An eine Vereinbarkeit von Job und Familie glauben viele Mütter schon lange nicht mehr. Der immer anstrengender werdende Alltag verlangt selbst den tapfersten Müttern die letzten Energiereserven ab. Die ständige doppelte Last ist für viele kaum noch zu ertragen. Nicht selten geben die Mütter dem Druck nach und gehen in die Knie. Die Gesundheit leidet. Eine neue Studie zeigt nun, wie belastet sich Mütter im Alter zwischen 20 und 50 Jahren tatsächlich fühlen.

1.000 berufstätige Mütter wurden befragt

Im Auftrag des Konsumgüterherstellers Procter & Gamble hat das Rheingold-Institut 1.000 berufstätige Mütter im Alter zwischen 20 und 50 Jahren zur ihrer beruflichen und familiären Situation befragt. Es zeigte sich, dass sich arbeitende Mütter oft ganz schön allein gelassen fühlen:

Ganze 89 Prozent der Frauen sehen sich als Organisationstalent der Familie. Etwa jede zweite Mutter übernimmt die Aufgaben lieber selbst, bevor sie sich mit ihrem Partner darüber auseinandersetzt.

Die deutliche Mehrheit der Mütter (69 Prozent) sieht sich sogar gezwungen, sowohl die Rolle der Mutter als auch die des Vaters einzunehmen. Und obwohl viele der Befragten einen Partner haben, fühlen sich ein Drittel trotz des Partners so, als wären sie alleinerziehend oder als sei der Partner sogar selbst noch ein Kind.

Ein Haufen Arbeit – und immer wieder ein schlechtes Gewissen

Obwohl die Mütter anhand ihrer Leistung stolz auf sich sein sollten, gab fast die Hälfte der befragten Mütter an, ständig ein schlechtes Gewissen zu haben, weil sie glauben, ihre Familie zu vernachlässigen. Gleichzeitig erklärte mit zwei Dritteln die überwiegende Mehrheit, dass sie stets 120 Prozent bei Familie und Job geben würde.

Bei 120 Prozent Leistungsbereitschaft für Arbeit und Familie bleibt natürlich nicht mehr viel für die eigenen Bedürfnisse übrig: 46 Prozent der Studienteilnehmerinnen gaben an, dass von ihren Bedürfnissen im Alltag nichts mehr übrig bleibt.

Sind Mütter zu perfektionistisch? Sollten sich Mütter etwas egoistischer verhalten und etwas für sich tun? Möglicherweise – doch wer kümmert sich dann um all die Aufgaben? Etwas Anerkennung würde oftmals schon reichen. Doch leider gibt es die in vielen Fällen weder Zuhause noch von der Öffentlichkeit.

Ein ebenso wichtiger Schritt in diesem Zusammenhang wäre die Gestaltung familienfreundlicher Unternehmen, die nicht nur die Mutter, sondern auch den Vater ab und zu mal früher nach Hause gehen lassen.

Hier besteht noch großer Handlungsbedarf. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass immer mehr Mütter (und auch Väter) tatsächlich alleinerziehend sind und jede nur erdenkliche Unterstützung brauchen.

Immerhin ist erkennbar, dass sich aufgrund der größer werdenden Zielgruppe mehr und mehr Politiker mit dem Thema auseinandersetzen und um die Gunst der kindererziehenden Wähler buhlen.

Bildquelle: © S.Kobold – Fotolia.com

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