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Der technische Produktdesigner verspricht ein interessantes und abwechslungsreiches Berufsleben, denn seine Arbeit – unterstützend für Ingenieure bei der Entwicklung von technischen Produkten – ist in vielen unterschiedlichen Bereichen und Wirtschaftszweigen gefragt. Damit Sie sich einen besseren Überblick über den Beruf verschaffen können, haben wir die wichtigsten Informationen zur Ausbildung, zum Gehalt sowie zu den Arbeitsmarktperspektiven inklusive Weiterbildung und Studium zusammengefasst. Lesen Sie einfach weiter!

Übersicht

  • Berufsprofil: Technischer Produktdesigner
  • Der Alltag: Das sind seine Aufgaben
  • Typische Arbeitgeber: Wer beschäftigt ihn?
  • Wie sehen die Arbeitsbedingungen aus?
  • Ausbildung zum technischen Produktdesigner
  • Ausbildungsinhalte nach Fachrichtungen
  • formale Voraussetzungen & persönliche Eignung
  • das Gehalt in der Ausbildung
  • Gehalt für technische Produktdesigner
  • Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt
  • Perspektiven mit Weiterbildungen & Studium verbessern

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Berufsprofil: Technischer Produktdesigner

Der Beruf des technischen Produktdesigners entstand durch die Ausbildungsverordnung im Jahr 2005. Da es bezüglich der Berufsbezeichnung jedoch zu Verwirrungen hinsichtlich des technischen Zeichners kam, wurde die Ausbildung zum 01.08.2011 neu geordnet: Der Beruf wird nun in den Fachrichtungen „Produktgestaltung und -konstruktion“ und „Maschinen- und Anlagenkonstruktion“ gelehrt.

Der Alltag: Das sind seine Aufgaben

Grundsätzlich unterstützen technische Produktdesigner Ingenieure bei der Entwicklung von technischen Produkten. In diesem Prozess entwerfen und konstruieren sie Bauteile oder Baugruppen von technischen Produkten oder Gebrauchsgegenständen auf Basis von 3D-CAD-Programmen. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem die Berechnung technischer Daten, des Volumens oder der Masse von geplanten Produkten sowie die Anfertigung von dreidimensionalen Zeichnungen.

Bei der Planung müssen Material und Fertigungsmethoden berücksichtigt werden, damit das Produkte später nicht nur funktioniert, sondern auch optisch ansprechend aussieht und wirtschaftlich hergestellt werden kann. Das bedeutet technische Produktdesigner müssen sich auch um die Kostenkalkulation kümmern. Ist der Entwurf soweit fertig, entwickeln technische Produktdesigner eine Computersimulation, um alle Punkte und Vorgaben prüfen zu können. Ist das Gerät in digitaler Form funktionsfähig, wird es in die Produktentwicklung übergeben.

Auch diese Phase sowie den Bau von Prototypen und Serien begleiten technische Produktdesigner. Teilweise managen sie ganze Projekte. Als Vorbereitung auf den Fertigungsprozess übernehmen technische Produktdesigner die technische Dokumentation, inklusive Zeichnungen, Animationen und aller wichtigen Daten, die zur Produktion des Produktes entscheidend sind.

Typische Arbeitgeber: Wer beschäftigt ihn?

Kaffeemaschinen, Rasenmäher, Brillen, Möbel, Fahrzeuge, Uhren, Computer: Diese und viele weitere Produkte werden von technischen Produktdesignern entwickelt und geplant. Die Möglichkeiten der Beschäftigung sind für technische Produktdesigner daher sehr vielseitig. Potenzielle Arbeitgeber sind Ingenieurbüros, Architekturbüros, Betriebe aus dem Baugewerbe, Unternehmen der Chemie-, Pharma- oder Kunststoffbranche sowie Hersteller von Möbeln, IT und Computern. Weiterhin finden technische Produktdesigner Beschäftigung im Maschinenbau, in der Feinmechanik, in der Optik, im Elektrobereich sowie im Fahrzeugbau und in der Metallbranche.

Wie sehen die Arbeitsbedingungen aus?

Zentraler Arbeitsplatz des technischen Produktdesigners ist der Schreibtisch bzw. der Computer, an dem er mit Hilfe von spezieller Entwicklungssoftware – den 2D- oder 3D-CAD-Programmen – die Entwürfe erstellt und Präsentationen ausarbeitet.

Soll der digitale Entwurf tatsächlich getestet werden, arbeiten technische Produktdesigner in Design- und Versuchslaboren, da sie den weiteren Verlauf begleiten und technisch dokumentieren müssen. Da ihre Arbeit jene Aufgaben der Ingenieure unterstützt, arbeiten sie gelegentlich im Team und müssen sich darüber hinaus mit Auftraggebern, der Marketingabteilung und Produktionsleitung besprechen.

