Wie er sich aus dem Sozialhilfebezug befreite und heute zu den Spitzenverdienern zählt, erzählt ein freiberuflicher Übersetzer. Er möchte gern anonym bleiben. Seine Geschichte erzählt er trotzdem, denn er möchte damit anderen Mut machen. Den Beruf Übersetzer hatte er nämlich nie für sich vorgesehen. Sein Weg ins Berufsleben startete holprig. Sein Studium brach er ab.

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Bilanz und Neubeginn

Wovon sollte er künftig leben? Er zog Bilanz. Es musste doch etwas geben, was er wirklich gut konnte und womit sich Geld verdienen ließ. Seine Überlegungen zeigten: Er liest viel, verfasst gern Texte und beherrscht die englische Sprache richtig gut. Da bot sich der Beruf Übersetzer geradezu an. Von einem beruflichen Übersetzer wird allerdings mehr verlangt als bloß gute Englischkenntnisse.

So meldete er sich bei einem Ausbildungsinstitut für Übersetzer an. Kaum hatte er seinen Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer, schloss er ein aufbauendes Masterstudium an.

Lebenskrise nach erneutem Studienabbruch

Das Masterstudium brach er wieder ab. Er bekam Depressionen, geriet in eine Lebenskrise. Schließlich verbrachte er einige Wochen in der Psychiatrie, denen mehrere Jahre als Hartz-4-Empfänger folgten. Sein erstes Einkommen erhielt er somit vom Sozialamt.

Ausweg aus Hartz 4

Er besann sich darauf, was er bisher erreicht hatte. Immerhin hatte er seine Ausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer erfolgreich abgeschlossen. Er meldete sich schriftlich bei verschiedenen Agenturen für Sprachdienstleistungen. Reaktionen erhielt er nur wenige, darunter einen Probetext zum Übersetzung. Es dauerte nicht lange, bis erste echte Aufträge eintrudelten.

Erste Erfolge mit Übersetzungen

Die Zahl der Übersetzungsaufträge wuchs. Der frisch gestartete Übersetzer ließ sich auf Wortpreisbasis bezahlen. Je mehr Wörter er übersetzte, desto besser verdiente er. Er konnte sich quasi beim Geldverdienen zusehen, spürte den Wert seiner Arbeit unmittelbar. Sein Verdienst fühlte sich für ihn wie eine Belohnung an.

Wachsender Erfolg als Übersetzer

Bereits wenige Jahre nach dem Start wurde für ihn eine 60-Stunden-Woche zur Normalität. Einmal wöchentlich arbeitete er nun sogar eine Nacht durch. Er befand sich in einem Flow.

Er war so glücklich, Hartz 4 entronnen zu sein. Seine Depressionen waren über seiner Arbeit völlig verflogen.

Spannende Aufgaben als freiberuflicher Übersetzer

Als freiberuflicher Übersetzer hat er sich auf Medizintechnik und Pharma-Themen spezialisiert. Er arbeitet für mehrere Agenturen. Sie leiten Übersetzungsaufträge von Unternehmen an ihn weiter. Darin geht es vor allem um das Übersetzen von Handbüchern, Richtlinien und Produktbeschreibungen aus dem Englischen ins Deutsche.

Vom Hartz-4-Empfänger zum Gutverdiener

Was er einst als monatliches Hartz-4-Einkommen erhielt, verdient er jetzt in knapp eineinhalb Tagen.
Pro Wort bekommt er meistens 8 Cent. Täglich übersetzt er mindestens 4000 Wörter. Das übliche Tagespensum eines Übersetzers liegt bei 2000 Wörtern.

Im Monat erzielt er meistens ein Einkommen von annähernd 9000 Euro und wird demnächst 100.000 Euro als Jahreseinkommen erreichen, wovon ihm nach dem Abzug von Krankenversicherung und Einkommensteuer circa 60.000 Euro netto jährlich bleiben.
Eine Festanstellung als Übersetzer kann er sich inzwischen nicht mehr vorstellen.

Bildquelle:© erllre – fotolia.com

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