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Angestellte im öffentlichen Dienst arbeiten gemäß dem Tarifvertrag öffentlicher Dienst –allgemein bekannter unter seiner Abkürzung TVöD. Für einige Berufsbereiche gibt es spezielle Entgeltgruppen wie TVöD SuE für den Sozial- und Erziehungsdienst. Das müssen Sie wissen!

Überblick

  • Definition
  • Angelehnte Tarifverträge
  • Geltungsbereich und Unterkategorien
  • Geltungsbereich
  • Unterkategorien
  • Entgeltgruppen
  • Entgeltgruppen-Sonderregelung im Sozial-und Erziehungsdienst: TVöD SuE
  • Stufenarten
  • TVöD SuE: Entgeltgruppen und Tätigkeitsmerkmale
  • Berufe der Entgeltgruppe S
  • Jahressonderzahlung
  • Vorteile des TVöD SuE
  • Fazit

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Definition

Seit dem 1.10.2005 gilt für Angestellte der öffentlichen Verwaltung von Bund und Kommunen der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Er löst den bis dahin gültigen Bundesangestelltentarif (BAT) ab und außerdem die meisten weiteren Tarifverträge kommunaler Arbeitgeber und des Bundes für dort beschäftigte Arbeiter.

Der TVöD setzt sich aus 15 Entgeltgruppen zusammen, die in weitere Untergruppen unterteilt sind, bei denen die Dauer der Zugehörigkeit zu einer Entgeltgruppe und damit einhergehende Erfahrung Berücksichtigung finden. Anders als beim zuvor gültigen Bundesangestelltentarif (BAT) zählt also nicht mehr das Lebensalter als Faktor für die Einstufung in eine Entgeltgruppe der betreffenden Tätigkeit inklusive einer automatischen Gehaltserhöhung alle zwei Jahre.

Angelehnte Tarifverträge

Der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes hat Vorbildfunktion für die Tarifverträge weiterer Bereiche wie der Tarifvertrag der deutschen Länder (TV-L) und der Tarifvertrag der Ärzte und Versorgungsbetriebe (TV-V). Sogar an keine Tarifpartei gebundene private Betriebe orientieren sich am TVöD.

Geltungsbereich und Unterkategorien

Geltungsbereich

Der TVöD gilt für Beschäftigungsverhältnisse der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) sowie des Bundesministeriums des Innern (BMI).

Der Tarifvertrag enthält Bestimmungen zu Arbeitsbedingungen, zur erfahrungsbezogenen Eingruppierung, zur Arbeitszeit, zu Kündigungsfristen, Ausschlussfristen und einige weitere Vereinbarungen.

Unterkategorien

Außer im klassischen behördlichen Verwaltungsbereich gilt der TVöD noch in weiteren den Behörden angeschlossenen Arbeitsbereichen. Die Tätigkeitsmerkmale unterscheiden sich oft deutlich voneinander. Deshalb wurden individuelle Unterkategorien im TVöD gebildet.

Insgesamt gibt es folgende Unterkategorien:

  • TVöD-V: Verwaltungsbereich
  • TVöD SuE: Sozial- und Erziehungsdienst
  • TVöD-B: Pflege- und Betreuungseinrichtungen
  • TVöD-E: Entsorgung
  • TVöD-F: Flughäfen
  • TVöD-K: Krankenhäuser
  • TVöD-S: Sparkassen
  • Entgeltgruppen

Die Entgeltgruppen des TVöD sind nach der erforderlichen beruflichen Qualifikation festgelegt. Allgemein gibt es für die Entgeltgruppen vier Einteilungen:

  • Entgeltgruppe 1-4: Ungelernte beziehungsweise angelernte Beschäftigte
  • Entgeltgruppe 5-8: Beschäftigte mit mindestens 2-jähriger Ausbildung
  • Entgeltgruppe 9-12: Beschäftigte mit abgeschlossenem Hochschulstudium beziehungsweise Bachelor-Abschluss
  • Entgeltgruppe 13-15: Beschäftigte mit abgeschlossenem wissenschaftlichen Hochschulstudium beziehungsweise Master-Abschluss
  • Hierbei ist anzumerken, dass die Entgeltgruppe E1 in der Praxis kaum noch Anwendung findet.

Entgeltgruppen-Sonderregelung im Sozial-und Erziehungsdienst: TVöD SuE

Ein paar Jahre nach der Einführung des TVöD in 2005 wurde für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst am 1.11.2009 eine eigene Entgeltgruppe eingeführt, der TVöD SuE.

Der TVöD SuE enthält die Entgeltstufen S2 bis S18. In § 16 TVöD ist die Zuordnung in die einzelnen Entgeltstufen geregelt.

