Behinderung am

Menschen mit einer Behinderung sehen sich privat und beruflich häufig benachteiligt. Ab einer Schwerbehinderung 50, wie der Grad der Behinderung statt mit GdB 50 auch ausgedrückt werden kann, machen sich die Nachteile im Alltag noch deutlicher bemerkbar. Sollten auch Sie von einer Schwerbehinderung 50 betroffen sein oder jemanden den Sie kennen, lesen Sie unseren Artikel über die Schwerbehinderung 50: Das müssen Sie wissen!

Überblick

  • Was ist unter einer Schwerbehinderung 50 zu verstehen?
  • Schwerbehinderung: gesetzliche Grundlagen
  • Schwerbehinderung 50: Was bedeutet GdB 50?
  • Gleichstellung mit einer Schwerbehinderung 50
  • Antrag auf Schwerbehinderung 50 stellen
  • Feststellungsbescheid über die Schwerbehinderung 50
  • Feststellungsbescheid kein Nachweis über die Schwerbehinderung 50
  • Schwerbehindertenausweis als Nachweis für eine Schwerbehinderung 50
  • Schwerbehinderung 50: Nachteilsausgleiche
  • Fazit

Möchten Sie von Zuhause aus Geld verdienen?

Was ist unter einer Schwerbehinderung 50 zu verstehen?

Personen, die körperlich, geistig oder seelisch behindert sind, werden als schwerbehindert angesehen, wenn ihre Behinderung aller Voraussicht nach über mehr als 6 Monate einen Grad der Behinderung von wenigstens 50 erreicht. Dieser Behinderungsgrad wird mit seiner zugehörigen Zahl häufig in seiner Kurzform GdB 50 verwendet. Vorliegender Artikel verwendet überwiegend die ebenfalls gebräuchliche Bezeichnung Schwerbehinderung 50.

Schwerbehinderte genießen in vielen Bereichen einen besonderen rechtlichen Schutz. Für Ihre zahlreichen Benachteiligungen im Alltag können sie eine Reihe von Nachteilsausgleichen in Anspruch nehmen.

Schwerbehinderung: Gesetzliche Grundlagen

Den Kern der gesetzlichen Regelungen zu Schwerbehinderungen enthält das Neunte Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX). Darin geht es um die Rehabilitation und Eingliederung in die Arbeit und Gesellschaft. Außerdem enthält es Hinweise zu medizinischen, sozialen, beruflichen und schulischen Hilfsmöglichkeiten. Das SGB IX behandelt in seinem ersten Teil Behinderungen allgemein und im zweiten Teil die Regelungen zu Schwerbehinderungen.

Weitere gesetzliche Grundlagen für Menschen mit Behinderungen enthalten folgende Sozialgesetzbücher:

  • SGB III: Arbeitsförderung
  • SGB V: Krankenversicherung
  • SGB VI: Rentenversicherung
  • SGB XII: Allgemeine Sozialhilfe

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen sowie bestimmte steuerrechtliche Gesetze führen weitere Gesetzesgrundlagen für Personen mit Behinderungen auf.

Schwerbehinderung 50: Was bedeutet GdB 50?

Anders als häufig angenommen drückt die jeweilige Zahl bei GdB 50 keine Prozentzahl aus, sondern bezeichnet das Ausmaß einer Behinderung. Die Skala der Grade der Behinderung erstreckt sich in Zehnerschritten von 20 bis 100, angefangen von der leichtesten Behinderung im gesetzlichen Sinn. Ab einem GdB 50 beginnt die Schwerbehinderung.

Gleichstellung mit einer Schwerbehinderung 50

Die Beurteilung einer Behinderung beziehungsweise Schwerbehinderung bezieht nicht allein berufliche Aspekte ein, sondern sämtliche Lebensbereiche. So kann jemand mit einer sehr hohen Schwerbehinderungsstufe durchaus noch gut erwerbsfähig sein und ein anderer mit einer Beeinträchtigung unterhalb einer Schwerbehinderung 50 im Arbeitsleben bereits große Probleme haben.

