Laufzeit insgesamt weniger Geld zurücklegen, um am Ende auf die Summe von 300.000 Euro zu kommen, mit der man seinen Ruhestand mit 1.000 Euro monatlich bis zu einem Alter von 85 Jahren finanzieren könnte.

Fazit

Eine Rente mit 60 Jahren, die zum Leben ausreicht, ist nur schwer realisierbar. Wer früh genug mit dem Sparen beginnt, kann sich diesen Traum allerdings tatsächlich erfüllen. Wichtig ist dabei allerdings, dass man auf das richtige Sparprodukt setzt und sich nicht von Marketingmaschen wie beispielsweise Garantieprodukten ködern lässt. Eine wirklich unabhängige Beratung kann beim Sparen fürs Alter schon viel wert sein.

Bildquelle: © Rido – Fotolia.com

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