Neu eingestellte Beschäftigte kommen stets in die 1. Grundstufe und steigen nach einem Jahr automatisch in Stufe 2 auf. Ausnahmsweise kann bei vorhandener passender Berufserfahrung sofort eine Eingruppierung in Stufe 2 oder 3 des TVöD SuE erfolgen.

Sofern das Beschäftigungsverhältnis beim selben Arbeitgeber fortbesteht, laufen die weiteren Aufstiege automatisch wie folgt ab:

  • Stufe 3 nach 3 Jahren
  • Stufe 4 nach 6 Jahren
  • Stufe 5 nach 10 Jahren
  • Stufe 6 nach 15 Jahren

Hat ein Angestellter schon einmal früher bei einem Arbeitgeber die gleiche Tätigkeit ausgeübt, können bei seinem Neueinstieg eventuell Berufsjahre bei der Stufeneinteilung anerkannt werden.

Die einzelnen Tabellen des TVöD SuE berücksichtigen bereits Bewährungs-, Fallgruppen- und Tätigkeitsaufstiege und brauchen anders als in anderen Tarifverträgen nicht extra aufgeführt zu werden.

Stufenarten

Die Stufen 1 und 2 der TVöD-Entgeltgruppen gelten als Grundstufen, die Stufen 3 bis 6 als Entwicklungsstufen.

TVöD SuE: Entgeltgruppen und Tätigkeitsmerkmale

Die Merkmale der Tätigkeiten im Sozial- und Erziehungsdienst sind so den Entgeltgruppen zugeordnet:

  • S2: wie ein/e Kinderpfleger/in Beschäftigte/r
  • S3: Kinderpfleger/in
  • S4: Kinderpfleger/in mit schwieriger Tätigkeit
  • S5: handwerklicher Erziehungsdienst
  • S6: Erzieher/in
  • S7: Leiter/in einer Kita mit maximal 40 Plätzen
  • S8: Erzieher/in mit schwieriger Tätigkeit; Heilpädagoge/Heilpädagogin
  • S9: fachlich koordinierte/r Erzieher/in
  • S10: Leiter/in einer Kita mit 40-69 Plätzen
  • S11: Sozialarbeiter/in
  • S12: Sozialarbeiter/in mit schwieriger Tätigkeit
  • S13: Leiter/in einer Kita mit 70-99 Plätzen
  • S14: Sozialarbeiter/in Garantenstellung
  • S15: Leiter/in einer Kita mit 100-129 Plätzen
  • S16: Leiter/in einer Kita mit 130-179 Plätzen
  • S17: Leiter/in einer Kita ab 180 Plätzen
  • S18: Leiter/in im Erziehungsheim
  • Berufe der Entgeltgruppe S

Insgesamt umfasst der TVöD SuE noch mehr Berufe als die in den Entgeltgruppen und Tätigkeitsmerkmalen genannten. Sie lassen sich aber gut mit der Entgeltgruppenaufstellung vergleichen und eingruppieren.

Es handelt sich um diese weiteren Berufe:

  • Sozialpädagogen
    Sozialassistenten
    Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten
    Psychagogen

Im Sozial- und Erziehungsdienst sind gelegentlich noch Beschäftigte anderer Fachrichtungen tätig sowie außerdem Quereinsteiger. Hier erfolgt wie bei den in den Tätigkeitsmerkmalen nicht explizit aufgeführten Berufen eine vergleichende Zuordnung.

Jahressonderzahlung

Im Jahr 2015 beträgt die Jahressonderzahlung im Tarifgebiet West 80 % der Entgeltgruppe, im Tarifgebiet Ost 75 % der Entgeltgruppe.

Entscheidend für die Höhe der Jahressonderzahlung ist das Durchschnittsgehalt von Juli bis September desselben Jahres.

Vorteile des TVöD SuE

Der neu gestaltete Tarifvertrag im öffentlichen Dienst TVöD SuE soll für eine leistungsgerechtere Vergütung sorgen. Bei der früher üblichen Einstufung in Entgeltgruppen nach Tätigkeitsart und Lebensalter mit automatischer zeitlicher Höhergruppierung erhielten ältere, weniger erfahrene Neueinsteiger schon mal ein höheres Gehalt als berufserfahrene jüngere Kollegen. Im neuen Tarifsystem TVöD bekommt die Berufserfahrung eine erheblich höhere Bedeutung.

Auch die Unterscheidung von Arbeitern und Angestellten fällt im TVöD einschließlich TVöD SuE fort.

Fazit

Der TVöD SuE bringt mehr Transparenz und Gerechtigkeit in das Gehaltsgefüge der öffentlichen Sozial- und Erziehungsdienste. Tätigkeitsmerkmale werden jetzt feiner voneinander unterschieden. Statt der im BAT starken Gewichtung des Lebensalters zählt jetzt die Berufserfahrung.

Bildquelle: © Daniel Ernst – Fotolia.com

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