Sperrmüll LKA warnt vor Betrügern!
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Betrüger sollen sich in Berlin als Abfallbeseitigung ausgeben und den Sperrmüll zu günstigen Preisen abholen. Vor Ort verlangen sie dann aber das Vielfache und schüchtern ihre Opfer ein. Das Landeskriminalamt warnt nun vor den Abzockern.

Sperrmüll-Betrug in Berlin

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg hat nach Angaben von „Focus Online“ über Banden recherchiert, die sich in Berlin als Stadtreinigung ausgeben und eine günstige Sperrmüll-Abholung anbieten. Und die Verwechslungsgefahr ist groß, denn die Banden kleiden sich orangefarben und haben ihre Fahrzeuge in der Gestaltung der Berliner Stadtreinigung angepasst.

Vor Ort sollen die Betrüger dann einen deutlich höheren Preis verlangen. Bis zu sechs Mal mehr Geld sollen die Abzocker verlangen. Laut „Focus Online“ sollen sie ihre Opfer einschüchtern, weshalb viele Betroffene das Geld dann auch zahlen. Das Landeskriminalamt Berlin warnt nun vor dieser Abzocke.

Bis zu 100 Fälle bekannt

Nach Angaben des LKA und der Staatsanwaltschaft sollen sich bereits viele Betroffene gemeldet haben. Bis zu 100 Fälle sind bekannt, in denen die Banden ihre Opfer abgezockt hatten. Allerdings vermuten die Behörden, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt und sich längst noch nicht alle Betroffenen gemeldet haben.

Betrüger locken auf Fake-Webseiten mit günstigen Preisen

Wie Oliver Klau vom Landeskriminalamt weiß, werden die Bürger nicht im persönlichen Kontakt von der vermeintlichen Stadtreinigung „bequatscht“, sondern über gefälschte Webseiten geködert. So erstellen die Banden oftmals Webseiten, die jener der Berliner Stadtreinigung stark ähneln.

Wer dann über eine solche Webseite einen Auftrag bucht, erlebt wenige Tage später sein blaues Wunder. Denn die Männer verlangen dann oftmals bis zu 2.000 Euro und mehr für die Abholung des Sperrmülls.

Abzocke nicht neu für LKA

Dem LKA ist diese Betrugsmasche bereits bekannt. Schon im Juni 2016 meldete sich eine Frau, die auf die Betrüger hereingefallen war. Sie hatte die horrende Summe vor Ort in Bar bezahlt und registrierte erst Tage später, dass sie betrogen worden war.

Dennoch ist die Ermittlungsarbeit für das LKA nicht so einfach. „Strafrechtlich ist es für uns nicht ganz einfach“, so Klau laut „Tagesspiegel.de“. Man müsse immer einen Betrug nachweisen können. Aufgrund der überdurchschnittlich hohen Preise könne das LKA aber weiterhin auch wegen Wuchers ermitteln.

Senioren häufiger betroffen

Laut Landeskriminalamt mehren sich die Fälle, in denen Senioren betroffen sind. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen sind ältere Menschen im Internet nicht so fit.

Sie erkennen daher weniger gut, ob es sich um eine gefälschte Webseite handelt oder nicht. Zum anderen sind sie schneller eingeschüchtert, wenn jüngere Männer vor ihnen stehen und das Geld verlangen. Zumal der Sperrmüll dann meist schon auf der Straße steht.

Wer sich schützen möchte, sollte sich immer schriftliche Angebote einholen und auf eine Barzahlung vor Ort verzichten. Im Idealfall kontaktiert man die offizielle Stadtreinigung vor Ort, die Sperrmüll teilweise bis zu einem gewissen Kubikmeterumfang kostenlos abholen.

Bildquelle: © animaflora – Fotolia.com

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