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Ein hohes Maß an Verantwortung, an Durchhaltevermögen, an Stärke, Einfühlungsvermögen und klarem Verstand: Das sind die charakteristischen Voraussetzungen für einen angehenden Rettungsassistenten, die er neben den schulischen Anforderungen (mindestens Hauptschulabschluss oder eine berufliche Ausbildung, Mindestalter: 18 Jahre) mitbringen muss. Für einen gelernten Rettungsassistenten sind 48 Stundenwochen keine Seltenheit.

Noch dazu verbringt er diese nicht im (gemütlichen) Bürostuhl bei Meetings oder Besprechungen, sondern vielfach unter starkem Stress. Aber wird ein Lebensretter entsprechend der hohen Anforderungen und Belastung auch entlohnt?

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Ausbildung: Der Weg zum Rettungsassistenten

Rettungsassistenten werden im Alltag nicht selten mit Rettungssanitätern verwechselt, dabei ist der Unterschied – in der schulischen Ausbildung – gravierend und entscheidet darüber, wie weit eigenständige Maßnahmen am Unfallort durchgeführt werden dürfen. Im Gegensatz zum Rettungssanitäter, der eine dreimonatige Schulung durchmachen muss, absolviert der Rettungsassistent eine zweijährige Ausbildung.

Die Voraussetzung hierfür: Mindestens ein (guter) Hauptschulabschluss oder eine berufliche Ausbildung. Weiterhin muss der angehende Rettungsassistent das Mindestalter von 18 Jahren erreicht haben, um die Ausbildung absolvieren zu dürfen.

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Die zweijährige Ausbildung zum Rettungsassistenten, die staatlich anerkannt und bundesweit geregelt ist, beginnt mit einem schulischen Jahr, das sowohl theoretisches Wissen unter anderem in den Bereichen Notfallmedizin, Ethik, Krankenpflege, Chemie und Anatomie als auch praktisches Wissen vermittelt. Neben der medizinischen Versorgung muss der Rettungsassistent auch psychologische Hilfe leisten können. Während des ersten Jahres muss außerdem ein Praktikum absolviert werden.

Aufgaben und Einsatzbereiche des Rettungsassistenten

Der Rettungsassistent ist – schon der Bezeichnung nach – ein unterstützendes Mitglied der Notfallrettung und dient in seiner Aufgabe als Assistent des Arztes. Gleichfalls darf der Rettungsassistent gewisse Versorgungsaufgaben und Rettungsmaßnahmen eigenständig durchführen. Grundsätzlich gehört zu den Aufgaben des Rettungsassistenten folgendes:

  • Durchführung lebensrettender Sofortmaßnahmen am Unfallort
  • Assistenz des Arztes zur Durchführung lebensrettender Notfallversorgung
  • Herstellung der Transportfähigkeit von Unfallopfern
  • Beobachtung und Aufrechterhaltung der Körperfunktionen während des Krankentransports
  • Beförderung von Unfallopfern und Betreuung von Kranken, Verletzten oder Hilfebedürftigen (beispielsweise von Angehörigen des Unfallpatienten)

Rettungsassistenten arbeiten für gewöhnlich für Rettungsdienste, Krankentransporter, Blutspendedienste oder medizinische Dienstleister. Weiterhin schaffen Feuerwehr und Bundeswehr Einsatzgebiete für Rettungsassistenten. Sie können sowohl im Rettungswagen als auch im Rettungshubschrauber ihren Arbeitsort finden.

Ausbildungsgehalt des Rettungsassistenten: Zunächst 0 Euro!

In der Zeit des ersten Jahres verdient der Auszubildende kein Lehrgehalt. Im Gegenteil, die Kosten für das erste Ausbildungsjahr belaufen sich auf rund 4.000 Euro. Erst im zweiten, dem praktischen Jahr verdient der angehende Rettungsassistent seinen ersten Verdienst, wenn er an einer Lehrrettungswache angestellt ist.

Monatlich sind das rund 500 bis 1.300 Euro brutto. Wird das Praktikumsjahr in einer Einrichtung des öffentlichen Dienstes absolviert oder in jenen, die sich an die tariflichen Vereinbarungen angepasst haben, kann der Auszubildende mit einem monatlichen Entgelt von 1.359 Euro rechnen. In privatisierten Einrichtungen liegt der Verdienst niedriger, wenn ein solcher überhaupt stattfindet. Denn weil die Praktikumsplätze so rar sind, nehmen Auszubildende auch unbezahlte Stellen an.