Technische Produktdesigner müssen also einen guten Überblick über verschiedene Bereiche und Aspekte der Produktentwicklung und -planung behalten. Kommunikative Fähigkeiten sind daher von großem Vorteil. Gleichzeitig müssen sie unter Druck standhalten, Alternativen finden und Kundenwünsche erfüllen. Nicht selten sind die Zeitpläne für technische Produktdesigner knapp, sodass man sich vor Mehrarbeit nicht scheuen sollte.

Ausbildung zum technischen Produktdesigner

Seit 2011 wird die Ausbildung zum technischen Produktdesigner in zwei Fachrichtungen angeboten. Danach richten sich auch die Inhalte und Aufgabenfelder, die im Betrieb und in der Berufsschule vermittelt werden. Grundsätzlich dauert die Ausbildung dreieinhalb Jahre im dualen System. Die Abschlussprüfung erfolgt vor der zuständigen Stelle der Industrie- und Handelskammer in einem schriftlichen und einem praktischen Teil.

Ausbildungsinhalte & Prüfung nach Fachrichtung

Unabhängig von den Fachrichtungen müssen technische Produktdesigner allgemeine, grundlegende Fertigkeiten erlernen. Diese sind:

  • Erstellung und Anwendung von technischen Dokumenten
  • Konstruktion mit Hilfe von Computerprogrammen
  • Unterscheiden von Werkstoffen, Fertigungsverfahren und Montagetechniken
  • Ausführen von Berechnungen
  • Beurteilen von Werk- und Hilfsstoffen
  • Produktentwicklung (Produktentstehungsprozess, Planung und Konzeption von Bauteilen und Baugruppen, Entwurf, Ausarbeitung und Berechnung)
  • Auswahl der Fertigungs- und Fügeverfahren sowie der Montagetechniken
  • Durchführung von Simulationen

Weitere gemeinsame Fertigkeiten und Kenntnisse aus dem allgemeinen Bereich:

  • Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht
  • Aufbau und Organisation des Betriebes
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz
  • Umweltschutz
  • Anwendung von Informations- und Kommunikationstechniken
  • Arbeitsplanung und -organisation
  • Qualitätssicherung
  • Kundenberatung

Fertigkeiten in der Fachrichtung Produktgestaltung und -konstruktion:

  • Gestaltung und Entwurf von Objekten
  • Konstruktion mit Freiformflächen
  • Konstruktion von Objekten
  • Simulation und Präsentation

Fertigkeiten in der Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion:

  • Änderung und Prüfung von Werkstoffeigenschaften
  • Anfertigung von Konstruktionen
  • Fertigungstechnik
  • Füge- und Montagetechnik
  • Steuerungs- und Elektrotechnik

Formale Voraussetzungen & persönliche Eignung

Rein rechtlich gibt es keine Voraussetzungen, die Bewerber erfüllen müssen, um einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Bei der Vergabe achten Betriebe aber durchaus auf die schulische Bildung sowie Interessen und Fähigkeiten, die mit dem Beruf des technischen Produktdesigners einhergehen.

Die Struktur bei der Schulbildung ist recht unterschiedlich: Während in der Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion sowohl in Industrie und Handel als auch im Handwerk vorwiegend Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss eingestellt wurden, überwiegen in der Fachrichtung Produktgestaltung und -konstruktionen Ausbildungsanfänger mit Abitur. Ähnlich ist, dass kaum Bewerber mit Hauptschulabschluss eingestellt werden. Bei der Auswahl wurde der Fokus auf die Fächer Werken/Technik, Mathematik und Physik gelegt.

Wichtige Charaktereigenschaften und Interessen sind:

  • abstraktes-organisatorisches Arbeiten
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • rechnerisches Denken & Rechenfähigkeiten
  • technisches Verständnis
  • zeichnerisches Befähigung
  • mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen
  • Sorgfalt, Kreativität, Hand-und-Finger-Geschick
  • Selbstständige Arbeitsweise & Leistungsbereitschaft

Das Gehalt in der Ausbildung

Im Gegensatz zu Studierenden werden Auszubildende für ihre Arbeit mit einem kleinen Ausbildungsgehalt entlohnt. Für den technischen Produktdesigner ist das – im Vergleich zu anderen Berufen und Branchen – kein geringes Gehalt. Zur Orientierung dienen die Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales nach der Tarifauswertung für tarifvertragliche Ausbildungsvergütungen mit Stand zum Oktober 2015:

  • 860 bis 957 Euro im 1. Jahr
  • 918 bis 1.007 Euro im 2. Jahr
  • 977 bis 1.096 Euro im 3. Jahr
  • 1.008 bis 1.155 Euro im 4. Jahr

Das tatsächliche Ausbildungsgehalt kann immer variieren, insbesondere entsprechend der Betriebsgröße und des Betriebsstandortes. Durchaus denkbar, dass auch schulische Vorkenntnisse und Fähigkeiten eine Rolle spielen, doch grundsätzlich liegt das Ausbildungsgehalt in dem genannten Rahmen, mit leichten Abweichungen nach oben und unten.