Menschen mit einem GdB 30 oder 40 können daher bei der Agentur für Arbeit die Gleichstellung mit Schwerbehinderten beantragen. Im Erfolgsfall einer Gleichstellung können diese Menschen mit Behinderung schon ab einem GdB 30 dieselben Rechte im Arbeitsrecht zugesprochen bekommen wie Schwerbehinderte.

Zur Gleichstellung durch die Agentur für Arbeit kommt es, wenn es einer behinderten Person sonst nicht gelingt, einen für sie geeigneten Arbeitsplatz zu erlangen.

Antrag auf Schwerbehinderung 50 stellen

Zuständig für die Antragstellung auf eine Schwerbehinderung 50 oder einen anderen Grad der Behinderung sind fast immer die Versorgungsämter.

Feststellungsbescheid über die Schwerbehinderung 50

Die zuständige Behörde, meistens das Versorgungsamt, prüft, ob die Voraussetzungen für eine Schwerbehinderung 50 vorliegen. Trifft dies zu, ergeht ein entsprechender Feststellungsbescheid.

Sollte der Feststellungsbescheid einen niedrigeren Grad der Behinderung aufführen oder es zu einer Ablehnung gekommen sein, kann gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt werden und das Anliegen notfalls über das Sozialgericht weiter verfolgt werden.

Feststellungsbescheid kein Nachweis über die Schwerbehinderung 50

Da im Feststellungsbescheid außer dem Grad der Behinderung die medizinische Diagnose steht, ist er nicht als Nachweis beispielsweise über eine Schwerbehinderung 50 vorgesehen. Das ihm beigefügte Merkblatt macht darauf aufmerksam. In der Praxis verlangen nämlich immer wieder Behörden oder Arbeitgeber Einsicht in den Feststellungsbescheid. Das ist nicht rechtens. Zum Nachweis gibt es den Schwerbehindertenausweis.

Schwerbehindertenausweis als Nachweis für eine Schwerbehinderung 50

Dieselbe Behörde, die die Schwerbehinderung 50 festgestellt hat, gibt auch den Schwerbehindertenausweis heraus. Meistens gilt dieser für 5 Jahre. Einige Bundesländer versehen den Schwerbehindertenausweis mit einer längeren Geltungsdauer. Personen ab Vollendung des 10. Lebensjahres müssen ihren Schwerbehindertenausweis mit einem Lichtbild versehen lassen.

Schwerbehinderung 50: Nachteilsausgleiche

Zu den Nachteilsausgleichen für Personen mit einer festgestellten Schwerbehinderung 50 zählen unter anderem verschiedene Steuerfreibeträge, Beitragsermäßigungen und reduzierte Eintrittspreise. Im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) stehen ihnen meistens in Türnähe gelegene besondere Schwerbehindertensitze zur Verfügung.

Da viele mobilitätseingeschränkte Schwerbehinderte von einem eigenen Auto profitieren können, gibt es für sie bei der Anschaffung eines Autos von einigen Kfz-Herstellern vergünstigte Preise sowie spezielle Kfz-Finanzierungshilfen für Berufstätige. Auch einige Automobilclubs gewähren Beitragsnachlässe.

Beamte mit einer Schwerbehinderung 50 können im Alter von 60 oder 62 Jahren in Pension gehen. Lehrer erhalten je nach Bundesland unterschiedliche Reduzierungen der Zahl ihrer Unterrichtsstunden. Bezüglich Wohngeld und Wohnraumförderung gibt es weitere Vergünstigungen für Menschen mit einer Schwerbehinderung 50.

Fazit

Menschen mit einer Schwerbehinderung 50 steht eine ganze Menge an Nachteilsausgleichen zu. Um sie in Anspruch zu nehmen, müssen sie sie allerdings kennen. Neben Steuerermäßigungen oder Eintrittsnachlässen gibt es zum Beispiel auch verschiedene finanzielle Unterstützungen beim Autokauf.

Es lohnt sich unbedingt, sich intensiver mit den Aspekten rund um eine Schwerbehinderung 50 auseinanderzusetzen und die Schätze zu heben, die in nur auf den ersten Blick trockenen Gesetzestexten verborgen sind.

Bildquelle: © fotodo – Fotolia.com

4 Bewertungen
5.00 / 55 4