Selbstmord-Serie als Vorbild 13-jährige Schülerinnen wollen sich das Leben nehmen
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Bad Ischl: Eine besonders umstrittene Netflix-Serie sorgt derzeit für großes Aufsehen und viele gespaltene Meinungen. Nun sorgt ein neuer Fall für jede Menge Missstimmung und Unmut…

Kritiker sind begeistert. Sie loben die Geschichte der Serie von einer Highschool-Schülerin, die sich die Pulsadern aufschnitt und in der Badewanne ihres Elternhauses verblutete. Die Serie sei „besonders authentisch“.

Pädagogen sehen jedoch genau in diesem Umstand eine Gefahr und warnen deswegen vor der Serie. Die dargestellten Szenen könnten ihrer Meinung nach für labile Nachahmer inspirierend sein – die Dramaturgie könnte bestimmte belastete Menschen dazu verführen, gewisse Szenen im echten Leben mehr oder weniger nachzustellen, was lebensgefährliche Folgen haben könnte!

Drama bestätigt Zweifel

Dass die Sorgen vieler Pädagogen berechtigt waren, zeigt nun auch ein Fall aus dem oberösterreichischen Bad Ischl. Laut dem Medienportal „krone.at“ sollen dort nämlich zwei Schülerinnen versucht haben, sich das Leben zu nehmen.

Unglaublich aber wahr: Als Vorlage für die Tat, so wurde es in einem Entschuldigungsbrief angekündigt, diente die umstrittene Netflix- Serie „Tote Mädchen lügen nicht“.

Beide Schülerinnen waren erst 13 Jahre alt und hatten dem Klassenvorstand einen Abschiedszettel übergeben. Darin erklärten sie, dass sie am Nachmittag dem Schulunterricht fern bleiben würden. Als der Klassenvorstand den Brief öffnete, lief es ihm eiskalt den Rücken runter: Beide Mädchen kündigten in dem Schreiben ihren Tod an – sie wollten sich selbst im Schulhaus umbringen.

Sofort wurde das gesamte Schulgebäude gründlichst durchsucht. Auf einer Toilette wurden die beiden 13-Jährigen dann schließlich gefunden.

Eines der Kinder lag bereits in einer Blutlache auf dem Boden, war aber für die Erwachsenen noch ansprechbar. Das andere Mädchen hatte versucht sich zu ersticken und lag infolge des Sauerstoffmangels regungslos am Boden.

Sofort begannen die Pädagogen mit der Reanimation. Glücklicherweise befand sich eine Ärztin im Schulgebäude, die die Beiden schnell versorgen konnte. Anschließend wurden die Kinder von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht.

Beide Schülerinnen schweben mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr. Der Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer erklärte gegenüber dem Newsportal „krone.at“: „Es gab kein schulisches Motiv für die Tat, auch kein Mobbing.“ Klar sei nur, dass die Kinder die Netflix-Serie als Vorbild für ihren versuchten Selbstmord genommen hatten.

Gefährliche Serie: Einige Länder haben besondere Schutzvorkehrungen getroffen

In einigen Ländern sollen aufgrund der erhöhten Suizidgefahr bereits einige schützende Maßnahmen ergriffen worden sein. In Neuseeland zum Beispiel dürfen Kinder die Serie nur im Beisammensein ihrer Eltern oder eines Erwachsenen anschauen.

Trotz der scharfen Kritik und der vielen Sorgen rund um die Serie soll sich bereits eine zweite Staffel von Netflix in der Entwicklung befinden.

Bildquelle: © Paolese – Fotolia.com

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