Gehalt als ausgebildeter Rettungsassistent

Viel Verantwortung, viel Druck, viele Arbeitsstunden bei gleichzeitig niedrigem Lohn? Das klingt zunächst äußerst abschreckend und beweist einmal mehr, dass der Beruf des Rettungsassistenten mehr mit Leidenschaft als mit „dem großen Geld“ zu tun hat. Dennoch kann man vom Einkommen als Rettungsassistent gut leben. Nach der Ausbildung wird man (im öffentlichen Dienst bzw. nach tariflichen Vereinbarungen ähnlich des öffentlichen Dienstes) in die Entgeltgruppe 6 eingestuft, was ein Einstiegsgehalt von rund 2.022 Euro brutto mit sich bringt.

Steigt die Berufserfahrung, steigt folglich auch das Gehalt bis etwa 2.599 Euro monatlich. Befindet sich die Einrichtung in privater Hand muss mit einem niedrigeren Gehalt gerecht werden. Wenngleich viele Einrichtungen versuchen, sich den tariflichen Vereinbarungen des öffentlichen Dienstes anzupassen, können längst nicht alle die Gehälter der Entgeltgruppe 6 zahlen. Grundsätzlich soll eine Abweichung oberhalb des Tarifsgehalts nicht ausgeschlossen werden.

Ausgeschöpft sind die Verdienstmöglichkeiten als Rettungsassistent damit nicht, denn es gibt Sonderzulagen. Vor allem Zuschläge für nachts sowie für Sonn- und Feiertage sorgen dafür, dass das Gehalt des Rettungsassistenten deutlich steigt. Folglich sind Verdienstmöglichkeiten oberhalb der erwähnten 2.599 Euro brutto möglich. Das Gehalt orientiert sich aber auch immer an den individuellen Spezifikationen, die durch Weiterbildungen und Schulungen vorgenommen werden können.

Weiterbildungen und Aufstiegsmöglichkeiten

Für den Rettungsassistenten besteht die Möglichkeit, sich durch Weiterbildungen und Schulungen beruflich zu verbessern – beispielsweise bis zum Gruppenführer, Einsatz- oder Wachleiter. Diese Berufe liegen in der Entgeltgruppe 7 und erhalten entsprechend mehr Lohn. Darüber hinaus sind Spezialisierungen durch Fortbildungen in verschiedenen Bereichen möglich – beispielsweise in der Anästhesie- und Intensivmedizin. Verschiedene Akademien bieten entsprechende Weiterbildungen in Vollzeit, mit abschließender Prüfung und Zertifikat an.

Wer das erlernte Wissen an die nachrückende Generation weitergeben möchte, kann sich zum Ausbilder fortbilden lassen und in den Lehrbetrieb einer Lehrrettungswache einsteigen. Dazu ist lediglich eine dreiwöchige Weiterbildung notwendig. Viele Rettungsassistenten nehmen nach ihrer Ausbildung und einigen Berufsjahren auch den Weg ins Studium, um nach einem Medizinstudium selbst als Rettungsarzt tätig werden zu können.

Gleichwohl sind hier die Gehälter sehr unterschiedlich, denn je nach Spezialisierung und Einrichtung beweist der Rettungsassistent eine andere Wichtigkeit für den Arbeitgeber und sein Einsatzgebiet.

Und es lohnt sich dennoch!

Der Beruf des Rettungsassistenten ist nicht die ertragreichste Goldgrube, allerdings für viele Menschen eine wahre Erfüllung. Hilfsbedürftigen Menschen helfen, Notsituationen klären und medizinische Versorgung zu kommen zu lassen: Das alles bringt kein Gehalt, sondern die Leidenschaft für den Beruf.

Für viele Menschen sind die zahlreichen Extremsituationen kein großer Stressfaktor, weil sie am Ende des Tages einer sinnerfüllten Tätigkeit nachgehen. Und vielfach ist genau dieser Umstand stark motivierend, dem Beruf weiterhin – trotz Stress und Druck – nachzugehen. Das entschädigt auch unregelmäßige Arbeitszeiten, Schichtdienste und eine niedrige Bezahlung.

Bildquelle: © benjaminnolte – Fotolia.com

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