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Zum Schausteller muss man nicht unbedingt geboren werden. Wer artistisches Geschick oder ein Verständnis für den Geschmack der breiten Masse mit einem Händchen fürs Geschäftliche verbinden kann, der ist auf Jahrmärkten und ähnlichen Veranstaltungen vielleicht genau richtig. Hier bekommen Sie einen Überblick, was es bedeutet Schausteller zu sein, was Sie dabei verdienen können und was Sie beachten sollten.

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Überblick:

  • Definition
  • Berufseinstieg
  • Aushilfs- und Kurzzeitjobs
  • Rechtslage
  • Arbeitszeit
  • Das Volksfest
  • Artisten
  • Schausteller als Nebenberuf

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Was ist ein Schausteller?

Klassischerweise bieten Schausteller ihre verschiedenen Angebote an ständig wechselnden Orten an. Das sind Jahrmärkte, Volksfeste oder Feiern. Inhaltlich gibt es die unterschiedlichsten Ausrichtungen angefangen vom Lebensmittelverkauf über Glücks- und Geschicklichkeitsspiele bis zu artistischen Vorführungen.

Viele Märkte und Veranstaltungen stehen unter einem bestimmten Motto, an das sich auch die Schausteller anpassen. Dabei haben aber zum Beispiel die Anbieter auf einem Mittelaltermarkt ein ganz anderes Ansehen als ein Händler beim Volksfest.

Die Übergänge zum Wandergewerbe und anderen freien Berufen wie Musiker oder Künstler sind fließend.
Letztlich entscheidet vor allem die Eigenwahrnehmung und die gesetzliche Einordnung, wer ein Schausteller ist und wer nicht.

Berufseinstieg

So unterschiedlich wie die Berufe, so unterschiedlich sind auch die Voraussetzungen, die man dafür mitbringen muss. Wer ein Fahrgeschäft betreibt, sollte technisches Verständnis mitbringen, wer eine Verkaufsbude hat, muss wissen, was Kunden anspricht und wie man mit ihnen ins Geschäft kommt. Das macht es einerseits so schwierig aber anderseits auch so leicht sich selbst als Schausteller zu versuchen.

Das gilt auch für die Möglichkeiten einen Platz auf einem Markt zu ergattern. Die meisten Besucher schätzen die Kontinuität. Sie wollen die Losbude genau am gleichen Platz sehen wie im Jahr zuvor und mit dem gleichen Fahrgeschäft fahren. Das macht es für Neueinsteiger fast unmöglich einen Fuß in die Tür zu bekommen. Andererseits geben immer wieder alteingesessene Geschäfte auf und bieten Ihnen somit die Möglichkeit die bestehenden Verbindungen zu nutzen.

Insgesamt sind in Deutschland Schätzungen zufolge etwa 40.000 Schausteller und deren Mitarbeiter beschäftigt.

Aushilfs- und Kurzzeitjobs

Auf einer Kirmes oder einem Wochenmarkt sieht man immer wieder Schilder bei den Fahrgeschäften, dass ein „junger Mann zum Mitreisen“ gesucht wird. Wer in die Welt der Schausteller hinein schnuppern möchte, kann diese Gelegenheit nutzen, um sich mit dem ganz eigenen Jargon und den speziellen Herausforderungen vertraut zu machen.

Vor allem braucht man starke Hände, die beim Auf- und Abbau helfen können.

Weitere Jobs gibt es als Verkäufer oder in Fahrgeschäften, in denen lebende Akteure den Besuchern das Gruseln lehren oder für den besonderen Kick sorgen.

Rechtslage

In Deutschland gilt vor dem Gesetz als Schausteller, wer ein oder mehrere Betriebsstätten hat, die in ihrer Gestaltung und äußeren Aufmachung typisch sind für Volksfeste. Dazu gehören Fahrgeschäfte, Verkaufsgeschäfte, Zeltgaststätten, Imbissbuden, Schießbuden, Ausspielungsgeschäfte und Schaugeschäfte. Das beginnt bei einem Wahrsageautomaten und reicht bis zum Bierzelt mit hunderten Beschäftigten.