Gehalt für technische Produktdesigner

Nach der Ausbildung verdienen Sie endlich Ihr erstes „richtiges Gehalt“. Als technischer Produktdesigner ist man durchaus in vielen verschiedenen Branchen gefragt, sodass sich die Gehälter allein vor diesem Hintergrund unterscheiden. Weitere Einflussfaktoren sind die Betriebsgröße, der Standort sowie die individuellen Fähigkeiten, insbesondere die Benotung der Berufsausbildung.

Wird man ohne Tarifvertrag eingestellt, kann das Gehalt anfangs schon mal bei 1.800 bis 2.600 Euro liegen. Später kann man sich im Durchschnitt über 2.700 bis 3.100 Euro brutto pro Monat freuen. Mit den Berufsjahren kann das Gehalt für technische Produktdesigner schon mal auf bis zu 5.500 Euro steigen – vorausgesetzt Sie können Ihre Fähigkeiten ausbauen und gezielt einsetzen!

Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt

Technische Produktdesigner werden von vielen Unternehmen umworben. Jeder will das beste Produkt anbieten, das gestalterisch überzeugt und unter wirtschaftlich guten Bedingungen hergestellt und vermarktet werden kann. Automobilbranche, Flugzeug- oder Schiffsbau, Spielzeuge, Verpackungen, Konsumgüter, Maschinen und Anlagenbau: Die Auswahl ist vielseitig für technische Produktdesigner und die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt sehen gut aus.

Der Ausbildungsberuf ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden, was nicht zuletzt an der Neuordnung des Berufes lag. Nicht zu unterschätzen ist jedoch die Konkurrenz von der Hochschule, denn Studiengänge wie Maschinenbau und Produktdesign werden dort schon länger gelehrt.

Entscheidend ist, dass man sich als technischer Produktdesigner weitere Fertigkeiten aneignet. Viel Kreativität und Innovation reicht den meisten Arbeitgebern nicht mehr wirklich aus. Sie wollen Fachkräfte, die auch die betriebswirtschaftlichen Aspekte im Blick haben, verstehen und umsetzten können.

Perspektiven mit Weiterbildungen & Studium verbessern

Für den technischen Produktdesigner bietet der Ausbildungs- und Weiterbildungsmarkt eine vielseitige Auswahl, sich zusätzlich zu qualifizieren. Das zeigt auch, wie bedeutsam der Beruf für die heutige Wirtschaft und Industrie ist.

Als Aufstiegsweiterbildung bieten sich für technische Produktdesigner folgende an:

  • Techniker Maschinentechnik (Entwicklungstechnik)
  • Techniker Maschinentechnik (Konstruktion)
  • Techniker Maschinentechnik (ohne Schwerpunkt)
  • Techniker Maschinentechnik (Betriebsmittel/ Werkzeugbau)
  • Technischer Fachwirt
  • Konstrukteur

Hinsichtlich der Aufgaben, der Verantwortungen innerhalb des Betriebes sowie der Verdienstmöglichkeiten sorgen die Aufstiegsweiterbildungen für Verbesserung. Je nach Fachrichtung in der Berufsausbildung kann man weitere Schwerpunkte bei der Zusatzqualifikation wählen. Wer sich weiter in den kaufmännischen Bereich des Betriebs bewegen möchte, wählt mit dem technischen Fachwirt die richtige Weiterbildung.

Produktdesign und Produktentwicklung sind aber auch interessante Studienfächer. Als Form der Weiterbildung ist ein solches Studium vor allem für jene Menschen interessant, die nicht über eine Hochschulreife verfügen.

Denn sie können aufgrund der abgeschlossenen Berufsausbildung sowie einigen Jahren Berufserfahrung inklusive Weiterbildung ein Hochschulstudium absolvieren. In der grundständigen Variante, zum Beispiel mit Bachelor-Abschluss, dauerte das Studium etwa drei Jahre. Attraktive Studiengänge sind zum Beispiel Konstruktionstechnik, Maschinenbau, Produktentwicklung und Produkt- oder Industriedesign.

Wer sich nicht in einer Berufsausbildung zum technischen Produktdesigner sieht, kann daher auch alternativ ein Hochschulstudium abschließen, um den Beruf ausüben zu können. Allerdings ist zu beachten, dass ein Studium Geld kostet, man (ausgenommen im dualen Studium) kein Gehalt erhält und das Studium sehr theoretisch geprägt ist.

Bildquelle: © Jonas Glaubitz – Fotolia.com

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