Dieser Geschäftszweig wird über die sogenannte Artistenloge in der Gewerkschaft ver.di vertreten. Daneben gibt es den Deutschen Schaustellerbund und kleinere, regionale und überregionale Zusammenschlüsse.

Arbeitszeit

Schausteller arbeiten in der Regel saisonal und immer dann, wenn die meisten anderen Menschen frei haben, also abends und am Wochenende. Auch die Feiertage werden bevorzugt genutzt, um Umsatz zu machen.

Wie lange die Saison eines Schaustellerbetriebs dauert, hängt vom jeweiligen Angebot ab. Die klassische Bude oder das Fahrgeschäft, das auf Volksfesten während der warmen Jahreszeit zum Einsatz kommt, ist etwa ein Vierteljahr in Betrieb oder wird auf diesen vorbereitet. Ein Ausschank, der zum Beispiel von der Strandbar zum Glühweinstand umgestaltet werden kann, wirft dagegen deutlich länger Umsatz ab.

Charakteristisch ist die Kombination von der Präsenz vor Ort, dem Auf- und Abbau des Angebots beziehungsweise der Wartung und dem Transport zum nächsten Einsatzgebiet.

Das erfordert ein solides Organisationstalent, besonders wenn knappe Termine eingehalten und Waren nachbestellt werden müssen.

Das Volksfest

Jährlich kommen um die 5-6 Millionen Menschen nach München, um dort das Oktoberfest zu besuchen, das damit das größte Volksfest der Welt ist. Einer der Gründe dafür ist, dass in kaum einem anderen Land der Welt die Volksfest-Kultur so stark ist, wie in Deutschland.

Jedes Jahr finden bundesweit um die 12.000 Volksfeste statt. Hinzu kommen Märkte, regelmäßige Feiern und weitere Veranstaltungen. Der deutsche Schaustellerbund fordert deshalb schon seit einigen Jahren, dass die Volksfest-Kultur von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt wird.

Das mag übertrieben klingen, spiegelt aber den Stellenwert der Volksfeste wieder. Gemessen an den Besucherzahlen sind Volksfeste wichtiger als die meisten anderen Freizeitangebote. Sie schaffen es sämtliche Altersgruppen anzusprechen.

Jede Region gibt dem Volksfest dabei eine andere Ausprägung. In Bayern sind es zum Beispiel Kirchweih-Feste und im Rheinland Weinfeste.

Artisten

Je größter das Volksfest oder die Veranstaltung, desto vielfältiger ist das Angebot über die Buden und Zelte hinaus. Wenn Sie musikalisch oder mit einer anderen Art der Darbietung zum Ambiente beitragen können, dann ist das eine Möglichkeit mit relativ wenig Aufwand den Einstieg in die Welt der Schausteller zu schaffen.

Beliebt ist das bei Mittelaltermärkten. Sie stellen Gruppen einen Lagerplatz, Feuerholz und manchmal auch eine kleine Aufwandsentschädigung zur Verfügung. Aber vielleicht lässt sich ja auch der Veranstalter des traditionellen Volksfestes bei Ihnen vor Ort davon überzeugen, dass neue Impulse nicht schaden können.

Schausteller als Nebenberuf

Wer auf das saisonale Geschäft angewiesen ist, kann meist nicht den Rest des Jahres davon leben. Schausteller gehen unterschiedlich damit um. Eine Möglichkeit ist der Zukauf von weiteren Angeboten für Weihnachtsmärkte. Wer das Investitionsrisiko nicht eingehen will, sucht sich für den Winter einen Job in einem Angestelltenverhältnis. Für manche Schausteller macht dieser Wechsel zwischen zwei Leben den Reiz des Schaustellerdaseins aus.

Bildquelle: © Tomasz Zajda – Fotolia.com

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